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Samstag, 31. Januar 2009, 15:00

Infanterie Offiziersäbel (Infanterie Regiment Nr 92) ?

Hallo zusammen, die bei allen gefürchtete Sammlerkrankheit hat bei mir wieder zugeschlagen. Was gesehen, eigentlich nicht das Sammelgebiet aber schön und dann gekauft.

Beim Kauf hatte ich keine Ahnung, was es eigentlich ist. Jetzt, nach ein wenig Recherche denke ich, dass es sich um einen Infanterie Offiziersäbel des I. und II. Bataillons des Infanterie Regiments Nr 92 in der ersten Variante handelt ?

(Vergleiche "Die deutsche Infanterie" Verlag Militaria Band 2 Seite 495)

Was ich aber nicht verstehe, warum auf meinem Säbel Offizier "Deutscher Offizier Verein Berlin" steht.

Wo ist denn da der Bezug ? Ist das eine Vereinswaffe ? Und was ist das für ein Verein ?

Wer auch immer eine Idee hat, bitte her damit.

Mit militärischem Gruß

der kleine Husar

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »kleiner Husar« (31. Januar 2009, 15:03)


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Sonntag, 1. Februar 2009, 13:35

RE: Infanterie Offiziersäbel (Infanterie Regiment Nr 92) ?

Ein wirklich interessantes Stück und mit Sicherheit keine Vereinswaffe. Lt. Anthony Carter war das "Warenhaus für Armee und Marine", deren Inhaber der "Deutsche-Offizier-Verein" war, ein Lieferant für militärisches Artikel, der unter anderem auch Blankwaffen führte.

Ich meine, dass wir dieses Thema auch schon einmal im Forum behandelt hätten, kann es aber im Moment nicht finden.

Gruss
blankhans

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Freitag, 12. August 2011, 21:32

Hallo,

Es ist zwar schon etwas her, dass zu diesem Model etwas geschrieben wurde, aber ich habe hier noch ein paar Bilder, die ich beisteuern kann.
Wie schon beschrieben, handelt sich um einen eher seltenen Degen wie ihn die Offiziere im I. bzw. II. Bataillon des Braunschweigischen Infanterie-Regiment Nr.92 trugen. Das überkrönte W im Gefäß ist die Chiffre für Herzog Wilhelm. Der Degen wurde von WKC in Solingen hergestellt und entspricht dem Stück, das im WKC Katalog unter der Nummer 280 dargestellt ist bis auf die Tatsache, dass die Scheide nur ein Ringband hat. Daher ordne ich den Degen auf die Zeit nach 1910.

Mit der Militärkonvention von 1886 wurden die braunschweigischen Truppen in die preußische Armee eingereiht und das Regiment wurde zum Braunschweigischen Infanterie-Regiment Nr.92 im X. Armee-Korps.

Dass britische Waffen, besonders das Pattern 1845, bei diesem Degen Pate gestanden haben lässt sich nicht verleugnen und ist auch nicht verwunderlich, da das regierende Haus der Welfen auf das engste mit den Hannoveraner-Königen Englands verbunden war. Darüber hinaus stand das Regiment während der Napoleonischen Kriegen zeitweise in englischem Sold und bis zur Militärkonvention mit Preußen orientierte man sich an den Briten.

Für einen Offizier gab es neben den Solinger Klingenschmieden auch andere Bezugsquellen für Blankwaffen und zusammen mit örtlichen oder regionalen Ausstattern und Händlern (z.B. Mohr und Speyer) war der Deutsche Offizier Verein in Berlin eine davon. Wenn dann der Verein auch noch einen günstigeren Preis anbot ist also nicht verwunderlich, wenn ein Offizier im IR 92 seinen Degen dort bestellte.

Leider habe ich kein Bild von dem Säbel, der beim III. Bataillon getragen wurde. Dieser hatte statt des überkrönten W ein überkröntes Flügelhorn im Gefäß.

Viele Grüße aus London,

Peter