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Freitag, 16. März 2012, 21:56

Lederscheiden pflegen

Guten Abend, ich habe einen "Patienten" in Form eines franz. Grenadiersäbels aus der Zeit der franz. Revolution. Das gute Stück besitzt eine schwarze Lederscheide mit den üblichen Messingbeschlägen. Nun ist das Leder im Laufe der Zeit etwas hart geworden. Gibt es einen "heißen" Tipp, wie man das Leder geschmeidig bekommt und auch behält? Ich habe bis jetzt den Tipp erhalten, Lederpflege auf Basis von Bienenwachs anzuwenden. Ein anderer Kollege riet mir, die Scheide in DDR-Waffenöl einzulegen. Das klingt mir allerdings etwas abenteuerlich und ich will mir das gute Stück auch nicht ruinieren. Wer hat Erfahrungen in dieser Richtung? Ich sag schonmal danke...

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Samstag, 17. März 2012, 08:47

Leder ist Leder, ob für Schuhe oder Scheide verwendet... Deshalb beim Schumacher Deines Vertrauens nach passende Pflegemittel fragen (je nach Lederart und Zustand kann unterschiedlich sein)
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

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Samstag, 17. März 2012, 12:09

hallo,
kommt auf die scheide an.....komplett aus leder oder aus holz mit lederüberzug?? wie schon angemerkt wurde, je nach zustand ist der aufwand, aus leder: in einem essig/wasserbad (50/50 = 15 minuten) legen, daß stellt den ph-wert wieder her..... danach normal trocknen lassen und dünn einfetten. bei holz mit lederüberzug da bin ich mir nicht so sicher!
bei weiteren fragen schau mal hier, kann ich nur empfehlen: www.ledermanufaktur-zimmermann.de, er hat mir auch schon viel geholfen.

gruß harvay

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Samstag, 17. März 2012, 19:22

Dankeschön für Eure schnellen Antworten! Werde mal beim Schuster auf den Zahn fühlen.
@harvay: Danke für den Link. Klingt ebenfalls sehr viel versprechend und ist gar nicht mal so weit weg!
Ich werde berichten!
Viele Grüße

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Freitag, 13. April 2012, 10:24

Hallo

Um das Leder wieder etwas weicher zu bekommen und das klassische Abbröseln zu verhindern, empfiehlt sich auch Rizinusöl - allerdings nicht das medizinische sondern industrielles.

Wenn man das dünn aufträgt und bei Bedarf nachdem es eingezogen ist, ein paar Wochen später wiederholt, hilft das auf jeden Fall. Mit Bienenwachs wär ich vorsichtig, weil das wenn nur ein wenig zu dick ist aushärtet.

Servus

Alex

6

Dienstag, 29. Mai 2012, 21:38

Ich hab mir von einem Kumpel Petards Leather wax schicken lassen--die Amis/Briten schwören darauf.

Bin zufrieden damit, hab aber wenig Vergleich..

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Dienstag, 18. September 2012, 10:28

Hallo zusammen
Bin zufällig auf diesen Artikel gestossen, leider etwas spät!
Scheiden wurden doch schon früher extra hart gemacht, mit Knochenleim. Es würde sich doch lohnen, zuerst zu klären, ob eine Scheide original hart oder weich sein muss?
Meine Empfehlung: zuerst abklären wie das Original beschaffen ist, dann erst nach der entsprechenden Methode suchen.
Gruss chregu

8

Dienstag, 18. September 2012, 15:16

Da hat Chregu völlig Recht!

Die meisten Bajonett / Seitengewehrscheiden die ich kenne sind urspr. hart und auch bis in die heutige Zeit so erhalten. Dieses Leder weich zu machen, würde also einer Zerstörung des originalen Zustandes gleich kommen.

Sammlergruß
Sebastian

9

Freitag, 5. Oktober 2012, 15:43

Roadmap

Liebe Lederfreunde!

Wie bei jeder restaurierung muss man zuerst die Materialdaten erheben! das kann schon recht mühsam sein und erfordert oft Kontakte zu Museen. Wenn man nämlich die falschen Methoden anwendet, kann das Probleme verursachen! :(

Vorsicht bei Essigbädern! Die können, wenn der PH-Wert nicht stimmt, die Klingen stark zum rosten bringen!!! :evil:

Ich habe bei der Restaurierung meiner Säbelkoppel (K.u.K. Offizierskoppel um 1900, Saffianleder, sehr brüchig und sich an der Uniform abreibend) mit den Restaurierungswerkstätten des Arsenals (Museum) in Wien Beratung gepflogen und habe dieses spezielle Leder danach mit "Joh. Ant. Zezi Gutra-Lederfett" an der Aussenseite zweimal eingelassen, wobei ich eine leichte Dunkelung und den Wegfall des für Saffianleder typischen Knirschgeräusches beim Biegen bewusst in Kauf genommen habe. Die Innenseite (Flyschseite) habe ich mehrfach mit Haarspray (Schwarzkopf 3-Wettertaft: starker Halt) eingesprüht - Der Duft hat sich Gott sei Dank bald verflüchtigt, aber der Abrieb geht gegen Null. Da ich das Koppel bei meinen Ausrückungen der K.u.K. Kriegsmarine benötige, musste ich es "gebrauchsfähig" bekommen. Bei einem Vitrinenexemplar sieht das natürlich wieder anders aus! :D

Übrigens arbeite ich in meinem Beruf - Instrumentenmacher und -Restaurateur - mit dem Gutra-Lederfett schon seit 30 Jahren sehr erfolgreich.
der Fechtmeister