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1

Donnerstag, 12. Mai 2005, 21:48

Unbekanntes Faschinenmesser

Hat jemand eine Ahnung, um was für ein Faschinen-Messer es sich hierbei handeln könnte. Es entspricht fast genau dem franz. Modell 1816, ist aber lt. Signatur hergestellt von "Gebr. Weyersberg Fabricanten" und "in Solingen"

Gruss
blankhans

[IMG]http://www.hosting-place.de/upload/0505/FM 1816.jpg[/IMG]

2

Donnerstag, 19. Mai 2005, 09:00

Hallo "blanhans"

bei der gezeigten Waffe handelt es sich um das:

Faschinenmesser, kantonale Ordonnanz, um 1840

Diese Faschinenmesser wurden, wie hier zu sehen, von Weyersberg aber auch von der "Manufacture Impériale de Klingenthal, Coulaux frères" bezogen.

Geführt wurde es bei der Artillerie und der Genie (entspricht unseren Pionieren).

Das Zeughaus in Aarau soll - angeblich - eine größere Anzahl davon besitzen. Hinweis: Es gibt in der Schweiz auch leicht variante Exemplare von dem Modell.

Gruß in den Rheingau
"Schwertfeger"
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

3

Donnerstag, 19. Mai 2005, 14:54

Hallo Schwertfeger,danke für die Info. An die Schweiz hatte ich auch schon gedacht. Aber die beiden Stücke, die ich in den Fischer-Katalogen als M 1840 gefunden hatte, unterschieden sich etwas von meinem. Die Form der Parierstange und der Tragehaken an der Scheide waren unterschiedlich. Weitere Literatur liegt mir leider nicht vor.

Gibt es noch andere Abbildungen von diesem Modell? Vielleicht findet ja leHussard in seinem neuen Buch über die Bewaffnung der Schweizer noch etwas Entsprechendes.

Meine Überlegungen gingen eigentlich in Richtung Bayern. Lt. Maier wurden dort verschiedene Versuchsmuster getestet, bevor das neue Pionier-Modell 1827 eingeführt wurde. Eines entspricht ziemlich genau meinem Stück, hat aber ein Eisengefäss.

Es muss zwar nichts bedeuten, aber das Bandelier hat auf der Innenseite eingeprägt die Jahreszahl "1827" in einem Rechteck!?!

Bin weiterhin für alle Tips und Anregungen dankbar.

Gruss
blankhans

4

Donnerstag, 19. Mai 2005, 17:42

Zitat

Original von blankhans
Aber die beiden Stücke, die ich in den Fischer-Katalogen als M 1840 gefunden hatte, unterschieden sich etwas von meinem.
Gibt es noch andere Abbildungen von diesem Modell?
Lt. Maier wurden dort verschiedene Versuchsmuster getestet, bevor das neue Pionier-Modell 1827 eingeführt wurde. Eines entspricht ziemlich genau meinem Stück, hat aber ein Eisengefäss.


Hallo "blankhans",

erlaube mir zunächst die Bemerkung, daß eine Hilfestellung nur so gut sein kann, wie die vorgegebenen Informationen es erlauben.

Konkret:
- die Fotos sind qualitativ unstreitig gut, doch geben sie nicht hinlänglich Auskunft;so wird - zumindest an meinem Monitor - nicht deutlich, ob die Scheide eine Trageöse oder einen Tragehaken besitzt,
- die Maße der Waffe fehlen auch der Fragestellung,
- die Angabe, ob außer der Weyersberg-Inschrift noch irgendwelche Stempel oder Markierungen existieren, wäre ebenfalls hilfreich.

Nun zu den Aussagen:
Ob ein Katalog eines Auktionshauses als Referenz herangezogen werden kann, darüber läßt sich zumindest streiten. In vielen Fällen mag das angehen, doch werden dort auch häufig mehr oder weniger verkaufsfördernde "Geschichten" erzählt. Ich ziehe da z. B. die Beschreibungen eines bekannten Fachhändlers aus dem Rheingau vor. Ansonsten vertraue ich eher einem anerkannten Fachbuch. (Vielleicht ist das ja auch mal ein Thema für dieses Forum?)

In dem Buch über die schweizer "Griffwaffen" ist das Modell abgebildet. Es entspricht dem auf den Fotos weitestgehend. Der Hersteller (dort: Klingenthal) ist anders. Die Autoren geben jedoch auch Weyersberg an. Der Schriftstil von Klingenthal entspricht übrigens dem von Weyersberg - oder umgekehrt. Bei den Schweizern kommt übrigens auch Weyersberg mit Königskopfmarke vor.
Die Frage des Tragehakens müssen wir noch klären! Bitte Info!
Über die Möglichkeit, ein Bild des Schweizer FaschM aus dem Buch zu sehen, schicke ich noch eine PN.

Nun zu dem Aspekt Bayern.
Zunächst ist festzustellen, daß bei Maier (Bd. 3, S. 579) die entsprechende (Versuchs-)Waffe - wie oben erwähnt - aus Eisen ist. Ein Klingenhersteller konnte nicht ausgemacht werden. Die Scheide sieht auch anders aus, siehe: Tragehaken und Form Ortblech.
Was hat die Waffe auf dem Foto mit der bei Maier gemein? Allenfalls die Grundform des Gefäßes und vielleicht (!) die Ausgestaltung Klinge.
Die Versuchswaffen auf den folgenden Seiten entsprechen dann auch vom Gefäß (Rillen im Griff statt Schuppen) her nicht mehr.
Mir bleibt dazu nur die Schlußfolgerung, daß die Waffe auf dem Foto mit dem bayerischen bei Maier deutlich weniger Gemeinsamkeiten aufweist, als mit dem schweizer.
Ich hoffe nicht, daß bei der Annahme von Bayern der Wunsch der Vater des Gedankens ist.

Zum Schluß muß ich klarstellen, daß dieses Waffenmodell in diversen Ländern offensichtlich vorhanden war. Es ist nicht auszuschließen, daß es auch aus einem anderen Land stammt. Schließlich haben die Solinger (und ihre Konkurrenten) überall in der Welt Geschäfte gemacht, wobei sich die Exportwaffen manchmal nur geringfügig unterschieden.

Gruß
"Schwertfeger"
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

5

Donnerstag, 19. Mai 2005, 18:42

Hallo Schwertfeger,

danke für die Bemühungen und den Rheingauer Fachhändler. Diese Abbildung (kann jetzt gelöscht werden) stimmt mit meinem Faschinenmesser überein.
Der Tragehaken an der Scheide ist der einzige Unterschied.

Ausser der Weyersberg Signatur sind keine weiteren Marken vorhanden. Hier noch die Abmessungen:

Gesamtlänge................660 mm
Messerlänge.................640 mm
Klingenlänge................490 mm
Klingebreite (max.)........44 mm

Schweiz wäre mir übrigens auch recht, wenn ich es einwandfrei nachweisen kann.

Gruss
blankhans

6

Donnerstag, 19. Mai 2005, 18:58

Hallo "blankhans",

ich bleibe diesbezüglich gern auch weiter "am Ball". Wenn es neue Erkenntnisse gibt, läßt sich das ja auch klarstellen.

Ich gehe jetzt davon aus, daß die Waffe auf dem Foto einen Tragehaken - also keine Trägeöse - besitzt. Falls ich falsch liege, bitte korrigieren, sonst ist es okay.

Das mit dem "Rheingauer Fachhändler" muß ja auch mal gesagt werden!

Gruß
"Schwertfeger"
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

7

Donnerstag, 19. Mai 2005, 21:28

Hallo Schwertfeger,

bin, wie bereits gesagt, über jede weitere Info dankbar. Tragehaken ist OK.

Gruss
blankhans