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Donnerstag, 29. April 2010, 11:08

Kavalleriesäbel Modell 1893

Dieser Säbel, der in seiner Form ein Pallasch ist, aber in Schwedens Armee doch offiziell "Sabel" genannt wird, wurde hier schon einmal vorgestellt. Ich will dennoch ein weiteres Exemplar vorstellen, schließlich ist ja jedes ein wenig anders.

Gesamtlänge ohne Scheide: 111 cm

Klingenlänge: 94,5 cm

Klingenbreite: 3,5 cm

Der Pallasch ist trotz der gewaltigen Dimensionen doch sehr leicht und führig. Er wirkt leicht archaisch mit seiner mittelalterlichen Schwertklingenform, fühlt sich so gar nicht nach 19. Jahrhundert an.

Pallasch und Scheide sind leider nicht zusammengehörig, siehe unten die Bilder der Bestempelung. Das Gefäß wurde eindeutig einmal geöffnet.


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Donnerstag, 29. April 2010, 11:14

RE: Kavalleriesäbel Modell 1893

Bestempelung: die Regimentsbezeichnung 4R. 1S. No 11 bedeutet "Viertes Regiment, Erste Schwadron, Waffe Nummer elf", das vierte Regiment waren die Smaland-Husaren. Der Hersteller ist G.F. Svalling in Rosenfors. Die Bestempelung der Scheide kann ich nicht deuten.

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Donnerstag, 29. April 2010, 11:15

RE: Kavalleriesäbel Modell 1893

Hier noch ein Größenvergleich mit einem österreichischen Kavallerie-Offizierssäbel Modell 1869 und mit einem portugiesischen Kavalleriesäbel, der einer normalen Standardgröße eines Säbels vom Ende des 19. Jahrhunderts entspricht. Da wirkt der Schwede doch schon recht groß...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »monsterpeter« (29. April 2010, 11:21)


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Sonntag, 16. Mai 2010, 21:31

Mach Dir keine Gedanken mit dem Nietknopf. Daran Bearbeitungsspuren zu finden, ist völlig normal. Die Messingwulst war beim neuen Säbel sehr hoch. Immer wenn durch Materialschwund oder sonstigem das Gefäß auf der Angel wackelte, wurde etwas Messing abgefeilt und dann nachgenietet. Ich habe lange geführte Säbel gesehen, bei denen es keine Messingwulst mehr gibt. Ich finde das sehr innovativ. In anderen Ländern musste die Angel ausgeschmiedet werden.

Zu den Truppenstempeln:

Klinge:

der erste völlig richtig 4R. 1S. No.11 (siehe oben)

Die meisten noch guten Waffen wurden später an rückwirkende Einheiten ausgegeben.

T.1 = Svea Traincorps

Scheide:

5
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K2 No. 135

K2 = Leibregiment Dragoner Corps/ 5. Schwadron/ Nummer 135

(Die Scheide wurde vermutlich abbgegeben, weil sie überzählig war. Eine Schwadron von K2 hatte zu der Zeit nur 101 Mann.)

A.4 = 4. Artillerieregiment = Norrland Artillerie Regiment


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S & Co. = Svalling & Co.

J.B. = Johan Ture Ivar Brandt, geboren 22.1.1853,
Leutnant beim Svea Artillerie Regiment
Besichtigungsoffiziersexamen: 1887

G.L. = nicht bekannt
Gruß vom alten Schweden

Thomas

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Mittwoch, 19. Mai 2010, 12:40

Vielen Dank für die detaillierte Antwort!