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Donnerstag, 19. Juni 2014, 14:32

Unbekannter Prunkdegen

Unbekannter Prunkdegen

Der vorliegende Degen gibt einige Rätsel auf, denn er vereint zeitlich weit von einander entfernte Stilelemente.
Während das recht wuchtige Gefäß stark an ein Rapier aus den Anfängen des 17 ten Jahrhunderts erinnert, weist die Klinge in Ausführung und Dekor deutliche Elemente des 19 ten Jahrhunderts auf.
Auch der sehr gute Erhaltungszustand spricht eindeutig für das jüngere Datum.
Leider gibt es über die Historie nur die vage Auskunft, dass er aus einem europäischen Königshaus stammen soll, was aber nicht belegt werden kann.
Es handelt sich aber meiner Meinung nach wohl um eine Einzelanfertigung, die als Präsent verliehen wurde.
Es könnte sich dabei möglicherweise um ein Geschenk an eine hochrangige Persönlichkeit, in Hinblick auf das Kanonenmotiv auf der gebläuten und vergoldeten Klinge, eventuell an einen verdienten General handeln.
Leider befinden sich auf der Waffe keinerlei Signaturen oder Hinweise auf den Hersteller oder den Besitzer.
Ich würde mich sehr über Eure Meinung zu diesem Stück freuen und hoffe, dass mit Eurer Hilfe noch eine präzisere Zuordnung erfolgen kann.
Detailfotos im Anhang

Gruß

Murat
»Murat« hat folgende Bilder angehängt:
  • Rapier 5.jpg
  • Rapier Klingendetails.png
  • Rapier Scheidenbeschl. oben.jpg
  • Rapier Scheidenbeschlag unten.jpg
  • Rapier.jpg
  • Rapier 2.jpg
  • Rapier Klingendetails.jpg
  • Rapier.jpg

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Murat« (24. November 2015, 17:56)


2

Donnerstag, 19. Juni 2014, 16:08

Ein schönes Stück. Da ich schon einige ähnliche Rapiere aus dem Historismus kenne, kann ich mir vorstellen dass man die Stücke auch für "Kostümfeste" oder Ähnliches verwendet hat. Der Württemberger König hat Mitte des 19. Jahrdt auch z.B. Turniere verantstaltet. Die Klinge des Rapiers würde ich einfach so einschätzen dass man eine gängige Beamten/Offiziersklinge wieder verwendete.
Non soli cedit!

3

Sonntag, 22. Juni 2014, 09:22

Hallo Murat

Obwohl we du gesagt hast Gefäß und Klinge auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, sagt das noch nicht dass sie nicht zur selben Zeit angefertigt wurden.
Der Degen könnte als Geschenk für einen erfolgreichen Offizier zu seiner Pensionierung angefertigt worden sein.Ich würde sagen um die Mitte ds 19. Jahrhunderts.
Auch das Fehlen der Fehlschärfe (Ricasso) weist darauf hin.
Es noch hilfreich, um genaueres zu sagen wenn du ein Foto der Quartseite des Gefäßes ins Forum stellen könntest.

Grüße
Willi
Willibald Meischl

4

Sonntag, 22. Juni 2014, 22:42

Hallo Willi, danke für Deine Einschätzung.
Bei der zeitlichen Einordnung auf Mitte des 19ten Jahrhunderts liegst Du sicher richtig. Speziell die Ausführung des Übergangs der Klingenbläuung ist typisch für diese Zeit.
Ich denke auch ,dass die Waffe trotz der divergierenden Stilelemente wohl in dieser Zeit gefertigt wurde.
Anbei noch ein weiteres Foto von der Quartseite. Vielleicht hilft es bei der genaueren Einschätzung.

Gruß

Murat

5

Montag, 23. Juni 2014, 07:34

Wenn ich so ein tolles Portepee sehe, das wohl auch noch dazu gehört, was
wird das wohl für ein Degen sein.

Kölner oder Mainzer Garde (Karneval) oder Schützenkönig.


Gruß drei

6

Montag, 23. Juni 2014, 08:49

Hallo Murat

Danke für das Bild der Quartseite.
Die fehlenden Spangen die den Daumen schützten und der Türkenbund bei der Parierstange, der nicht wie bei den Degen des 16. und 17. gefertigt ist, zeigen eindeutig
dass die Waffe in der Form des Gefäßes einem Degen um 1590 nachempfunden ist. Es ist sicher ein Geschenksdegen. Durch das schön gegossene und der Zeit des 19.
Jahrhunderts entsprechende Gefäß (von der Ornamentik her) ist das Argument, dass es sich um einen Theaterdegen handelt völlig auszuschließen. Dass bestätigt auch
die wunderschöne Klinge, sowie das exelent gefertigte Portopee.

So ein Geschenksdegen ist sicher eine Rarität - herzlichen Glückwunsch zu diesem seltenen Stück
Es wäre interessant wenn man wüßte wem der Degen gehört hat.

Grüße
Willi
Willibald Meischl

7

Montag, 23. Juni 2014, 14:38

Hallo Willi,

nochmals vielen Dank für Deine fundierte Beurteilung

Gruß Murat

P.S. Du hast eine Email

8

Mittwoch, 25. Juni 2014, 05:30

Hallo Sammler

Murat hat mir ein Mail gechickt in dem er mir berichtete, dass der Verkäufer der ihm die die Waffe angeboten hat erklärte, dass der Degen eiinst dem Bruder
des Belgischen Königs gehörte. Nun denke ich das dass Rätsel gelöst ist. Da der Degenn hat ein wallonisches Gefäß und eine Klinge im französischen Stil hat
passt also alles zusammen. Solche Degen wurden im 19. Jahrhundert für hochrangige Persönlichkeiten angefetigt um ihren Stand in der Gesellschaft zu demonstrieren.
Getragen wurde diese Degen bei zeremoniellen Anlässen , wie Staatsbesuchen, Paraden, Hochzeiten, Krönungen usw.
Diese Umstände machen den Degen zu einer echten Rarität.

Grüße
Willi
Willibald Meischl

9

Donnerstag, 26. Juni 2014, 22:05

Ich denke, das Rätsel ist damit gelöst.
Nochmals vielen Dank an Willi für die hilfreiche und sachkundige Beurteilung.
Anbei noch eine Gesamtansicht des Degens.

Gruß

Murat