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Montag, 28. Dezember 2015, 17:38

Faschinenmesser Eidgenössische Ordonnanz 75/15

Dies ist das jüngste Faschinenmesser schweizerischer Ordonnanz. Trotz des relativ jungen Alters ist diese Waffe mit vielen Sammlerlegenden behaftet.

Der erste Hinweis auf diese Waffe findet sich in einem Schreiben vom 13. November 1916 der Kriegstechnischen Abteilung an die Abteilung für Artillerie. Zuvor hatte sich die Abteilung für Artillerie bei der KTA beschwert über die Faschinenmesser mit Messinggriff. Diese seien unkriegsmässig, denn sie würden die Truppe durch Aufblitzen im Sonnenlicht auf grosse Entfernung verraten. Diese Faschinenmesser, besonders aber die mit Doppeltragtasche und Stichbajonett, seien unpraktisch, unbequem zu tragen und würden praktisch keinen Nutzen bieten. Die Abteilung für Artillerie wollte schon damals die gesamte Artillerie mit dem modernen Sägebajonett 1914 der Geniebautruppen auszurüsten. Im Antwortschreiben vom 13. November 1916 der KTA an die Abteilung für Artillerie finden wir den ersten Hinweis auf dieses Faschinenmesser : DIE FASCHINENMESSER WERDEN SEIT LETZTEM JAHR NICHT MIT MESSING-, SONDERN MIT HOLZGRIFF BESCHAFFT. Von dieser Waffe existiert auch eine Zeichnung der Kriegstechnischen Abteilung vom 29. Dezember 1915, revidiert am 7. Juni 1916. In dieser Zeichnung wird die Waffe als Faschinenmesser 75/15 bezeichnet. Die 75 bedeutet Ordonnanz 1875. 1875 ist militärgeschichtlich zu verstehen. Nach dem Debakel mit der Internierung der französischen Bourbaki Armee 1871 gingen die Kompetenzen für die Ausrüstung der Truppen von den Kantonen an den Bund. All dies wurde in der Armeeorganisation 1875 festgehalten. Der Bund hat seither sämtlichen älteren eidgenössischen Ordonnanzen mit 1875 bezeichnet. Die 15 bedeutet 1915, also das Jahr, in dem beschlossen wurde, die neuen Faschinenmesser mit Holzschalengriffen zu bestellen. Die Waffe wurde wie folgt beschrieben:
1. Messer und Angel aus einem Stück
2. Messer geschliffen
3. Stahlteile am Griff schwarz brünieren
4. Scheide matt feldgrau emailliert (in der Revision 1916: Scheide schwarz brüniert)
5. Nummerierung und Bezeichnung nach speziellen Angaben KTA

Im Schweizerischen Bundesblatt wurden jährlich in Tabellen die Ausrüstungsgegenstände und persönlichen Waffen aufgelistet, die an die Rekruten abgegeben wurden. Laut diesen Tabellen wurde das Faschinenmesser 75/15 in den Jahren 1918 bis 1925 an Rekruten der Artillerie abgegeben. Ab 1921 erhielten die Kanoniere das Sägebajonett 14. Das Faschinenmesser 75/15 wurde ab 1921 nur noch an die Sanität, an Train, Hufschmiede und Trompeter und Sattler der Feldbatterien sowie Train, Hufschmiede und Sattler bei den Füsilier- und Schützen-Bataillonen abgegeben. 1926 bis 1932 wurden Train, Fahrer der Scheinwerfertruppen, Hufschmiede, Trompeter und Sattler der Feld- und Verpflegungstruppen ohne Mitrailleure und Artillerie sowie die Sanitäts- und Motorwagentruppen mit dem Faschinenmesser 75/15 ausgerüstet.

Das Faschinemeser 75/15 wurde 1933 letztmals und nur noch an Rekruten der Sanität und Feldpost abgegeben.
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  • Faschinenmesser 75-15 mit TT 98.jpg
  • Of 1867 - FaschMesser 75-15 006.jpg

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Montag, 28. Dezember 2015, 17:45

Nachtrag: Diese Faschinenmesser wurden entweder von der WAFFENFABRIK NEUHAUSEN oder von HÖRSTER SOLINGEN geliefert. Die Faschinenmesser von Hörster erkennt man schon am Griff, weil die Hörster-Faschinenmesser vorstehende Nieten am Griff aufweisen. Meines Wissens wurden sämtliche Faschinenmesser 75/15 in den Jahren 1916 und 1917 ausgeliefert. Entsprechen ist auf den Klingenwurzeln das Auslieferungsjahr mit 16 oder 17 angegeben. Da diese Faschinenmesser erst etwa fünf Jahre nach ihrer Bestellung abgeben wurden, weil in der Schweiz immer die zuerst die Vorräte an alter Ordonnanz aufgebraucht werden mussten, findet sich dieser Faschinenmessertypus auf keinen Abbildungen aus dem Ersten Weltkrieg.
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  • 042.JPG (4,27 MB - 8 mal heruntergeladen - zuletzt: 26. Oktober 2017, 17:36)

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