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1

Mittwoch, 22. Juni 2005, 13:36

Reichsbeamtendegen

Hallo,

da noch niemand hier etwas eingestellt hat, mache ich mal den Anfang. Bin seit einer Woche der glückliche Besitzer eines Reichsbeamtendegens.
Das ist praktisch dasselbe Modell wie der preußische Staatsbeamtendegen, Vgl. Beitrag von Zieten Staatsbeamtendegen nur mit Reichsadler auf dem Stichblatt.

Im Unterschied zu Zieten's Degen hat meiner eine Stahlscheide, die emailliert wurde. Die Klinge hat eine Hohlkehle und ist mit Waffen und TRophäen sowie Ranken geätzt
»Infanterieoffizier« hat folgendes Bild angehängt:
  • Beamt_Griff1b.jpg
Non soli cedit!

2

Mittwoch, 22. Juni 2005, 13:38

Und noch das Stichblatt
»Infanterieoffizier« hat folgendes Bild angehängt:
  • Beamt_Stichblatt2b.jpg
Non soli cedit!

3

Mittwoch, 22. Juni 2005, 15:35

Reichsbeamtendegen

Hallo Frank,

gratuliere zu der Neuerwerbung!

Kontest Du Dich mal mit der Frage beschäftigen, wer/wann eine weiße oder eine scharze Scheide bei dem Degen geführt hat?

Gruß
"Scvhwertfeger"
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

4

Mittwoch, 22. Juni 2005, 16:01

Hallo Schwertfeger,

habe leider keine Ahnung, wann welche Scheide geführt wurde.

Hermann Historica hat aber in der letzten Auktion einen Staatsbeamtendegem mit derselben weißen Scheide, es kann also nicht am Unterschied Preußen vs Reich gelegen haben.

Frank
Non soli cedit!

5

Donnerstag, 23. Juni 2005, 22:06

Hoffentlich es hilft Euch beiden weiter:
im Buch "Die deutschen Reichs- und Königlich Preußischen Staats- und Hof-Beamten Uniform" von 1897 steht, dass zum Degen für deutsche Reichsbeamten gehört vorschriftmäßig eine weiß lakierte Lederscheide mit vergoldeten Beschlägen. Gerd Maier schreibt noch dazu, dass die schwarze Lederscheide war meist von den Herstellern beigefügt. Leider seit wann wurde Stahl-Scheide im Gebrauch habe ich nicht rausgefunden.

Für preussische Staatsbeamte sieht es etwas anders aus:
bei dunklen Beinkleidern sollte schwarze Scheide, und bei hellen - weißlakierte Scheide getragen werden. Der Degen für preussische Staatsbeamte war für alle Beamten der acht Rangklassen vorschriftmäßig - für Staatsminister, Botschafter und Gesandte, bevollmächtige Minister, Ministerresidenten, Geschäftsträger, Gesandschaftsattasches, Legations-Sekretäre, General-Landschafts und Landschafts-Direktoren, Landschafts- und Ritterschaftsrätte, Präses und Vorsitzende landvirtschaftlicher Kreditvereine und Landesälteste. Der Degen wurde auch statt des Kammerherrendegens von Hof-Würdenträger und Hofstaat-Sekräteren geführt.

Ich gehe aber stark davon aus, da die Reichbeamten, genauso wie Staatsbeamten, bei dunlen Beinkleidern schwarze Scheide, und bei hellen - weißlakierte Scheide getragen.
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

6

Freitag, 24. Juni 2005, 12:02

Hallo Hussard,

das ist ja super. Klasse. Man kann sich auf Dich verlassen....

Gibt es denn in Deinem Buch irgendwelche Hinweise,

Welche Beamten weiße bzw. schwarze Beinkleider getragen haben? (Vielleicht gab es da ja Unterschiede in den Uniformen je Rang)

Oder zu welchen Anläßen / bei welchen Uniformen weiße bzw. schwarze Beinkleider getragen wurden?

Danke,

Frank
Non soli cedit!

7

Freitag, 24. Juni 2005, 12:22

Der Weyersberg-Katalog gibt nur folgendes Bild her.

Gruß,
Thomas
»Thomas« hat folgendes Bild angehängt:
  • DSCF1652.jpg

8

Freitag, 24. Juni 2005, 12:24

Bestimmt, aber jetzt muss ich wegen Euch wieder zur Bibliothek :D wird aber nächste Woche sein, da ich das Buch wieder bestellen muss.
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

9

Freitag, 24. Juni 2005, 14:57

@ Le Hussard

Zunächst besten Dank für Deine Recherche und Ausführungen. Ich glaube das hat uns geholfen!

Das mit der Bibliothek machst Du doch gerne - oder? ;)
{Kein Abwasch, kein Essen kochen usw. usw.}


@ Thomas

Der Vergleich der beiden Stichblätter ist hier ganz praktisch. Auch Dir sei gedankt!

Gruß

"Schwertfeger"
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

10

Donnerstag, 30. Juni 2005, 18:53

Ich habe Euch nicht vergessen, aber in der Bibliothek gibt es z. Zeit "große EDV-Umbau" und ich bekomme das Buch nur die nächste Woche. Bitte ein bisschen Geduld :)
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

11

Dienstag, 5. Juli 2005, 19:45

Folgendes kann ich über „Beinkleidung“ berichten:
(Schreibweise so gelassen, wie im Buch)

Die große Gala-Uniform des Staats-Minister und der diplomatischen Chargen:
1. Staats-Minister: Bei großer Gala von weißem Casimir , bei halber Gala von dunkelblauem Tuch.
2.Botschafter und Gesandte an auswärtigen Höfen mit dem Prädikat „Exzellenz“ - wie unter 1
3.Botschafter und Gesandte an auswärtigen Höfen ohne dem Prädikat „Exzellenz“ - wie zu 2
4.Ministerialresidenten und wirklich bleibende Geschäftsträger - wie unter 3

Die kleine Gala-Uniform des Staats-Minister und der diplomatischen Chargen:
1.Staats-Minister: von blauem Tuch
2.Botschafter und Gesandte an auswärtigen Höfen mit dem Prädikat „Exzellenz“ - wie unter 1
3.Botschafter und Gesandte an auswärtigen Höfen ohne dem Prädikat „Exzellenz“ - von blauem Tuch

Die Gala-Uniform der acht Rangklassen der Hofrangordnung – gemeinsam für alle Beamten:
Beinkleider von weißem Casimir bezw. von blauem Tuch :) (das finde ich persönlich ganz lustig)
Degen nach Muster mit einem Stichblatt, Griff mit Perlmutter belegt. Weiß lackierte bezw. bei dunklen Beinkleidung schwarz lackierte Lederscheide, Portepee von Gold mit Seide in den preußischen Farben
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

12

Mittwoch, 6. Juli 2005, 10:04

Vielen Dank für Deine Mühen. Sehr hilfreich.

Ist schon interessant, wozu es alles Vorschriften gab;-)

Das bedeutet aber dass
- grundsätzlich alle Beamten, ob Preußen oder Reich und egal von welchem Rang sowohl weiß als auch blau getragen haben
- im Prinzip weiß die Farbe für die "wichtigeren" Anlässe war

Oder habe ich da was falsch verstanden?

Und wieso bietet WKC dann den Staatsbeamtendegen nur mit schwarzer Scheide an (Und es gibt welche mit weißer Scheide, jedenfalls den einen bei Hermann Historica)?

Viele Grüße,

Frank
Non soli cedit!

13

Mittwoch, 6. Juli 2005, 11:27

Habe ich was falsch verstanden?

Zitat

Original von fwachtler
Das bedeutet aber dass
- grundsätzlich alle Beamten, ob Preußen oder Reich und egal von welchem Rang sowohl weiß als auch blau getragen haben
- im Prinzip weiß die Farbe für die "wichtigeren" Anlässe war


Dieser Rückschluß ist nicht zulässig. Weiß nur da, wo es (ausdrücklich) erlaubt war, z. B.
beim Galaanzug für große Gala = ja,
bei der Interims-Uniform = nein.

Zitat

Und wieso bietet WKC dann den Staatsbeamtendegen nur mit schwarzer Scheide an (Und es gibt welche mit weißer Scheide, jedenfalls den einen bei Hermann Historica)?


;) Wenn sie den Degen von Weyersberg nicht mit weißer Scheide bekamen, haben sie einen z. B. von Alexander Coppel gekauft. Siehe angefügtes Bild. ;)

Spaß beiseite, wenn der Beamte einen Degen mit weißer Scheide verlangte, bekam er ihn auch so.
In den "Musterbüchern" (die Werke hießen übrigens nicht Kataloge!) waren eben Muster von käuflich erwerbbaren Blankwaffen angeboten, Abänderungen wurden aber nach Wunsch (und ggf. Geldbeutel) geliefert.

Gruß
"Schwertfeger"
»Schwertfeger« hat folgendes Bild angehängt:
  • BeamtDeg.jpg
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

14

Mittwoch, 6. Juli 2005, 12:04

Schwertfeger hat schon richtig beantwortet. Es gab unterschiedliche Vorschriften für die Beinbekleidung. Einigen was es überhaupt nicht erlaubt weiße Beinbekleidung zu tragen, andere haben bei Große-Gala-Uniform Lederhosen gehabt, wiederum als Interimsuniform – aus dunkelblauem Tuch.
Ich habe mir das Buch kopiert (keine Lust noch mal bei Fragen zur Bibliothek gehen) wenn jemand eine nicht sehr gute und ungebundene Kopie haben will, kann per PN bei mir bis Freitag bestellen. Am Samstag gebe ich alles zum Binden ab.
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!