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Dienstag, 20. Juli 2010, 12:38

Kavalleriesäbel Modell 1867

Auch dieser Säbel wurde bereits von Schwekapi vorgestellt, aber ich habe noch ein paar Anmerkungen dazu, also stelle ich mein Exemplar auch nochmal vor.

Gesamtlänge ohne Scheide: 106 cm
Klingenlänge: 90,5 cm
Klingenbreite: max. 3,2 cm, bis auf 10,5 cm vor dem Ort noch 3cm breit

Ein recht schwerer, aber sehr führiger Säbel, der ausgesprochen gut in der Hand liegt und dem Kavalleristen viel Selbstvertrauen gibt. Das Gefäß wirkt recht merkwürdig mit seinen Löchern und Schlitzen, schon ein wenig häßlich, wenn ich ehrlich sein soll. Aber zur damaligen Zeit galt so ein simplifiziertes Gefäß ohne Schnörkel als ausgesprochen modern, das darf man nicht vergessen. Der Griff war übrigens mal geöffnet, das sieht man deutlich an der Verbindung zwischen Griffkappe und Ring.

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Dienstag, 20. Juli 2010, 12:41

RE: Kavalleriesäbel Modell 1867

Ich habe nochmal als Vergleich Bilder vom Griff des Kavalleriesäbels Modell 1854 eingefügt. Das Gefäß des 1867ers bietet meiner Meinung nach keinen ausreichenden Schutz für die Knöchel. Der 1854er Säbel war da besser, wie man auf dem Bild deutlich sieht. Man sieht überdeutlich, dass der vom 1867er viel größer dimensioniert wurde. Mit behandschuhter Hand ist er mit Sicherheit einfacher zu greifen. Außerdem ist das Gefäß deutlich leichter als beim 1854er und wohl beim Tragen auch angenehmer, weil es schmaler ist. Beim Kavalleriepallasch 1893 wird das Problem dann gelöst: er trägt ein ebenfalls gelochtes und sehr simples Gefäß, das aber schalenförmig ausgebaucht ist und der Hand besseren Schutz bietet.

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Dienstag, 20. Juli 2010, 12:43

RE: Kavalleriesäbel Modell 1867

Das Gefäß selbst ist wie gesagt sehr groß und ausladend, wodurch sich auf Fotos der Eindruck einstellt, der Säbel als solcher sei nicht so besonders groß. Deshalb hier ein Vergleich mit dem Schweizer Kavalleriesäbel Modell 1867, dessen Gefäß eine konventionellere Größe hat. Der Schwede wirkt enifach kleiner und kompakter, obwohl er es gar nicht ist.

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Dienstag, 20. Juli 2010, 12:48

RE: Kavalleriesäbel Modell 1867

Und nun noch die Stempelungen. Die Klinge trägt Abnahmestempel, nur die Scheide trägt sowohl Abnahme- als auch Truppenstempel, dafür gleich drei: K5/1/ No. 185 (5. Kavallerieregiment (Skane-Husaren)/ 1. Schwadron/ Mann-Nr. 185), dann A2/14/ No. 20 (2. Artillerieregiment, 14. Abteilung, Waffe Nr.20), dann A2/4/No 62.

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Dienstag, 20. Juli 2010, 22:02

RE: Kavalleriesäbel Modell 1867

Wie immer - klasse Ausführungen.

Gewicht mit Scheide: 2,05 kg

Gewicht ohne Scheide: 1,1 kg

2. Artillerieregiment = königliches Göta Artillerieregiment

A.Ö - nicht auflösbar

J.S - Söderström, Per Johan

WN - Nygren, Walfrid

beides Besichtigungs Rüstmeister

Mach Dir wegen dem geöffnetten Niet keine Gedanken. Die Schweden hatten eigentlich ein ganz ausgeklügeltes System (wenn das in anderen Ländern genauso war, hatten die natürlich ein genauso gutes System).

Die Säbel hatten am Anfang eine sehr hohe Messingwulst. (siehe Bild 1 - bei einem m/1893). Wie bei allen Blankwafffen, lockerte sich durch die verschiedensten Einflüsse die Klinge. In anderen Ländern musste jetzt der Niet geöffnet, die Angel ausgeschmiedet und alles wieder vernietet werden. Die Schweden öffneten den Niet, feilten je nach Bedarf die Messingwulst ab, und vernieteten alles wieder. Bild 2 zeigt einen m/1893 mit fast nicht mehr vorhandener Messingwulst.
Gruß vom alten Schweden

Thomas