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1

Donnerstag, 13. Juli 2017, 16:00

Replikat oder Original

Hallo.
Ich habe einen Säbel erworben.Angeboten wurde er als Replikat.Ich habe den Säbel auch zu einem entsprechenden Preis erworben ( Deutlich unter 100 € ).Gedacht war er für Reanactment.Nun bin ich mir aber nicht ganz sicher ob es sich wirklich um ein Replikat handelt. Ich meine die Zeichen könnten Arabisch / Persische Zahlen sein.Dazu passt aber nicht die Krone mit dem W auf dem Klingenrücken.
Vielleicht weiß ja jemand mehr und kann den Säbel einschätzen.
Vorab schon einmal Danke
»Frank Brink« hat folgende Bilder angehängt:
  • P1040058.JPG
  • P1040070.JPG
  • P1040071.JPG
  • P1040054.JPG
  • P1040060.JPG
  • P1040077.JPG
  • P1040067.JPG

2

Freitag, 14. Juli 2017, 10:28

Das Stück, ein franz. Kavallerie-Säbel M 1822, dürfte wohl original sein. Die verschiedenen Stempel sind später eingeschlagen worden. Verwendet wurden solche Stücke in Nordafrika.

Gruss
blankhans

3

Samstag, 15. Juli 2017, 10:35

Hallo.
Vielen Dank an Blankhans für die schnelle Antwort. Ich habe die Stempel im warsten Sinne des Wortes noch einmal unter die Lupe genommen. Die Stempel " E P 9 " auf Griff und Klinge sowie die Eule scheinen sorgfältiger eingeschlagen worden zu sein.Die anderen Zeichen sind nicht so sauber eingeschlagen.Das spricht wohl dafür, das sie nachträglich eingeschlagen wurden. Die Scheide hat auf beiden Seiten die üblichen Türklemmer Beulen.Wenn sie nicht absichtlich gemacht wurden, um zu täuschen, ist der Säbel also wohl auch getragen worden. Was gegen Frankreich spricht ist das fehlen der Hersteller Gravur auf dem Klingenrücken.
Aber ich habe im Internet gelesen das der Französische Säbel Model 1822 auch anderen Ländern als Vorbild diente und übernommen worden ist.Er muß also nicht Umbedingt aus Frankreich stammen.
Die Klinge ist 87,5 cm lang und 30 mm breit.Die Hohlkehle endet ca. 22 cm vor der Klingenpitze. Gesamtläge 101 cm.
Gruß
»Frank Brink« hat folgende Bilder angehängt:
  • P1040078.JPG
  • P1040080.JPG

4

Samstag, 15. Juli 2017, 13:43

Hallo Frank, die Säbelklinge müsste neben der breiten Hohlbahn noch eine schmälere Rückenrinne aufweisen. Auf dem Foto kann ich keine solche erkennen.

5

Samstag, 15. Juli 2017, 15:06

Hallo.
Auf der Klinge gibt es nur die eine Hohlbahn.
Gruß Frank.

6

Samstag, 15. Juli 2017, 18:42

Hallo Frank,

wenn man den Säbel mit der Klinge nach oben hält und dann die "Eule" anschaut, so wird daraus ein Königskopf.
Damit hätten wir als Hersteller die Gebrüder Weyersberg aus Solingen.
Der Königskopf in dieser Form wurde wohl so ab der Mitte des 19. Jahrhunderts geschlagen.

Grüße vom Jagdsammler
»Jagdsammler« hat folgendes Bild angehängt:
  • P1040070.JPG

7

Samstag, 15. Juli 2017, 20:08

Auf dem ersten Foto kann man auf dem Klingenrücken ein "W unter Krone" erkennen. Es könnte sich um eine preußische Abnahmepunze handeln, wie sie auf Nachbauten des französischen Säbels für leichte Kavallerie Mle. 1822 um 1847/-48 zu finden sind. Daneben befinden sich auf diesen Stücken dann meist auch die entsprechenden Jahreszahlen, also "FW 47" oder "FW 48". Die sehe ich hier nicht, der Stempel passt aber zum Königskopf der Gebrüder Weyersberg. Die Verwendung dieser preußisch abgenommenen Säbel ist heute auch noch ein ungeklärtes Rätsel.

Im DWJ 5/1977, ab S. 610, hat Gerhard Seifert einen mehrseitigen Artikel ("Ein Kavalleriesäbel zweifelhaften Ursprungs") über die Art Säbel geschrieben, zu denen das hier vorgestellte Stück gehört.
Diese wurden offenbar damals auf Waffenbörsen zu Massen vertrieben. Nach Angaben der damaligen Händler sollten diese Säbel aus einem ägyptischen Depot stammen. Die Schriftzeichen wurden von ihm sowohl als tatarisch-mandschurisch, als auch arabisch eingeordnet.
Seifert konnte damals keine Lösung für die Herkunft und Verwendung der aus verschiedenen Einzelteilen zusammengebauten Stücke finden und bat die Leser um Mithilfe.
Dies ist aber m. W. nach nicht der Fall gewesen.

8

Sonntag, 16. Juli 2017, 06:16

Danke an Naseweis
Das hört sich ja alles sehr schlüssig an.
Vielen Dank für die Mühe.
Gruß Frank

9

Sonntag, 16. Juli 2017, 17:43

Dank auch an die anderen Mitstreiter.

Gruss
blankhans

10

Mittwoch, 4. Oktober 2017, 17:07

Hallo.

Es ist mir nun gelungen ein Exemplar
der DWJ 5/ 77 zu erstehen. Es werden in dem Artikel sieben Säbel
besprochen die alle dem Französischen Model 1822 nachempfunden sind.
Trotz der Ähnlichkeit weisen alle Säbel Unterschiede auf . So gibt
es Klingen von Alex. Coppel , WKC ,Wilkinson und Weyersberg.


Auch die Maße sind etwas
Unterschiedlich. Der von mir erstandene Säbel gleicht bis auf den
Millimeter genau dem unter Nr.6 aufgeführten Säbel. Auch die
Bestempelung passt genau.


In dem Artikel wird spekuliert das die
Säbel wohl zuerst in China eingesetzt worden sind ,

und dann zwischen 1901 und 1906 nach
Ägypten verkauft wurden.


Der Stempel EP soll für Egyptian
Police stehen.


Gruß Frank