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Donnerstag, 19. Januar 2012, 09:43

unlösbare Marken auf kuk Sabre Briquet

Liebe Sammlerfreunde!
Unter
k.u.k. Marine-UO Säbel M1828/73 Ex-Sabre Brique

http://www.blankwaffen-forum.de/index.ph…d&threadID=7431




befindet sich eine bisher standhaft harte Nuss bezüglich der Marken. Ich ersuche hier um eure "Mittäterschaft"
Vielleicht wissen Briquet-Spezialisten noch etwas, was wir bisher noch nicht erkannt haben (wie es aussieht, dürften es keine franz. Marken sein--oder doch??...
Danke!
LG G.
A.E.I.O.U.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Doppeladlerkorb« (19. Januar 2012, 09:45)


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Donnerstag, 19. Januar 2012, 10:32

Ich habe nun alles an Marken durchgesehen, die für Versailles und Châtellerault veröffentlicht sind und das sind nicht wenige.

Aber keiner der an dem fraglichen Säbel vorhandenen Stempel ist nach dem Befund für diese beiden Manufakturen in Frage kommend. Weder der Stern im Kreis, das "K" im Kreis und das "W" können einer der beiden Manufakturen zugeschrieben werden.
Das "W" ohne Kreis ist zumindest nach meinen recht umfangreichen Unterlagen kein französischer Stempel. Französische Stempel sitzen immer in einer mehr oder weniger unterschiedlichen Umrandung. Buchstabenstempel ohne Umrandung sind mir aus Frankreich bisher nicht bekannt geworden.
Und noch eine Anmerkung: Boutet hat nicht nur in Versailles gearbeitet, er war der von Napoleon I. beauftrage und eingesetzte Direktor und künstlerische Leiter dieser außergewöhnlichen Manufaktur. Ich kann mir im übrigen auch nicht vorstellen, dass die Manufacture de Versailles einfachste Infanteriesäbel produziert hat.............
corrado26

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Donnerstag, 19. Januar 2012, 12:48

Danke dir corrado26 für deine wertvolle "Mittäterschaft". Vielleicht können wir uns umgekehrt im exkludierenden Verfahren annähern, was es wenigstens sicher nicht ist....

Doch, der Boutet dürfte (auch) in Versailles schon... (ich weiss schon, obtrotz Nobelproduzent...) ---wenn man meinen (sehr schwachen) Französischkenntnissen und Lhoste u. Buigne in "Armes Blanches" vertrauen darf und zwar auf pag.160.: "10.000 MAn XI corrige 1810" und nach der für ihn niederschmetternden Kapitulation 1815 ca. "42.000 briquets d´Infanterie".
LG G.

4

Donnerstag, 19. Januar 2012, 13:59

Ok, Du hast recht. Das kommt deavon, wenn man allzu sehr auf die Feuerwaffen spezialisiert ist - man lernt eben immer noch dazu! Wenn ich das also richtig sehe, ist der fragliche Briquet nach 1803 gefertigt, weil er bereits entsprechend den Änderungen des Jahres 11 gefertigt ist.

Dennoch ist die Stempelsituation nach wie vor so, dass der Säbel weder in Versailles, noch in Châtellerault produziert worden sein kann.
Nach "Lhoste/Reseck, Les Sabres portées par l'Armée Francaise" S.234 wurde dieser Briquet aber nicht nur in Versailles und Klingenthal, sondern auch in Turin gefertigt. Da Turin geografisch gesehen zu Österreich weit günstiger liegt als Frankreich und Österreich in Oberitalien auch damals stark vertreten war, könnte man vielleicht auch darüber nachdenken, ob das fragliche Teiil eventuell von dort kommt. Dazu allerdings habe ich keinerlei Unterlagen.
corrado26

5

Donnerstag, 19. Januar 2012, 14:16

Ich habe diesbezüglich nach erstem Nachdenken auch keine Unterlagen (mal sehen...), aber am Anfang steht sowieso immer die gute Idee-guter, ---sehr legitimer und nachvollziehbarer Ansatz,
Danke corrado! Denn die Schweiz glaube ich, ist es auch nicht. Das Piemont der Savoyer als Triebkraft der nationalen Vereinigung Italiens war der Kontrahent von Österreich in Oberitalien nach 1815 und-- sehr auf Frankreich abgestellt. 1859 war`s ja dann soweit und Österreich bis 66 (fast) draussen-ohne Lombardei. Also aus dem Königreich Piemont etwa und von dort zum kuk Ärar bzw Marine? Das könnte schon sein--jedenfalls spannend!
LG G.
A.E.I.O.U.

6

Donnerstag, 19. Januar 2012, 15:41

Hallo Gerhard,

schau Dir doch bitte einmal die Bilder in diesem Beitrag an:

http://www.blankwaffen-forum.de/index.ph…ad&threadID=233

Der franz. Infanterie-Säbel wurde ja in vielen Ländern Europas nachgebaut. Ausser Russland fällt mir im Moment nur Belgien ein, wo diese Säbel ebenfalls mit Abnahmemarken gestempelt wurden.

Gruss
Dieter

Schade, ausgerechnet jetzt funktioniert der Link nicht. Also bitte nachschauen unter Russland, allererster Beitrag vom 27.03.2006

7

Freitag, 20. Januar 2012, 09:27

Habe brav nachgeschaut, bin leider auch nicht so richtig fündig geworden, aber ja, auch Belgien ist nicht unmöglich. Wie gesagt, irgendwann wird es sich sicher auflösen. Gerade der sechszackige Stern müßte ja markant sein.
LG G.
A.E.I.O.U.

8

Freitag, 20. Januar 2012, 10:41

Sicher bin ich mir nicht, aber ich glaube den sechszackigen Stern schon einmal auf einem österr. Dillenbajonett aus dem frühen 19. Jahrhundert gesehen zu haben. Vielleicht kann hier unser Sebastian weiterhelfen.

Gruss
blankhans

9

Freitag, 20. Januar 2012, 11:02

Wahrlich, wahrlich Dieter, dies ist eine Königsidee--zufälligerweise habe ich so etwas parat, dabei handelt es sich um ein M 1854, welches auch auf dem
k.k. Extra-Corpsgewehr M1862 System Lorenz
verwendet wurde....
http://www.blankwaffen-forum.de/index.ph…d&threadID=3858

Sogleich und mit ein wenig Geduld werde ich Bilder im Ursprungsbeitrag
k.u.k. Marine-UO Säbel M1828/73 Ex-Sabre Briquet

http://www.blankwaffen-forum.de/index.ph…d&threadID=7431
bereitstellen. Übrigens, die von mir befragten Italiener wissen auch nicht mehr als wir bisher...
LG G.
A.E.I.O.U.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »chombe« (20. Januar 2012, 11:46)


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Freitag, 20. Januar 2012, 13:19

..und ich wußte, dass ich den Stern schon mal irgendwo gesehen habe. Hier ist er auf dem Mündungsring eines österreichischen Lorenzgewehrs 1854, aptiert auf das Zündnadelsystem und verwendet als Defensionsgewehr Ö/M.
corrado26

11

Freitag, 20. Januar 2012, 14:28

Ja, ich glaube, das hat schon was und nimmt allmählich Gestalt an; es sieht geradezu genauso aus, als wenn die zwei Marken tatsächlich miteinander verwandt wären oder gar ident ( --dennoch möchte ich mich vor zwar tatsächlich sehr naheliegenden, aber vielleicht doch noch überbereilten?? Schlüssen hüten), jedenfalls dürften sie etwas mit Österreich zu tun haben. Auch ich kannte die Marke zuvor; allerdings, wie erwähnt, die Bedeutung ist unklar. V.a. hatte ich bis dato noch nicht die Bajonettmarke mit der Marke auf dem Briquet verknüpft---vielleicht kann man das jetzt ganz vorsichtig angehen-- da ich diese, wie gesagt, nur von österr. Bajonetten Mitte 19.Jhd u. zuvor gekannt und auf einem österr. Säbel erinnerlich noch nicht erblickt habe........).
Auf alle Fälle müssen wir diesen Zusammenhang einmal als solchen festhalten!
Danke Dir u. Dieter!
LG G.
P.S.: Wir wissen offenbar mittlerweile doch etwas mehr, als die Italiener...(warum in die Ferne schweifen, wenn usw usw usw)
A.E.I.O.U.