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Samstag, 4. Februar 2017, 18:09

Österreichischer Pallasch 1824 mit zusätzlichem Scheidenband

Pallasch aus Produktion FISCHER. Auffällig ist das dritte Scheidenband. Ist das als Dekorelement zu betrachten oder überdeckt es eine Reparaturstelle an der Scheide? Interpretiere ich die Zahlen auf dem Pallasch richtig als Waffennummern? Ist die Zahl auf der Klinge eine Einheitsnummer? Die Figur zwischen den Faustriemendchlitzen hinter der Zwinge ist wohl als Erkennungszeichen des Trägers zu deuten. Wenn ich den Schlepper anschaue schliesse ich nicht aus, dass die Scheide - obschon passgenau - älter als der Pallasch ist. Ich wäre sehr dankbar um Rückmeldungen.
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Samstag, 4. Februar 2017, 20:56

Im "Grossen Wagner" ist dieser Pallasch mit einer Eisenscheide abgebilde die zwei Ringbänder mit beweglichen Trageringen und einem völlig anderen Schlepper besitzt. Diese Scheide dürfte daher zu einem späteren Zeitpunkt von privat ergänzt worden sein. Eine Reparatur, von der ich hier ausgehe, in Form eines dritten Ringbandes, gab es beim Militär sicher nicht.

Die Zahlen könnten als Waffen- oder Stück-Nummer zu deuten sein. Die Zahl auf der Klinge ist eingeätzt und kann daher wohl keine Einheits-Nummer sein. Die Figur? zwischen den Faustriemenschlitzen dürfte wohl nichts mit dem Träger zu tun haben. Das ist mir bei Mannschaftswaffen des Militärs nicht bekannt. Vielleicht eine Datierung "1831" mit verputzter Hersteller-Marke darüber?

Mehr kann ich dazu auch nicht sagen.

Gruss
blankhans

3

Samstag, 20. Mai 2017, 21:29

Hallo
Das ist ein österr. Unteroffizierspallasch M1824.

Gekantete Griffkappe, Gefäß ist zierlicher mit 6 Löchern,
gegenüber herkömmlichen Mannschaftsmodell – runde Griffkappe, etwas schwereres
Gefäß mit 7 Löcher. Interessant zu sehen, der Querniet der typisch für die
Modelle 1824 war. Der namhaften Hersteller Fischer, dessen Ankerzeichen nicht
mehr vollständig neben den Portepeeschlitzen zu erkennen ist, hat diese beiden
Modelle zahlreich produziert. Die dreistelligen Jahreszahlen zb. (1)828 und 831
waren für Fischer damals üblich sind deutlich zu erkennen. Auch das ominöse U
auf der Griffkappe ist noch gut zu erkennen, kam fallweise auch auf den Gefäßen
vor. Deutung??!
Diese Ätzung auf der Klinge ist nicht typisch und
sonderbar, habe allerdings ähnliches auf einem österr. Marinesäbel schon einmal
gesehen..
Dadurch dass dies ein Unteroffiziersstück ist, Unteroffiziere
hatten mehr Freiheiten, könnte die (ehemals gebrochene und reparierte) Scheide
eventuell noch zu ,,Trägerszeiten‘‘ dazugekommen sein. Sehr wahrscheinlich ist
es aber nicht!

Gruß – Noreia.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »NOREIA« (20. Mai 2017, 22:18)


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Dienstag, 23. Mai 2017, 06:52

Moin,

probier mal mit einem Draht den Du unten zu einem kleinen Häkchen gebogen hast innen unter dem 3. Ring ob es evtl hakt ?
Damit kann vielleicht eine Reparatur festgestellt werden
Gruß
Rothbarsch

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Dienstag, 23. Mai 2017, 13:08

Die dreistelligen Jahreszahlen unter Weglassung der "1" waren nicht nur für Fischer üblich, sondern generell für österreichische Waffen ab etwa 1825. Auch alle Feuerwaffen der Augustin- und Lorenzreihe zeigen derartig verkürzte Jahreszahlen.
corrado26

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Donnerstag, 1. Juni 2017, 19:47

Vielen herzlichen Dank für Eure Antworten und Ergänzungen, das macht mir grosse Freude und hat mir sehr geholfen. Könnte mir bitte noch jemand erklären, weshalb bei österreichischen Waffen mit dreistelligen Jahreszahlen die Jahreszahl von Klinge und die Jahreszahl von Gefäss oft um wenige Jahre differieren?

7

Freitag, 2. Juni 2017, 19:41

Hallo.
Die Jahreszahlen differieren weil die einzelnen Teile (Gefäß, Klinge) unabhängig voneinander gefertigt wurden. Dies war an sich üblich. Ging sogar so weit dass die Teile von verschiedenen Herstellern gefertigt wurden und von den sogenannten Schwertfegern zusammengesetzt wurden.
Zb. gab es im 18 Jhdt. eigene Gelbgießer, welche die Messinggefäße anfertigten.
Bei dem oben beschriebenen Stück denke ich aber das alle Teile von Fischer angefertigt wurden, separat. Gestempelt mit den dementsprechenden (produzierten) Jahreszahlen. Die Teile (Klinge, Gefäß) wurden beim zusammenstellen beliebig abgefasst und zusammengesetzt. Gut möglich auch dass die Teile getrennt gelagert oder eben doch im Auftrag geschmiedet wurden. Wie gesagt bei den Fischer Pallaschen spricht hierbei aber einiges dagegen.

Hänge ein paar Foto’s zum Gegenstück des Eingangs beschriebenen und gezeigten Pallasch an.
Fotos eines M1824 Mannschaftspallasch, Hersteller Fischer, 825 mit zugehöriger Scheide.
Das Gefäß ist kräftiger mit 7 Löchern, runde Griffkappe. Gl – 1025, Kl – 860, Kb – 34mm. 1,5kg.
Gruß - Noreia
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