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21

Donnerstag, 29. Dezember 2011, 14:39

Hallo Klaus,

das ist sicher so. Jedoch wenn ich mir meine Dillenbajonette der Zeit von 1700 bis 1770 ansehe, dann ist es schon fast das gleiche, wie die Problematik hier.

Werde diesen Beitrag mit Interesse weiter verfolgen!

Beste Sammlergrüße an alle!
Sebastian T.

22

Donnerstag, 29. Dezember 2011, 17:50

hallo. na ja, wenigstens weiß ich jetzt wofür "bastard" steht. wahrscheinlich ist das ein eineinhalbhändiger schiavona-felddegen. (grins).

23

Freitag, 30. Dezember 2011, 18:37

Na da hätten wir doch wieder eine neue Kategorie.!!!
Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß ich den Ausdruck Bastardschwert in diesem Zusammenhang noch nicht kannte.Was mal wieder zeigt ,daß es noch viel zu lernen gibt.Habe mich aber zwischenzeitlich mal schlau gemacht und bei wikipedia herausgefunden, daß die profane Gleichsetzung Anderthalbhänder-gleich Bastardschwert so nun auch nicht korekt ist.
Sondern Bastardschwerter bilden eine eigene spezielle Untergruppe.
Wenn ich Anderthalbhänder höre habe ich immer traditionelle Ritterschwerter im Kopf.
Also nichts für Ungut Klaus

24

Sonntag, 1. Januar 2012, 12:29

Hallo

Eigentlich habe ich gedacht, dass nach meinen Ausführungen das Thema erledigt ist.

Durch die Anmerkungen von Klaus zm Begriff Bastardschwert muss ich aber noch einmal darauf eingehen.

Ich habe den nicht den Begriff Bastardschwert verwendet sondern "bastard sword".
Im englischen Sprachgebrauch gab es:
Sword und Longsword
Im deutschen Sprachgebrauch Schwert und Langes schwert.
Gegen Ende des 19. jahrhunderts und zur besseren Einordnung
der verschiedenen Schwerttypen- vor allem in Museeen und bei Auktionen wurden die Begriffe erweitert.
Der deutsche Begriff Bastard Schwert ist eine ungenaue Umwandlung vom englischen Bastard sword, und der englische Begriff two handed
sword geht auf den deutschen Ausdruck Zweihänder zurück.

Die Erklärung in Wickipediea ist auch nicht ganz korrekt, da auch ein eineinhalb Händer einer Plattenrüstung nicht viel Schaden zufügen konnte. Diese als Reiterschwerter( wieder ein neuzeitlicher Begriff )
verwendeten Waffen wurden vor allem gegen die Piken und die nicht durch Rüstungen geschützten Fussknechte verwendet. Da sie nicht so zweckmässig und durch die Verbesserung der Feuerwaffen auch nicht mehr so wirkungsvoll waren, wurden sie durch die Kürassierdegen schon bald verdrängt.

Es ist übrigens immer ein Problem wenn man engische Ausdrücke wie Sword, Rapier, Broadsword ins deutsche übersetzt. Etliche Waffen die in England als Rapier bezeichnet werden sind bei uns Degen und etliche Degen werden im deutschen Sprachgebrauch als Rapier bezeichnet.

Es ist also sinnvoller eine Waffe nicht nach der Bezeichnung, sondern nach dem Gebrauch zu beurteilen.
Da mein Schwert durch das längere Griffstück und dem langen Knauf mit eineinhalb Hand zweckmässig geführt werden kann, ist es eben ein Schwert zu eineinhalb hand.
Die unterschiedlichen Gefässformen, die sich, ausgehend vom Kreuzgefäss mit Fingerbügel bis zum Degengefäss, entwickelten, zeigen nur die, auch durch die Mode bestimmten Veränderungen, aber keine änderung in der Handhabung. Die Unterschiede in den Gefässformen erleichtern aber sehr die zeitliche und auch örtliche Zuordnung.

Klaus wenn du also mit einem anderthalb Händer ein "Mittelalterliches Schwert" mit nur mit einem Fingerbügel und dem damit verbundenen Daumenbügel verbindest, ist dagegen nichts einzuwenden, nur haben sich die Gefässformen im Laufe der Zeit verändert und es gibt daher auch anderthalb Händer mit voll entwickeltem Degengefäss.

Gruss Willi
Willibald Meischl

25

Sonntag, 8. Januar 2012, 15:52

RE: Schwert zu ein - einhalb Hand um 1590 süddeutsch oder steirisch ?

Hallo.

Habe diesen interessanten Diskurs verfolgt und möchte mich nun auch kurz einbringen.

War selbst eigentlich auch immer der Meinung dass ein –Anderthalber od. Schwert zu eineinhalb Hand- vom Typ her eher so aussieht?
Ein Schwert ohne Korb, bei dem es leicht gewährleistet ist mit der anderen Hand am Knauf zuzugreifen und somit dem Schwert eine bessere Führung bzw. mehr Schlagkraft zu geben.

Allerdings wenn man die Abmaße des Eingangs von Willi vorgestellten Schwertes betrachtet kann man schon davon ausgehen das die Handhabung dieses Stückes zuweilen eine zweite Hand zur Führung benötigte.

Gruß
Rainer
REGNUM NORICUM

26

Dienstag, 10. Januar 2012, 18:23

RE: Schwert zu ein - einhalb Hand um 1590 süddeutsch oder steirisch ?

Hallo Rainer Im Laufe des 16. Jahrhundert haben sich auch die Schwertgefässe verändert. Es begann damit dass man beim Kampf, um die Schwertspitze besser platzieren können, den Zeigefinger um die Parierstange legte. Um nun den Finger zu schützen wurde ein Fingerbügel an der Parierstange angeschmiedet und zur Verstärkung ein zusätzlicher Bügel der mit dem Fingerbügel verbunden war. Da man aber auch die Hand schützen wollte, schmiedete man zusätzlich einen Parierring an. Ebenso wie bei den ersten Degengefässen. Es folgten dann weitere Veränderungen, sodass die Schwerter zu eineinhalb Hand Gefässe wie die Degen hatten. Diese Schwerter wurden bedingt durch die längere Klinge und das grössere Gewicht nicht am Schwertgurt getragen sondern am Sattel . Daher werden diese Schwerter manchmal auch Reiterschwerter, im englischen riding swords genannt. Ich sende dir einige Bilder die dir die Entwicklung der Schwertgefässe zeigen. Grüsse Willi
Willibald Meischl

27

Freitag, 13. Januar 2012, 23:51

RE: Schwert zu ein - einhalb Hand um 1590 süddeutsch oder steirisch ?

Hallo Willi.

Danke dir für deine weitere Erläuterung zu diesem Thema ,(in diesem Bericht gezwungenermaßen wahrhaft nicht deine Erste..) und für deine wiederum – neu angehängten Bilder zur Darstellung eines Schwertes zu eineinhalb Hand.

Gruß
Rainer
REGNUM NORICUM