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Waffenmeister

unregistriert

1

Donnerstag, 5. Oktober 2006, 19:26

Stempel auf Kavallerieoffizierssäbel M52

Hallo!
Ich bin gerade dabei, im Auftrag einen preußischen Kavallerieoffizier-Korbsäbel Modell 52 zu entrosten. Der Säbel entspricht genau dem bei Gerd Maier beschriebenen vorschriftsmäßigen Ausführung für Offiziere.
Nach geraumer Zeit des Einatmens von Roststaub kam nun der unten abgebildete Stempel, auf der Aussenseite des Korbes zum Vorschein. Wie könnte man ihn deuten?

WM

Waffenmeister

unregistriert

2

Freitag, 6. Oktober 2006, 05:50

Guten Morgen allerseits.
Ich glaube kaum, daß folgender Hinweis zur Antwort beiträgt, möchte es aber nicht versäumen, den (oder die) Hersteller des Säbels zu erwähnen. Auf einer Seite der Fehlschärfe ist der Stempel von "Clemen & Jung" zu erkennen und auf der anderen Seite der Schriftzug "E. & H. Neuhaus, Solingen". Ob Neuhaus hier als Händler oder "Zusammenbauer" anzusehen ist, bleibt mir verborgen. Hinweise zur Aufklärung sind mir auch lieb.

Die von mir in der Eingangsfrage erwähnte "vorschriftsmäßige Ausführung für Offiziere" habe ich anhand der doppelten Drahtwicklung des Griffes ausgemacht. Maier erwähnt allerdings auch die Ähnlichkeiten mit Mannschafts-Extrasäbeln dieses Modells. Die Klinge mißt aber 32 mm in der Breite. So etwas Schweres als Extrasäbel kann ich mir nicht so recht vorstellen.

Gruß WM

3

Freitag, 6. Oktober 2006, 09:19

RE: Stempel auf Kavallerieoffizierssäbel M52

Zitat

Original von Waffenmeister
Nach geraumer Zeit des Einatmens von Roststaub ...


Bitte bei OBI, Bauhaus, Hage- oder TOOM-Baumarkt oder sonstwo einen Mundschutz kaufen, wir freuen uns über jedes Mitglied, das sich guter Gesundheit erfreut! ;)


Zitat

Original von Waffenmeister
... kam nun der unten abgebildete Stempel, auf der Aussenseite des Korbes zum Vorschein. Wie könnte man ihn deuten?


LG steht für Landgendarmerie.

Zitat

Auf einer Seite der Fehlschärfe ist der Stempel von "Clemen & Jung" zu erkennen und auf der anderen Seite der Schriftzug "E. & H. Neuhaus, Solingen". Ob Neuhaus hier als Händler oder "Zusammenbauer" anzusehen ist, bleibt mir verborgen. Hinweise zur Aufklärung sind mir auch lieb.


Die Firma Neuhaus hat das Firmenzeichen (Schild) der Firma Clemen & Jung zu einem, mir im Moment aber leider nicht einfallenden Zeitpunkt übernommen. Deshalb der scheinbare Widerspruch.

Zitat

Die von mir in der Eingangsfrage erwähnte "vorschriftsmäßige Ausführung für Offiziere" habe ich anhand der doppelten Drahtwicklung des Griffes ausgemacht.


Ich vermute mal im Klingenrücken, auf Höhe der Fehlschärfe, eine Abnahmepunze (überkrönter Buchstabe). Möglicherweise sind solche auch an anderen Stellen, wenn sie nicht beim Entrosten abgeschliffen wurden. Dann handelt es sich um eine dienstlich bereit gestellte Waffe für Portepeeunteroffiziere (Feldwebel bzw. Wachtmeister-Dienstgrade), also keine "Extrawaffe". Bitte um Bestätigung bzw. Verneinung der Punze.
Die Portepeeunteroffiziere trugen in Preußen das Blankwaffenmodell "ihrer" Offiziere. Daher erklärt sich das "offiziermäßige" von selbst.
Auf jeden Fall handelt sich hier um einen Kavallerie-Offizier-Säbel M 52.

Gruß

Schwertfeger
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

Waffenmeister

unregistriert

4

Freitag, 6. Oktober 2006, 09:27

RE: Stempel auf Kavallerieoffizierssäbel M52

Zitat

Original von Schwertfeger
Ich vermute mal im Klingenrücken, auf Höhe der Fehlschärfe, eine Abnahmepunze (überkrönter Buchstabe). Möglicherweise sind solche auch an anderen Stellen, wenn sie nicht beim Entrosten abgeschliffen wurden. Dann handelt es sich um eine dienstlich bereit gestellte Waffe für Portepeeunteroffiziere (Feldwebel bzw. Wachtmeister-Dienstgrade), also keine "Extrawaffe". Bitte um Bestätigung bzw. Verneinung der Punze.


Hallo Schwertfeger.
Vielen Dank für Deine umfassende Antwort. Die Punzen kann ich guten Gewissens verneinen. Die Klinge ist, im Gegensatz zu den "äußeren" Metallteilen in einem hervorragenden Zustand. Diese ist, ausser den Herstellerzeichen, völlig nackt. Auf den anden Metallteilen sind auch keine Abnahmepunzen zu deuten, ausser auf Scheide und Mundblech jeweils eine "8".

WM

5

Freitag, 6. Oktober 2006, 09:43

Während "Waffenmeister" den (meinen) Säbel bearbeitet und den Staub durch seine Nase filtert habe ich in Gerd Maier 's "Preußische Blankwaffen" gestöbert, weil diese Literatur hier erwähnt wurde, und auf der Seite 579 folgende Textsequenz gefunden.
Zitat Anfang: „ Ein weiteres Muster* (Anmerkung Zieten: *vom Kavallerie-Offiziersäbel M52), dessen Fischhautgriffhülse von nur zwei verdrillten Silberdrähten umwunden wird, ist auf der Fehlschärfe mit „Carl Eickhorn, Solingen“ markiert. Truppenstempel auf dem Gefäß: „L. G.“ (Leib-Gendarmerie? Land-Gendarmerie? Leib-Gardehusaren? ).“ Zitat Ende

Demnach ist Schwertfegers Hinweis auf die Landgendarmerie schon mal eine Selektion der in oben genanntem Werk aufgezählten Möglichkeiten.

Laut Herstellerangabe auf dem Säbel, den "Waffenmeister" gerade in Bearbeitung hat, kann erstmal ausgeschlossen werden, dass es sich um dieselbe Waffe handelt.
Sollte es sich bei den Buchstaben um eine Trägerinitiale handeln, so wäre es Zufall, daß diese genau mit dem bei Maier beschriebenen Säbel übereinstimmt. Unmöglich ist es natürlich nicht. Die Größe und Anordnung der Buchstaben lassen aber einwandfrei einen Truppenstempel erkennen.

Gruß,
Thomas

6

Freitag, 6. Oktober 2006, 10:33

Ordonanzwaffe ist für mich immer was schönes.wenn es denn so ist.Bin auf die fertige Waffe gespannt, hab auch noch einen" leicht" angerostetes Stück zu liegen, aber ein anderes Modell. Koppelschloß könnte es erraten.wiedermal ein ... Gruß mario

7

Freitag, 6. Oktober 2006, 12:07

RE: Stempel auf Kavallerieoffizierssäbel M52

Zitat

Original von Waffenmeister
Die Punzen kann ich guten Gewissens verneinen.


Okay. Dann haben wir hier die Alternative, also einen privat beschafften Säbel, der anscheinend den dienstlichen - zumindest weitgehend - entspricht. Den Vergleich muß aber der Eigentümer oder der Besitzer anstellen.

Anmerkung zu der von Zieten zitierten Textstelle. Das Werk ist aus den 70er Jahren und gibt den damaligen Wissensstand seines Verfassers wieder. Die Frage nach der unterschiedlichen Auflösung des L.G. Stempels stellt sich heute - nach 30 Jahren - nicht mehr.
  • Die Stempelvorschrift klärt auf, daß die Waffen der Leib-Gardehusaren mit G.H. gestempelt werden und
  • es ist aus den einschlägigen Veröffentlichungen bekannt, daß die Wachtmeister der Leib-Gendarmerie nur den Kavallerie-Offizier-Interimssäbel (also Löwenkopfsäbel - und soweit nicht beim II. Zug der besondere Pallasch angelegt wurde) führten.


Gruß
Schwertfeger
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

Waffenmeister

unregistriert

8

Freitag, 6. Oktober 2006, 13:34

RE: Stempel auf Kavallerieoffizierssäbel M52

Zitat

Original von Schwertfeger

Zitat

Original von Waffenmeister
Die Punzen kann ich guten Gewissens verneinen.


Okay. Dann haben wir hier die Alternative, also einen privat beschafften Säbel, der anscheinend den dienstlichen - zumindest weitgehend - entspricht. Den Vergleich muß aber der Eigentümer oder der Besitzer anstellen.


Danke, Schwertfeger, er wird sich bestimmt darum kümmern.
Beim Putzen sind weitere Stempel sichtbar geworden. Es handelt sich jeweils um eine "2" (siehe Bild 1 und 2), die sich einmal auf der Fehlschärfe, unter dem Stoßleder verbarg und sich nochmals auf dem Griffring befindet. Diese Zahlen sind aber für die weitere Identifizierung uninteressant und sollte nur mal kurz erwähnt sein.

Ich habe auch den, inzwischen recht undeutlich gewordenen, Truppenstempel auf der Scheide gefunden (siehe Bild 3). Er befindet sich direkt unter der Mundblechschraube.

WM

9

Freitag, 6. Oktober 2006, 14:28

RE: Stempel auf Kavallerieoffizierssäbel M52

Zitat

Original von Schwertfeger
...
Anmerkung zu der von Zieten zitierten Textstelle. Das Werk ist aus den 70er Jahren und gibt den damaligen Wissensstand seines Verfassers wieder. Die Frage nach der unterschiedlichen Auflösung des L.G. Stempels stellt sich heute - nach 30 Jahren - nicht mehr.
...
Gruß
Schwertfeger


Die Zeit ist reif für die neue, korregierte Auflage :D
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

10

Freitag, 6. Oktober 2006, 15:18

RE: Stempel auf Kavallerieoffizierssäbel M52

Zitat

Original von le Hussard
Die Zeit ist reif für die neue, korregierte Auflage :D


So ist es, nur wer macht es oder soll es machen? Das ist das Problem! :rolleyes:
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)