Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Blankwaffenforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Freitag, 30. Januar 2009, 18:44

Offizierssäbel für k.k. Landwehr-Gebirgstruppen M 1907

Liebe Sammlerfreunde!
In Ergänzung zum Beitrag --siehe hier;
http://www.blankwaffenforum.de/thread.ph…19971#post19971
darf ich vollständigerweise meinen

Offizierssäbel für k.k. Landwehrgebirgstruppen M1907
präsentieren:
GL: 50 cm
GloS 48, 5 cm
KL: 35 cm
KB: 2, 7 cm
Marken: keine
Der Säbel ist vernickelt, die ganz gerade Klinge zeigt keine erkennbaren Marken, der Griff ist mit schöner Fischhaut versehen sowie Messingdrahtwickelung; Stichblatt und Griffbügelung vorschriftsmässig durchbrochen und verziert-allerhöchster Namenszug FJI. und die Hauskrone des Hauses Habsburg; die ebenfalls gerade Scheide, ausgerichtet auf die vorschriftsmässig vorgesehene Trageart mittels Säbeltasche, ist brüniert. Gute Erhaltung, Tragespuren
Besonderheiten: Dieser Kurz-Säbel und Scheide wurden nochmalig fachmännisch und kaum erkennbar gekürzt.
Als Gründe dafür wäre seine Weiterverwendung an der Front nach generellem Ersatz des Säbels zugunsten des Offiziersbajonettes M95 denkbar --Offiziersstolz?-- , oder/und , um die (auch beim Kurzsäbel durchaus gegebene) Behinderung bei der Fortbewegung im Hochgebirge weiter zu minimieren-(für beide Varianten gäbe es Sachzeugen und Hinweise).
Dieses Modell wurde auch bereits an anderer Stelle im Forum besprochen-bezüglich Vergleichsmöglichkeiten-siehe dort. Hinsichtlich weiterer Informationen bezüglich Einführung, Verwendung, Truppenkörper usw.verweise ich auf meinen Beitrag
"Mannschaftssäbel für k.k. Landwehrgebirgstruppen M1907".
mlG Gerhard

2

Freitag, 30. Januar 2009, 18:46

noch weitere Bilder:
A.E.I.O.U.

3

Freitag, 30. Januar 2009, 18:54

und last but not least noch einmal:
Offiziersschulterstück (Lt, Olt, Hptm) für Waffenrock, Aufschlag mit dem gestickten Edelweiss (Olt) für Feldbluse und Knöpfe aller k.k. Landwehrgebirgsregimenter für: Feldkappe, Feldbluse und Waffenrock für (Kaiserschützen-)Offiziere der k.k. Landwehrgebirgstruppen M 1907
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

4

Freitag, 30. Januar 2009, 19:32

Lieber Gerhard !!!

Das ist wunderschöne Offizierssäbel für k.k. Landwehr-Gebirgstruppen. Im jede Falle - Diese kurze Säbel gefällt mir besser als Offiziersbajonett. :) :) :)
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

Dragoner

Experte für Schweiz

Beiträge: 377

Wohnort: Confoederatio Helvetica

  • Nachricht senden

5

Freitag, 30. Januar 2009, 22:50

Wurden diese Säbel so hergestellt, oder bediente man sich "alter" Säbel und kürzte diese dann?

Dragoner
Wer früher stirbt, ist länger tot.

6

Samstag, 31. Januar 2009, 19:14

Hallo Dragoner!
Die Säbel M1907 für die k.k. Landwehr-Gebirgstruppen (bekannter unter "Kaiserschützen") wurden eigens mit gerader kurzer Klinge und ebensolcher Scheide (zum Stechen) für die Verwendung in alpinem Gelände hergestellt.
Das Muster kuk Infanterieoffizierssäbel M1861 wird sehr gerne mit den viel selteneren und begehrteren M1907 (Hochgebirgstruppe und Kaiserschützen waren/sind Elite und berechtigterweise "Kult") verwechselt.
Da das Gefäss des kuk InfOffzS M1861, der selbst eine gekrümmte Klinge hat, dem der Muster 1907 sehr ähnlich ist, bzw. im WK I 1914/16 "normale" InfOffzS M1861 aufgrund ihrer Hinderlichkeit in den Schützengräben gekürzt und auch geschwärzt wurden (bekannt unter "Grabensäbel"-die werden, obwohl vergleichsweise häufiger, mittlerweile auch immer seltener und waren doch treue Begleiter ihrer Offiziere in stürmischen Zeiten-) kommt es da oft zu gewollten und ungewollten Verwechslungen. Ich freue mich über deine Frage aus einem ebenfalls gebirgigen Land und darf für weitere Infos, wenn`s dich interessieren sollte, auf meine weiteren Themen
"Mannschaftssäbel für k.k. Landwehr-Gebirgstruppen M1907" und
"kuk Infanterieoffizierssäbel M1861/14" sowie zu diversen Kurzsäbeln in der Österreich-Ecke aufmerksam machen.
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

7

Sonntag, 22. Februar 2009, 16:54

Adjustierung Offz Kaiserschützen und Gebirgsschützen

Liebe Sammlerfreunde!
Anbei zur besseren Imagination noch eine Darstellung von Adjustierungsvarianten der Offiziere der k.k. Kaiserschützen- und Gebirgsschützenregimenter vor 1916:
von Links:
1.) Oberleutnant in Paradeadjustierung mit Jägerhut und Hahnenfederbusch sowie Feldbinde und langem InfOffzS M1861
2.) Major ebenfalls in Paradeadjustierung, aber für Ausrückungen mit der Truppe, diese entspricht nahezu der feldmässigen Adjustierung ( wäre zusätzlich mit Faustfeuerwaffe, Feldstecher und Traggerüst) sowie unserem besprochenen kurzen Offizierssäbel für k.k. Landwehr-Gebirgstruppen
M 1907
3.) Leutnant in Dienstadjustierung (Sommer -man beachte die cremefarbenen sogenannten Pejacsevichhosen)
4.) Fähnrich in Ausgangsadjustierung mit dem doppelreihigen Waffenrock und mit Salonhose (man beachte jeweils den s.g. Spielhahnstoss - vom kleinen Hahn oder Birkhahn -auf der Offizierskappe)
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

8

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 10:47

Liebe Forumsfreunde!
Zur Hebung der Anschaulichkeit, wie so ein Kaiserschützenoffizier in der letzten Phase der alten Monarchie ausgeschaut hat, darf ich dazu eine selbst verfertigte Modellbüste zeigen (auf originale Darstellung wurde größtmöglicher Wert gelegt). Die Grösse dieser Büste beträgt inkl. Sockel nur ca.
11 x 6,5 cm. In Natura, weil ja kleiner als die Bilder, wirkt m.E.die Figur besser...
Dargestellt ist ein "feldgrauer"
k.k. Oberleutnant des k.k. Kaiserschützen-Regiments I "Trient"
(KSR od. KS I --zuvor Tiroler LSR od LS I ) um 1917/18 mit dem s.g. "Berndorfer Helm"
http://www.blankwaffen-forum.com/thread.php?threadid=4858

Zu diesem Zeitpunkt wurde der betreffende KS Offizierssäbel ja nur mehr bei Parade, Wachdienst, Ausgang u. im Hinterland geführt, an seine Stelle trat ja das Offz Baj M95
http://www.blankwaffen-forum.com/thread.php?threadid=4969
Ich hoffe, es gefällt!
mlG Gerhard
Bilder Teil 1:
A.E.I.O.U.

9

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 10:51

Bilder Teil 2...--die Uniform war "feldgrau", der Helm trug hingegen das kuk "feldbraun"...
mlG Gerhard:)
A.E.I.O.U.

10

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 11:22

Hallo Gerhard

Super Beitrag - Gratualtion zu deinen offensichtlichen künstlerischen Fähigkeiten, das ist ja beeindruckend!!
Wieso eigentlich ausgerechnet ein Oberleutnant - oder bloß so?
Hat das K51 etwas zu bedeuten?

Servus

Alex

11

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 14:00

Lieber Gerhard!!!

Das ist wirklich eine gelungene Fortsetzung des Themas. Danke für das.
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

12

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 17:02

Hallo, Ihr Beiden!
Freut mich wirklich, dass es euch gefällt (-- meine künstlerischen Fähigkeiten sollten aber ja nicht überbewertet werden....;) )
Ein weisser Fleck an der Rückseite des Helmes oder der Feldkappe in Ermangelung von zu wenig vorhandenen Helmen wurde von den kuk Sturmformationen v.a. deshalb getragen, damit die unterstützenden Artilleriebeobachter die Eigenen beim Vorgehen erkennen konnten und das Unterstützungsfeuer richtig vor die --und nicht irrtümlich auf die --eigenen Truppen lenkten, was leider auch vorkam--tlw. durch ausgeleiertes Geschützmaterial. Auch sahen die nachrückenden Hintermänner besser, wo sich der Vordermann befand. KS1 (oder auch KSR bzw KSI oder auch KSR1) ist die variierte abgekürzte Truppenbezeichnung für das Kaiserschützenregiment I, welches sich so auch auf Waffen der Kaiserschützen wiederfindet bzw zuvor vor der ehrenden Umbezeichnung durch Kaiser Karl (16 01 1917) in der Vorgängerbezeichnung LRI oder LSR oder TLR (für Tiroler Landesschützenregiment) lautete.
siehe auch da:
http://www.blankwaffen-forum.com/thread.php?threadid=3726

Bei den 3 Tiroler Kaiserschützenregimentern galt grundsätzlich die Schreibweise in röm. Zahlen, der aber nicht immer--wie hier nach einem Original, entsprochen worden ist.
Zusätzlich wurden fallweise die Truppenbezeichnung auf dem weissen Fleck aufgetragen, da man bei Angriffen (zB Dunkelheit, schlechte Sicht usw) eine Vermengung unterschiedlicher angreifender Truppenteile vermeiden wollte.
Ein kk Oberleutnant repräsentiv auch deshalb ,weil v.a. Subalteroffiziere (Lt, Olt) als eingeteilte Kp-Kommandanten
vorne voran mit recht geringer Lebenserwartung die Hauptverantwortung für die erfolreiche Durchführung von Kommandoaktionen und Sturmangriffen an der SW-Gebirgsfront zu tragen hatten. Durch die hohe Ausfallsquote jüngerer Offiziere mußten dann (Züge meist sowieso...) auch Kompanien zunehmend interimsmässig durch erfahrene schneidige Unteroffiziere geführt werden.

mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

13

Donnerstag, 2. Dezember 2010, 12:50

Vielen Dank!!

14

Samstag, 11. Februar 2012, 20:03

Bilder zu Kaiserschützen und Offizierssäbel

Auch hier 2 schöne, vielleicht etwas konträre Bilder :D zum Thema Kaiserschützenoffiziere:
Bild 1: Kaiser Karl I. von Österreich-Ungarn als Oberst der k.k. Kaiserschützen mit dem Offizierssäbel
Bild 2: k.k. Kaiserschützenleutnant beim "Angriff"
LG G.
A.E.I.O.U.

15

Sonntag, 12. Februar 2012, 07:00

Hallo Gerhard!

Kaiserschützenleutnant beim "Angriff", und die Anstandsdame liest verständlich lächelnd in ihrem Buch.
Sehr amüsant.
Danke

lg

Hans

16

Sonntag, 12. Februar 2012, 12:32

Danke Hans! Wie ich sehe, hat das Bild sein Publikum bestens erreicht....
LG G. :D
A.E.I.O.U.

17

Montag, 13. Februar 2012, 11:32

Hallo Gerhard

Wirklich kontäre Fotos. Kaiser Karl dürfte wohl noch Erzherzog-Thronfolger gewesen sein.

Ein Mann, dem trotz viel Einsatz und Bemühen nur Teilerfolge und letztendlich der totale Mißerfolg anhaftet. Innen-, wie Außenpolitisch isoliert und zu wenig Zeit sich eine eigene Machtbasis zu bilden um die Politspielchen nach seinen Maßregeln zu steuern. (siehe auch Polzer-Hoditz). Immer wieder ein erhebendes Gefühl im Kaiserhaus zu stehen und genau an der Stelle im Zimmer zu stehen, an dem der Schreibtisch stand, an dem das Schicksal Österreichs maßgeblich mitentschieden wurde. Dieses Haus ist überhaupt ein Meilenstein in unserer Geschichte. Es hat wohl das Recht, wie sonst kaum ein Gebäude in Österreich, als das Haus zu gelten an dem der Beginn und das Ende des österreichischen Kaiserreiches entschieden wurde.

Franz I. hat wohl während eines (1804) seiner zahlreichen (30 jährigen) Sommeraufenthalte die Gründung des Kaiserthums Österreich mit seinem Stab beschlossen, so wie Karl durch seine Positionierung des AOK in Baden und des allerhöchsten Hoflagers im Kaiserhaus in den entscheidenden Stunden Österreichs die Festlegung zur Föderalisierung / Nationalisierung und somit zur Auflösung des prächtigen Reiches getroffen hat.

Und zu Wissen auf welchem Boden man steht und sich zu fragen, was wohl genau auf diesen 4 - 5 m² vor 94 jahren gedacht und gemacht wurde, ist einfach unbeschreiblich.

Servus

Alex

18

Montag, 13. Februar 2012, 16:55

Ja, Alex, das Foto ist noch als Thronfolger.Karl war ja sehr rege und während des Krieges meist bei seinen Truppen. Wie du sicher weißt, hat er ja auch Conrad v.H. und EH Friedrich (Oberkdt der kuk Armee, Erbe und Besitzer der Weilburg, dessen Säbel ich glücklicherweise mein Eigen nennen darf) "abmontiert". Handlungsfreiheit zu grossen Veränderungen zum Positiven war ihm leider kaum mehr gegeben. Gut auch , dass du unser (unser hier wortwörtlich bitte...) Kaiserhaus u. AOK in Verbindung mit dem letzten Monarchen angesprochen hast. Durch die Präsenz des AOK in der Stadt gibt es so manche Erinnerungen damals stationierter Stabsmitglieder an diese Zeit und Baden. Interessant die Zeit des s.g. Umsturzes.Auch unser (wäre in diesem Fall für uns beide wieder wortwörtlich zu nehmen) guter Kaiser Franz war zur Gründung des österr. Kaiserreiches durch Napoleons Umtriebe quasi genötigt, wollte man dem übrigens bemerkenswerten Korsen und seinen zerstörerischen Vorschubleistungen zum Untergang des Hl. Röm. Reiches dtsch. Nation auch weiterhin auf Augenhöhe begegnen wollen. Natürlich war Napoleon absolut bemerkenswert, vmtl. auch teilweise genial, aber eben ein Parvenu mit einem selbst erfundenen Neo-Kaisertitel (der den Gedanken des alten supranationalen Kaisertums geradezu pervertierte), der mit dem alten Kaisertum des Reiches verkörpert durch Kaiser Franz II dann Franz I. von Österreich, nicht konkurrieren konnte-aber er hatte Macht und Erfolge-bis 1815 jedenfalls :D .
Servitore G.
A.E.I.O.U.

19

Montag, 13. Februar 2012, 18:47

Und Franz I., hat es ihm ähnlich gleichgetan, die Erblande in eine fürs Hause Habsburg nicht unangenehme neue Kaiserwürde zu bringen, nachdem die alte ja ganz offensichtlich nicht mehr zu halten gewesen wäre.

Ich glaube, mit der Demontage der beiden von dir genannten Herren hat er tlw. sicher richtig gehandelt, vorallem, was den Herren aus dem Erzhaus betrifft, wobei die Frage erlaubt sein muß, wieviel dieser überhaupt zum Kriegsgeschehen und Entwicklung beigetragen hat. Nach mehreren Lektüren die unter Anderem auch FM Conrad betreffen und sein Wirken erörtern - speziell "Krieg im Frieden / Kronenbitter" war es sicher aus politischen nicht zwangsläufig aus feldstrategischen Gründen Heraus seine Ablöse zu bewirken. Über die Weilburg darf ich gar nicht nachdenken, sonst werd ich gleich rasend. Gerade bei uns durften wir wohl eine Menge Personen aus dem kaiserlichen Haus "beherben". EH Friedrich mit Anhang, EH Eugen, EH Wilhelm, usw. Auch Kaiser Wilhelm hat uns ja besucht um Kriegsstrategische Entscheidungen zu treffen. Übrigens gibt es noch nicht allzulang, ein Reliquie von Kaiser Karls in der Frauenkirche (in der er bei seiner Anwesenheit in Baden mindestens einmal täglich die Messe besucht hat). Es wurde unserem letzten Kaiser ein Knochenstück entnommen, das nun in einer Art Monstranz in der Kirche verwahrt wird und speziellen Besuchern gezeigt wird. Ich hab so einen Besuch kürzlich wieder organisiert.

Wär interessant, was du so über diverse Stabsmilitärs in unserer Stadt weißt. Kann vielleicht bei unseren lokalhistorischen Forschungen helfen.

Servus

Alex

20

Montag, 13. Februar 2012, 19:55

Über die Weilburg...ja, lassen wir das, jedenfalls eine ungute und undurchsichtige Geschichte. Und das mit der besagten Reliquie in der Frauenkirche wußte ich noch nicht-bis jetzt dank deiner Info..---.ist jedenfalls sehr, sehr interessant!!
LG G.
A.E.I.O.U.