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1

Mittwoch, 27. August 2008, 12:50

Säbel der russischen Grenadiere Ende 18. Jahrh.

Hallo Sammelfreunde,

heir mein Grenadiersäbel. Dieser befindet sich allerdings im Fundzustand und dieser ist nicht der aller Beste. Aber ich beabsichtige auch nicht dort noch mehr Material abzutragen.
Das Gefäß wie gewohnt mit herzförmigen Stichblatt, an dessen Ende sich noch der Rest der Parierstange anschließt. Auf diesem Ende noch undeutlich zu erkennen die Adlermarke. Das Griffstück, aus zwei Teilen verlötet, einseitig mit einer angedeuteten Wicklung, der Knauf ebenfalls aus zwei Teilen und verlötet mit aufgesetztem Vernietknauf.
Die Klinge noch ca. 65 cm lang und 3,2 cm breit mit beiseitiger Hohlkehle. Hier sind aber die Gravuren nur noch zu erahnen und keinesfalls mehr zu deuten.
Die Scheide offensichtlich alt aber nicht dazugehörig.

Trotz der Mängel für mich en schöner und interrssanter Säbel, da er auch mein Einziger aus Russland ist.

So nun viel Spass beim betrachten:-)

Jens

2

Freitag, 29. August 2008, 09:05

Hallo Behri, kannst Du bitte die Adler-Markierung zeigen?
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

3

Montag, 1. September 2008, 21:19

Nach dem ich es nun zichfach probiert habe, mus ich bzw. meine Kamera passen. Auf dem zweiten Bild kann man den Stempel bei Vergrößerung erahnen. Bei Licht und im richtigen Winkel sieht man den Adler. Aber ablichten kann ich ihn leider nicht so gut. Da ich aber bei einem Sammelfreund ein identisches Stück habe, ließ sich ein Vergleich recht gut bewerkstelligen. Von dieser Marke aber mal ein Bild!

Jens

4

Montag, 1. September 2008, 22:43

Danke
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

5

Mittwoch, 7. Januar 2009, 21:42

Feldfund

Hallo.

Inspiriert durch den Beitrag von Behri, möchte ich auch meinen russischen Grenadiersäbel Ende 18. Jahrhundert (ausgehend wohl M1783) einstellen.

Gleich vorweg, er ist kein Schönling aber eben ein echter Feld od. Bodenfund und das noch dazu genau aus der Region in der ich lebe.
Anbei, wollte ihn nicht in der Rubrik Bodenfund einstellen - man möge mir verzeihen.

Gefunden in den '30er Jahren, gut versteckt und über kurzem Umweg zu mir kommend ist er nicht nur mein erster Säbel gewesen sondern wird wohl aus nostalgischen Gründen als mein einziger Ausländer verbleiben.

Die Keilklinge, an der Spitze etwas an Material vermissend und demnach abgerundet, ist stark (aber gleichmässig) patiniert und am Gefäß fehlt das Parierstangenende.
Stempelungen am Griffbügel beidseitig sicht aber (für mich) nicht erkennbar - quartseitig ist am ehesten die Zahl 8 zu sehen.
Ohne Scheide.

Abmasse:
GS-790mm
KL-637mm
KB-34mm

Gruß
Rainer
REGNUM NORICUM

6

Donnerstag, 8. Januar 2009, 17:20

Hallo Rainer!
Tolle Sache, dein alter Russe, aber da müssen jetzt die Russen-Experten ran!
Gibt es irgendeine Erklärung (Schlachtfeld usw usw) wie dein Säbel dort hingekommen sein könnte?
nochmals Gratulation zu deinem "Erstling"!
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

7

Donnerstag, 8. Januar 2009, 23:33

Hallo Gerhard.

Danke für die Würdigung meines Russen.
Er ist ja wie zu sehen nur bedingt Sammlerwürdig.
Aber eben für mich - Erstlingsstück, Feldfund....usw...hat er was.

Schlachtfeld? Habe bis Dato keine bestimmenden Infos darüber einholen können.
Belegt ist, das in meiner Heimatstadt die Franzosen durchgezogen sind auf ihrem Weg nach Wien (1809). Zu jener Zeit eben (Napoleonische Feldzüge) haben sich mehrere Verbündete speziell in Deutschland aber auch in Österreich auf deren Boden bewegt. Wie du sicherlich Wissen wirst hatte Österreich zb. mit Russland eine Koalition von ca. 1790 bis 1805 gegen Napoleon (Frankreich). Zuletzt dann mit England, Russland und den Schweden.
Dann später (1813) kamen die Befreiungskriege, wieder im Bund mit Preußen,England,Russland und Schweden die dann mit der Völkerschlacht zu Leipzig (an der sich dann auch die Bayern den Verbündeten anschlossen) Napoleons Macht brachen.

Zuviel Geschichte........

Habe ehrlich keine Ahnung wie dieser Russe auf einen Acker meiner Heimatregion kam, vielleicht wie so oft, einfach eine Beutewaffe.....

Gruß
Rainer
REGNUM NORICUM

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »NOREIA« (8. Januar 2009, 23:42)


8

Freitag, 9. Januar 2009, 16:11

hallo NOREIA,

zu Deiner Aussage "Er ist ja wie zu sehen nur bedingt Sammlerwürdig."

Ich habe in meiner Sammlung ein paar Stücke, die bestimmt nicht besser sind und an denen ich trotzdem meine Freude habe. So ein, in mit Sicherheit in allen Teilen originales und unverbasteltes Stück, ist einem auf Hochglanz poliertem Teil vorzuziehen. Natürlich gibt es immer einen, der gerade diesen Säbel in etwas besserem Zustand hat. Aber kein Neid, Deiner war dafür auch etwas günstiger. Andererseits muss man nach der Zeit 200 Jahre auch mal Abstriche am Zustand machen. Die Dinger hingen ja nicht nur an der Wand sondern wurden erst als Waffe und dann meist auch noch als Werkzeug gebraucht. Überleg mal, wie lange jemand zu Fuß mit dem Säbel an der Seite von Moskau bis zu Dir unterwegs war - und da war nix mit schnell mal an der Zentralheizung troknen. Es muss keine Beutewaffe sein, die Russen sind mit bis Frankreich marschiert.
Also freue Dich, ein schöner Säbel, der mit Sicherheit viel erzählen könnte.
Gruß
Rothbarsch

9

Samstag, 10. Januar 2009, 14:42

Hallo Rothbarsch.

Wegen der Sammlerwürdigkeit bin ich eigendlich vollens deiner Meinung, vielmehr sprichst du mir aus der Seele.
Bemerkt habe ich dieses nur weil vielleicht nicht alle so denken, aber für mich eben (und auch für andere offenbar) hat er sehrwohl einen nicht unwichtigen Stellenwert. Und das nicht nur weil er mein Erster war sondern weil er auch wie du schon bemerktest, wirklich im Kampf geführt bzw gebraucht wurde.
Dazu passend möchte ich erwähnen das die Klinge immer noch scharf ist.

Interessant deine Auskunft das die Russen bis nach Frankreich marschiert sind,
konnte ich noch nicht nachlesen (bezog meine Infos zb. aus, Des Kaisers Reiterrei v. Georg Schreiber).

Danke für deinen Beitrag,
gruß
Rainer
REGNUM NORICUM

10

Samstag, 10. Januar 2009, 19:40

Zitat

Original von NOREIA
Hallo Rothbarsch.

Wegen der Sammlerwürdigkeit bin ich eigendlich vollens deiner Meinung, vielmehr sprichst du mir aus der Seele.
Bemerkt habe ich dieses nur weil vielleicht nicht alle so denken, aber für mich eben (und auch für andere offenbar) hat er sehrwohl einen nicht unwichtigen Stellenwert. Und das nicht nur weil er mein Erster war sondern weil er auch wie du schon bemerktest, wirklich im Kampf geführt bzw gebraucht wurde.
Dazu passend möchte ich erwähnen das die Klinge immer noch scharf ist.

Interessant deine Auskunft das die Russen bis nach Frankreich marschiert sind,
konnte ich noch nicht nachlesen (bezog meine Infos zb. aus, Des Kaisers Reiterrei v. Georg Schreiber).

Danke für deinen Beitrag,
gruß
Rainer


Hallo!

Die Russen sind übrigens 1799 auch durch Süddeutschland,Italien, die Alpen und die Schweiz marschiert! :D

Gruss,
Scharnhorst

11

Dienstag, 13. Januar 2009, 15:55

hallo NOREIA,

lese doch mal das folgende Buch:
Joseph Schrafel, J.: Des Nürnberger Feldwebels Joseph Schrafel merkwürdige Schicksale im Kriege gegen Tirol 1809, im Feldzuge gegen Russland 1812 und in der Gefangenschaft 1812 bis 1814
In diesem und ähnlichen Büchern sind die Tagebücher von Kriegsteilnehmern / einfachen Soldaten beschrieben und man kann sich vorstellen, wie hart das Leben damals war.
Das von Dir angeführte Buch: Des Kaisers Reiterrei v. Georg Schreiber ist sehr aus Sicht der Österreicher geschrieben.
Gruß
Rothbarsch

12

Dienstag, 13. Januar 2009, 20:02

Hallo Rothbarsch.

Ja klar das Buch von Schreiber ist Österreich bezogen aber ich bin ja auch ein Ösi.
Das von dir genannte Buch v Joseph Schrafel hört sich nach Tatsachenbericht an und ist demnach wirklich interessant.....

Werde wieder einmal das ZVAB (ZentralArchivAntikerBücher) besuchen müssen.
Vielleicht werde ich fündig, und vor 200 Jahren spielte es ohnehin nur bedingt eine Rolle ob Deutsch oder Österreich......

Danke für den Tip.

@Scharnhorst
Danke für dein Posting, hast du vielleicht auch den einen oder anderen Buchtip für mich?

Gruß
Rainer
REGNUM NORICUM