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Dienstag, 6. April 2010, 18:03

Artilleriesäbel M 1831

Im Jahr 1808 importierte Schweden 2.000 Säbel des Modells Leichte Kavallerie 1796 aus England. Diese wurden Vorbild für den Artilleriesäbel Modell 1831.

An und für sich sammle ich nur Kavalleriesäbel aus dem 19 Jahrhundert, aber in dieses Modell hatte ich mich rettungslos verliebt, als ich vor ein paar Jahren im Stockholmer Armeemuseum war. Ein mächtiger und schwerer, überaus beeindruckender Säbel!

Abmessungen:

Gesamtlänge mit Scheide: 106,5 cm
Gesamtlänge ohne Scheide: 104 cm
Klingenlänge: 90 cm (!!!)
Klingenbreite: 3,7 cm

Mit anderen Worten: ein gewaltiger Säbel, mit einer für einen Artilleriesäbel ungewöhnlich langen Klinge. Ich habe leider keine Waage, aber er ist sehr schwer, in meiner Sammlung der schwerste überhaupt.


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Dienstag, 6. April 2010, 18:06

RE: Artilleriesäbel M 1831

Die Bestempelung kann ich leider nicht deuten, aber vielleicht kann mir jemand helfen. Säbel und Scheide sind leider nicht nummerngleich, der Säbel trägt die Waffennummer 75, die Scheide die 60 (ansonsten ist die Stempelung identisch). Die Scheiden aller schwedischen Säbel wurden ab 1912 ordonnanzmäßig geschwärzt (vielleicht hat der Säbel hier die neue Scheide bekommen?). Auf der Unterseite der Parierstange findet sich die Stempelung AF (Besichtigungsrüstmeister Carl August Fast - vielen Dank, Schwekapi!). Eine Herstellermarke konnte ich nicht finden.

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Dienstag, 6. April 2010, 18:07

RE: Artilleriesäbel M 1831

Der Griff mit meiner Hand (ich habe die Normalgröße 177 cm), der breite aber nicht sehr dicke Griff lässt sich sehr gut greifen. Die Vernietung scheint ungeöffnet zu sein.

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Dienstag, 6. April 2010, 18:14

RE: Artilleriesäbel M 1831

Beim Light Cavalry 1796 war immer bemängelt worden, man könne mit ihm nur schneiden, aber nicht stechen. Der schwedische Säbel hat deshalb eine geringere Pfeilhöhe, die Klinge ist weitaus massiver. Dadurch eignet er sich auch gut zum Stechen. Der Griff ist anders gestaltet, breiter, aber nicht so hoch, ausserdem ist der Bügel größer. Hier ein paar Vergleichsbilder...

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Dienstag, 6. April 2010, 18:18

RE: Artilleriesäbel M 1831

Insgesamt ein tolles Stück in guter Erhaltung (nur die Mundblechschrauben fehlen, aber das Mundblech sitzt auch so fest). Die Klinge weist im Bereich der Hohlkehle leichte Unregelmäßigkeiten auf, man sieht die Handarbeit des Schmieds, was ich persönlich sehr liebe! Ich bin insgesamt begeistert!!!

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Sonntag, 16. Mai 2010, 21:02

Ich werde auflösen! ;)

Der Truppenstempel GAC B No. 75 und 60 lautet folgendermaßen:

Gotland Artillerie Corps, Beväring, No.75 und 60

Beväring = das ist etwas schwierig.

Das Rekrutierungssystem in Schweden war etwas ganz besonderes (bei Interesse auf meiner WEB-Site unter "Fakten und Geschichte", "das schwedische Rekrutierungssystem....." nachlesen). Auf jeden Fall wurden zu allen Zeiten Rekruten für relativ kurze Zeit einberufen, um sie auszubilden. Diese nannte man "Beväring".

Die Nummer ist klar. (aber nicht Waffen- sondern Mann-Nummer, nachzulesen ebenfalls im obengenannten Text)

Gruß Thomas
Gruß vom alten Schweden

Thomas

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Mittwoch, 19. Mai 2010, 12:38

Vielen Dank! Wenn ich das richtig sehe, dann heißt "Beväring" sowas wie "Bewährung"?