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Dienstag, 24. September 2013, 20:26

Dillenbajonett 1777 corrige anIX

Hallo Sammlerfreunde,

ich habe hier ein Dillenbajonett, Frankreich vermutlich corrige an IX. Gesamtlänge 477mm, Klingenlänge 405mm, Tüllenlänge 67,4mm und Tüllendurchmesser ca. 21,5mm.

Abnahmen am Bajonettarm B und M mit Stern, ich vermute es handelt sich dabei um die Inspectoren Marion und Bick beide um 1808 bis etwa 1811 in Klingenthal tätig, weiters am Bajonettanfang wieder das B und die Zahl 30 sowie in einer Vertiefung ein G (unbekannt). Es könnte aber auch sein dass ich mich hierbei irre und ich mit meinen Recherchen falsch liege und es handelt sich bei diesen Bajonett um ein späteres 1816 das ja bekanntlich fasst identische Maße hat.

Sammlergruß

Josef

2

Mittwoch, 25. September 2013, 08:22

Hallo Josef,

die Sache ist wirklich nicht einfach zu klären. Die Unterschiede der Mle 1816 gegenüber der früheren Mle 1777 in der Variante corrige an IX, sind so gering, dass man diese wirklich nur bei absolut musealen Stücken nachvollziehen kann.

Folgendes Vorgehen hat sich bisher bei der Zuordnung einigermaßen gut bewährt:

Bajonett mit Klingenthaler Marken (diese sind bekanntlich die einzigen einigermaßen gut dokumentierten) des betreffenden Fertigungszeitraums plus ein guter Zustand (die früheren Stücke sind in Folge der diversen Konflikte häufig deutlich getragen) und man hat mit großer Wahrscheinlichkeit ein Mle 1816 vor sich.

Sammlergruß
Sebastian

3

Mittwoch, 25. September 2013, 19:39

Hallo Sebastian,

vielen Dank für deine rasche Antwort. Weißt du zufällig ob die Bajonette Mle 1816 vor 1816 gefertigt wurden? Denn wenn ich mit meinen Recherchen richtig liege (oben genannte Ispectoren), müsste es sich eigentlich bei diesen Stück, demnach um das Mle 1777 corrige an IX handeln.

Sammlergruß

Josef

4

Donnerstag, 26. September 2013, 08:01

Hallo Josef,

keine Ursache.

Eher dürften die nicht gefertigt worden sein. Wobei man sich im klaren sein muss, dass die Fertigung von Militärwaffen dieser Zeit nicht mit der heutigen Massenfertigung vergleichbar ist. Heute fertigten die Waffenfirmen ihre Serien nach Auftragsvolumen ab und Modellwechsel werden umgehend via eines neuen CNC Programms realisiert. Auf Knopfdruck kommt dann von jetzt auf gleich eine andere Variante heraus.

Früher hat dies immer etwas gedauert, die Übergänge waren viel fließender und noch vorhandene Stücke wurden auch weiter verwendet.

Bei den Ergebnissen deiner Recherchen, zusammen mit den Bildern würd ich bei dem Stück schon noch ein 1777 corrige an IX annehmen.

Sammlergruß
Sebastian

5

Donnerstag, 26. September 2013, 18:39

Nochmals vielen Dank und auch dass Du mich in meiner Vermutung bestätigt hast ;) . Eines noch, weißt Du zufällig was dieses vertiefte G bedeutet?

Sammlergruß

Josef

6

Donnerstag, 26. September 2013, 19:07

Hallo Josef,

keine Ursache, jederzeit gerne.

Das G. Dies sind Arbeiter / Schmiedemarken der jeweiligen Manufakturen. Man konnte damit nachvollziehen, wer dieses Bajonett gefertigt hat. Kam bei der Inspektion eine Beanstandung auf, musste der Schmied nachbessern oder das Bajonett wurde verworfen - dann gab es keinen Lohn. Dieses System war damals nicht nur in Frankreich so aufgebaut sondern auch in den meisten europäischen Staaten, welche über eine einigermaßen geordnete Waffenfabrikation verfügten.

Grüß dich
Sebastian