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1

Mittwoch, 5. April 2017, 18:32

Wie lange produzierte die Solinger Firma Kirschbaum & Schnitzler?

Hallo Sammlerkollegen,

kann mir jemand sagen in welchem Zeitraum die Solinger Firma KIRSCHBAUM & SCHNITZLER produzierte? Ich finde bei meinen Recherchen immer nur die Firma Schnitzler & Kirschbaum. Da ich einen Schweizer Offizierssäbel aus dem vermutlich frühen 19. Jahrhundert besitze der terzseitig mit K & S und quartseitig mit Solingen bezeichnet ist, vermute ich das es sich um die oben genannte Firma handeln könnte. Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

Viele Grüße

Michael

2

Donnerstag, 6. April 2017, 09:20

Kirschbaum & Schnitzler

Hallo Michael,
Du liegst mit Deiner Vermutung richtig.
Dieses Kürzel K & S ist eindeutig der oben genannten Solinger Firma zuzuschreiben.
( siehe L.Hoste / Buigne " Armes Blanches" Seite 205 )

Gruß

Murat

3

Donnerstag, 6. April 2017, 12:27

Hallo Murat,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich bin nur etwas verwirrt weil die Firma bei meinen Recherchen immer als Schnitzler & Kirschbaum auftaucht. Weiß jemand ob dieses Unternehmen vorher als KIRSCHBAUM & Schnitzler existierte? Bei meiner Suche finde ich fast nur Treffer für die erste Variante.

Viele Grüße

Michael

4

Donnerstag, 6. April 2017, 18:00

Kirschbaum & Schnitzler

Ich denke, man nahm das damals nicht so genau.
Die Herrschaften firmierten jedenfalls unter beiden Schreibweisen und auch ihre Klingen waren mal mit K+S oder auch mit S+K signiert.
Man findet ja auch bei den Büchsenmachern dieser Periode oft verschieden geschriebene Versionen des gleichen Namens, also nichts ungewöhnliches.

Gruß

Murat

5

Freitag, 7. April 2017, 17:32

Hallo Murat,

nochmals vielen Dank für Deine Hilfe! Ich hatte gehofft das die Firma vielleicht in einem bestimmten Zeitraum so signiert hat. Das hätte geholfen einen Schweizer Offizierssäbel den ich vor kurzem erworben habe zeitlich genauer einzugrenzen. Ich würde den Säbel auf die Epoche Napoléons I. datieren, aber diese Säbel wurden meines Wissens bis in die 1830er Jahre fast unverändert weiter getragen.

Viele Grüße

Michael

6

Freitag, 7. April 2017, 19:03

Hallo Fagan, stell doch ein Bild ein, der Säbel lässt sich bestimmt altersmässig einordnen. Offizierssäbel im Stile des Ersten Empire waren nach 1820 bei Schweizer Offizieren sehr beliebt.

7

Freitag, 7. April 2017, 23:11

Hallo Schmiede,

anbei Bilder des Säbels. Leider fehlt die dazugehörige Lederscheide. Ich habe den Säbel zum Glück in einem unberührtem Zustand bekommen, leider werden oftmals aus Unwissen Blankwaffen laienhaft gereinigt und somit versaut. Das Ätzdekor und die Vergoldung sind noch erhalten und nicht verputzt, die obere Hälfte der Klinge ist gebläut. Der Griff ist aus Ebenholz mit Fischhautmuster. Leider ist die Herstellersignatur (terzseitig) K & S für Kirschbaum & Schnitzler durch das Mitteleisen verdeckt, ebenso der Herstellungsort Solingen (quartseitig). Auf dem Klingenrücken befindet sich die Solinger Blattmarke und auf der Klinge Trophäen und Rankenwerk. Ich habe den Säbel in einem kleinen Antiquitätengeschäft in Deutschland nahe der Schweizer Grenze entdeckt und sofort vermutet das er entweder französischer oder schweizerischer Herkunft ist. Spontan habe ich ihn ins 1. Empire datiert. Leider fehlt die Scheide und der Zustand ist nicht der Beste, aber ich habe den Säbel günstig bekommen und habe Freude daran weil er gut in meine Sammlung von Militaria der Befreiungskriege passt. Nun meine Frage, lässt sich meine Vermutung bestätigen das der Säbel aus dem 1. Empire stammt, oder ist er eventuell später entstanden?

Gesamtlänge Säbel: 80 cm

Klingenlänge: 67 cm

max. Klingenbreite: 3 cm

Viele Grüße

Michael
»Fagan« hat folgende Bilder angehängt:
  • IMG_2297.JPG
  • IMG_2298.JPG
  • IMG_2299.JPG
  • IMG_2302.JPG

8

Freitag, 14. April 2017, 20:32

Hallo Fagan, du hast den Säbel richtig datiert. Es handelt sich um den französischen "Sabre des officiers des troupes à pied". Er erschien zur Zeit des Konsulats, war im ersten Empire sehr verbreitet und wurde auch in der nachfolgenden Restauration - bis um 1830 wie du richtig feststellst - noch getragen. Typisch sind die Griffkappe mit dem Melonenmuster und dem asymmetrische Röcklein, das gewaffelte Griffholz aus Ebenholz, die schiffchenförmigen Mitteleisen und die runden Verzierungen in der Mitte des Bügels. Kein Reglement hat die Formen dieses Säbels vorgeschrieben, deshalb existieren auch zahlreiche Varianten. Bekannt ist, das die meisten Klingen dieses Säbeltyps von Solingen geliefert wurden. Markierungen des Herstellers sind bei diesem Säbeltyp eher selten. Der Klingendekor, meist gebläut und vergoldet, weist Motive in verschiedensten Variationen auf.

9

Montag, 17. April 2017, 20:30

Hallo Schmiede,

vielen herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort! Es freut mich sehr das sich meine Vermutung bestätigt hat.

Viele Grüße

Michael