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Samstag, 3. Februar 2007, 18:20

Haudegen

Hallo Sammlerfreunde,
einer meiner Haudegen hat am Freitag einen " Bruder " bekommen.
Ich konnte einen bis auf die Klingenmarke fast identischen Haudegen zu einem aus meiner Sammlung erwerben.

Degen "alt" ist mit Schmiedemarke " Christus am Kreuz ", entferntem / fehlendem Daumenring 993/856/42/0. Die Griffhilze ist fälschlicherweise ( neu ) beledert, die Klingenspitze abgebrochen ( ca 4 mm )

Degen " neu " ist mit Schmiedemarke " Königskopf " Hilze mit Drahtwicklung und Türkenbünden 996/850/41/0

Beide Griffe sind identisch mit einem getriebenen Stichblatt versehen, die Schmiedemarken beidseitig versetzt in die Klingen eingeschlagen.

Wer kennt ähnliche Haudegen und weis wo diese verwendet wurden ?

Gruß Rothbarsch

2

Sonntag, 4. Februar 2007, 12:25

sehr schön, sehr schön. wo tauchen solche noch auf ?? die sind im 17 jhdt. bei verschiedenen armeen in verwendung gewesen. die österreicher haben diese art als M 1679 eingeführt. siehe auch hier: http://www.blankwaffen-forum.de/index.ph…ad&threadID=132 gruß. r.

3

Sonntag, 4. Februar 2007, 20:17

hallo caliburn,
auf Deine Anrwort war ich gespannt, da Du die gleiche Richtung sammelst.
Interessant für mich ist, dass das Stichblatt bei beiden gleich aussieht und diese Stichblätter immer wieder ( auch auf Auktionen ) auftauchen, was für mich auf eine Verwendung in einem Land oder Regiment schliessen lässt.
Zumindest der Herstellungsort der Griffe könnte an einem Ort gewesen sein, wohin die Klingen von verschiedenen Herstellern geliefert wurden.
Die Klingenmaße haben nur geringe Abweichungen und dürften nach Vorgabe produziert worden sein.
Gruß Gerhard

4

Sonntag, 4. Februar 2007, 20:58

Hallo Gerhard,

hast Du schon etwas zu den Schmiedemarken, und den dazugehörigen Herstellern, gefunden?

Schöne Degen!!!

Gruß,
Thomas

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Montag, 5. Februar 2007, 16:04

hallo gerhard. mit den stichblättern könntest du durchaus recht haben. natürlich waren aber die hersteller in den versch. zentren wahrscheinlich auch der mode unterworfen, sodass es auch möglich ist, dass verschiedene hersteller gleichartige gefäße fertigten. gruß. r.

6

Montag, 19. Februar 2007, 18:37

Zitat

Original von Zieten
Hallo Gerhard,

hast Du schon etwas zu den Schmiedemarken, und den dazugehörigen Herstellern, gefunden?

Schöne Degen!!!

Gruß,
Thomas


Die Schmiedemarke " Christus am Kreuz " könnte dem Hans Kleles (1. Hälfte XVII Jhd., Solingen) gehören

" Königskopf " könnte dem Johans Wundes (1580-1625, Solingen) gehören.

D.h. wenn ich mich mit den Marken nicht irre, die beide Waffen stammen aus Solingen (1 Hälfte XVII Jhd. ) und man kann vermuten, dass die beide Schwertfeger den gleichen Lieferant für die Stichblätter gehabt haben.
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

7

Montag, 19. Februar 2007, 20:09

hallo le Hussard,
Danke für die Info, die Marke mit Christus am Kreuz hatte ich nirgends gefunden und deshalb die Frage danach noch nicht beantwortet.
Beim Königskopf hatte ich schon an Wundes gedacht aber danach die Unterschiede in der Ausführung des Königskopfes als zu groß empfunden um diese Klinge Johannes Wundes zuzuschreiben. Obwohl die Ausführung ( Gewicht und Elastizität ) hervorragend sind, könnte hier eine ähnliche Marke zur Aufwertung verwendet worden sein.
Die Marken-Piraterie wurde nicht erst von den Chinesen erfunden.
Gruß Gerhard

8

Mittwoch, 21. Februar 2007, 21:14

Zitat

Original von Rothbarsch
hallo le Hussard,
Danke für die Info, die Marke mit Christus am Kreuz hatte ich nirgends gefunden und deshalb die Frage danach noch nicht beantwortet.
Beim Königskopf hatte ich schon an Wundes gedacht aber danach die Unterschiede in der Ausführung des Königskopfes als zu groß empfunden um diese Klinge Johannes Wundes zuzuschreiben. Obwohl die Ausführung ( Gewicht und Elastizität ) hervorragend sind, könnte hier eine ähnliche Marke zur Aufwertung verwendet worden sein.
Die Marken-Piraterie wurde nicht erst von den Chinesen erfunden.
Gruß Gerhard


Sorry, hat etwas gedauert.
Die Marke mit dem Kreuz habe ich nur beim Kulinskij "Deutsche Blankwaffenhersteller und Markierungen" gefunden. Was um die Unterschiede beim Königskopf geht - Kulinskij hat 16! Markierungen (Königsköpfe) von Wunders abgebildet. Eins davon muss mit der Markierung auf deinem Haudegen gleich sein :)
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

9

Sonntag, 15. Juni 2014, 17:10

Johannes Wudes

Hallo an alle,

ja mit der Fam .Wundes auch Wunde würde ich sagen ist die Richtung .aber nicht Johannes sonder der Junge vom Meister (Theis 1580-1600)- Cornelius -1637. einige Waffen sind im Museum Dresden zu sehen.

Viele Grüße

>>PROVIDENTIAE MEMOR<< DER Vorsehung eingedenk