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Sonntag, 24. Mai 2009, 20:29

kuk Kavalleriesäbel M1869 D.R.10

Liebe Sammlerfreunde!
Präsentiere euch meinen wunderbar schweren

kuk Kavalleriesäbel M1869 des
kuk Dragonerregimentes 10
"FM Fürst Johann von Liechtenstein"


Maße:
GL: 104 cm
GloS: 101 cm
KB: 3,6 cm
KL: 84,5 cm
Griff mit Fischhaut, stellenweise leicht rostnarbig, bei Klinge im unteren Drittel die Funktionsfähigkeit nicht beeinträchtigende ehemalige Wasserschäden bzw. dadurch entstandene Rostnarben ; Säbel und Scheide nummerngleich
Marken:
Korb:am Griffrücken Abnahmestempel "Doppeladler", "B" (vmtl. Beschau-, Kontroll-,bzw Revisionszeichen für Gebrauchstüchtigkeit; und nochmals Abnahmestempel "Doppeladler"
Klinge: "10.D.R."
Wn Doppeladler 99 (Wien 1899 --Abnahmestempel der Übernahmsstelle der Heeresverwaltung der Artilleriezeugsfabrik)
GRASSER (Hof-Waffenfabrik WIEN 7, Armeelieferant-siehe diverse Beiträge)
1634. (Waffennummer, Vergabe durch Trpkörper, hier das kuk DR 10)
Scheide:
10. D.R.
"B5" (vmtl. Beschau-, Kontroll-,bzw Revisionszeichen für Gebrauchstüchtigkeit)
1634.(Waffennummer s.o.--nummerngleich mit Säbel)
Schleifeisen:
Wn "Doppeladler" 1 (Wien 1901)
Z...L..?? (vmtl. ZEITLER oder ZELINKA?
Zeitler:
Hieb-und Stichwaffenfabrik Ludwig ZEITLER; Wien 8; Lerchenfeldergürtel 60 und Sanettystr. 59 Tel.:A-21-2-38; Fabrik in NÖ, Ober-Piesting gegründet 1836;

die Kombination Zeitler und Grasser findet sich öfter bei M69 und M77
(der gezeigte Säbelhandriemen ist eine adäquate neuzeitliche Replik)

Hier ein kleiner Auszug aus der Geschichte des kuk DR 10 in der zutreffenden Zeitspanne
ca. 1900-1918, in der unser Regiment natürlich wie andere auch, öfters seinen Standort wechselt und in den Krieg zieht:

kuk Dragonerregiment 10
"FM Fürst Johann von Liechtenstein"

Egalisierung: schwefelgelb, Knöpfe: golden
berühmtes ältestes Dragonerregiment der Habsburgerarmee und zweitältestes kuk Reiterregiment überhaupt-- (1631 errichtet)

1891: kuk 10. (Galizisches) Dragonerregiment "FM Fürst Johann von Liechtenstein"
(seit 1888 Namen auf immerwährende Zeiten)
Rgtstb in Tarnopol 1. Division (=Halbregiment): Trumbowla, 2. Division Tarnopol, Ersatzkader: Stanislau
1906: kuk 10. (Böhmisches) Dragonerregiment "FM Fürst Johann von Liechtenstein" (seit 1888 Namen auf immerwährende Zeiten) Inhaber GdK Rudolf Fürst von Liechtenstein
1898-1910 Garnisonsort Olmütz

1913: Stab, 1. und 2. Div. in Krakau Gertrudy Ulice 12, Ersatzkader Neuhaus; (zugehörig zum
8. kuk Korps
Regimentskdt:
1897 Oberst Artemont Weiss von Weissenfeld
1900 Oberst Oscat Wittmann
1907 Oberst Julius Thomann
ab 1911 Oberst Jaroslav Dworak

1914 im WK1 als einer der ersten kuk Regimenter (DR 10 bei kuk 4. Armee Kdt:GdI Auffenberg, GStbCh GM Krauss/ Armeegrp GdK Kummer von Falkenfeld/7.KavDiv Kdt FML von Korda---diese bestand aus der 20. KavBrig und der 11. kuk KavBrig. Die 11. KavBrig Kdt Oberst Mold von Mollheim setzte sich aus dem kuk UR2 und unserem kuk DR 10 zusammen) an der Ostfront am Feind (Russland-DR 10 seit 06 08 1914 auf russischem Boden).Am 21 08 1914 Teilnahme des kuk D.R.10 an der berühmten s.g. "letzten Reiterschlacht" von JAROSLAU, genauso wie das kuk D.R. 15 (Kdt Oberst Otto Graf Huyn s.d.K.u.k. Kavallerieoffizierssäbel M1869 Paul Ritter FISCHER von LEDENICE „Ausmusterungssäbel“ der Theresianischen Militärakademie in Wr. Neustadt) gegen eine dreifache russische Übermacht.
Das DR10 nahm auch am Feldzug von LIMANOWA-LADANOW teil.
Im Herbstfeldzug 1914 Zusammenfassung des kuk 7. KD und 8.deutschen KD als "KavKorps Korda"
kuk DR10 als Flügeldeckung des XX.deutschen Korps und Spitze der 1. Armee bei Radom, Sicherung im Rahmen der 7.KD in Warschau; am 03 10 1914 Schlacht des DR10 gegen russische Infanterie;
1918 befindet sich das Regiment kuk DR 10 geordnet zusammen innerhalb der 7. KD, bestehend aus dem kuk UR2 und 3 sowie dem kuk DR 12 und 10 im Bereich der heutigen Ukraine/Polen, danach bei Kriegsende 1918 erfolgt der schwierige, aber geordnete Rückzug (man verlangt vom Regiment, die Waffen abzuliefern, was aber verweigert wird) innerhalb sowjetischer revolutionärer Umstürze ringsum zurück nach Böhmen und Mähren (dort das Ende des stolzen Regiments DR10 nach fast 300 Jahren....)
Auch wenn es nur ein kleiner Auszug ist, aber ich denke, dass unser M1869 des kuk DR10
bis zum heutigen Tag so manches erlebt haben dürfte, auf alle Fälle für mich Grund genug, um ihn gehegt und gepflegt in seinen "alten Tagen" in meiner Sammlung aufzubewahren (trotz so mancher Blessuren, die dieser in den letzten ca. 110 Jahren abbekommen hat....)
Hoffe, der Säbel gefällt euch bzw die Geschichte konnte euch ein wenig interessieren!
mlG
Gerhard
A.E.I.O.U.

2

Sonntag, 24. Mai 2009, 20:32

--weil der Säbel für mich so schön und interessant ist (vergebt mir, bitte), gibt es noch (viel) mehr Bilder davon....
A.E.I.O.U.

3

Sonntag, 24. Mai 2009, 20:34

... und noch mehr Bilder:
A.E.I.O.U.

4

Sonntag, 24. Mai 2009, 20:36

... und last but not least---- (dann ist aber wirklich Schluss!!!!)
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

5

Sonntag, 24. Mai 2009, 20:53

Hallo Gerhard,

ein wunderschöner und interessanter Mannschaftssäbel aus der allseits beliebten "Heavy-Metal - Serie" ;)
So viele Stempelungen habe ich bisher noch auf keiner österreichischen Blankwaffe gesehen...
Und wieder findet sich die interessante Stempelung "B5".

Der Bericht zu diesem Stück, wie der zu Deiner wunderschönen Offizierskartusche (um die ich dich wahrhaft beneide) ist wieder absolut gelungen und informativ!

Ich wünsche noch einen schönen Abend, liebe Grüße

Michael
"Für Ehre und Pflicht bis Herz und Klinge bricht"

Bin auf der Suche nach gut erhaltenen, österreichischen Mannschaftssäbeln, besonders den Modellen M1850 und M1858.

6

Sonntag, 24. Mai 2009, 22:17

RE: kuk Kavalleriesäbel M1869 D.R.10

Hallo Gerhard.

Es können gar nicht zu viele Bilder sein........

Wie von Michael bereits bemerkt findet die Schwermetall Geschichte hier eine würdige Fortsetzung. Die vielen Stempelungen u Markierungen machen mich doch ein wenig neidisch......noch dazu Nummerngleich....

Da du deinen KavMan D.R.10 bereits einmal erwähnt hattest bin ich nun umso erfreuter ihn endlich sehen zu können.

Für deinen Bericht muss ich dir (wie so oft) einfach nur ein Danke sagen, wieder einmal in kurzer Zeit sehr viel dazugelernt.

B5 - wird hoffentlich in diesem Leben noch aufgeklärt werden können.

Gruß
Rainer
REGNUM NORICUM

7

Montag, 25. Mai 2009, 09:57

RE: kuk Kavalleriesäbel M1869 D.R.10

Hallo mein lieber alter Freund!!!

Noch eine weitere große Überraschung aus deiner Magic Box. Das ist definitiv ein Säbel, dass jeder von uns wollte in seiner Sammlung. Ich freue mich, dass diese Schönheit endet mit Ihnen.

Gratuliere zu diesem schönen Stück.
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

8

Montag, 25. Mai 2009, 11:59

kuk Dragonerkorporal des DR 10 oder DR 7

Liebe Freunde!
Bei euch habe ich das wirklich Gefühl, dass ihr Kenner der Schönheit seid und diese zu schätzen wisst-ich danke euch dafür!! Ist es nicht bemerkenswert, dass der Säbel nach vielen Abenteuern und nach 110 Jahren sich fast wieder
zurück an seinem Ursprung befindet?-welch merkwürdiger Lauf der Geschichte doch......

Als bessere Verbildlichung ein Ausschnitt einer Darstellung eines
kuk Dragonerkorporals um 1910 mit schwefelgelben Aufschlägen
(nach Bild des berühmten altösterreichischen Soldaten-und Pferdemalers Prof. Alexander Pock).
Leider ist die Farbe der Knöpfe (silber oder gold) nicht genau auszumachen, weswegen es sich gleichermassen um einen Dragoner des kuk D.R. 10 oder auch kuk D.R.7 handeln kann (mit schwefelgelben Aufschlägen gab es nur zwei in Frage kommende D.R.)
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

9

Freitag, 14. Mai 2010, 19:18

Habe hier noch ein Bild eines "gemeinen" kuk Dragoners um 1890/1900, aufgenommen in Wien
(DR 3 ?)--mit dem KavS M1869....
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

10

Montag, 17. Mai 2010, 05:53

Hallo Gerhard

Sieht man nicht oft - Foto eines Herren im Mannsschaftsdienstgrad bei der man am Säbel den Faustriemen antrifft.

Servus

Alex

11

Montag, 17. Mai 2010, 17:26

Hallo Alex!
Leider komme ich viel zu selten dazu, meinen "Fundus" durchzuackern, es wird sich künftig bestimmt noch das eine oder andere Passende finden!
;) mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

12

Samstag, 31. Januar 2015, 16:40

Habe noch einige kleine Ergänzungen zum kuk DR 10 gemacht (siehe Gf HUYN, Reiterschlacht Jaroslau 21. August 1914 usw usw). Dabei habe ich den Säbel nach längerem wieder in die Hand genommen und festgestellt, was für ein schwerer Bursche gediegenster Machart der doch ist--alt aber gut. Er kommt mir fast wuchtiger als der Pallasch für die schwere Kavallerie M1824 vor. Wenn man auch noch bedenkt, dass dieser M1869 August 1914 bei einer grossen Kavallerieschlacht mit dabei gewesen ist...
So habe ich auch noch einige Bilder dazu entdeckt, die ich nicht vorenthalten möchte....
A.E.I.O.U.

13

Montag, 2. Februar 2015, 07:33

Lieber Gerhard!

Danke für die bildliche Ergänzung!
Entweder ist es mir nicht aufgefallen, oder du hast es nun auch ergänzt: die tolle Verwendung und Truppenzugehörigkeit des DR10.
Das ist ja gar nicht so leicht herauszufinden in welcher Armee, Division, Brigade ein Regiment gedient hat, schon gar nicht die Kommandanten bis auf Brigadeebene herunter.
Hab übrigens gesehen, daß der Brigadekommandant ein Oberst war. Entweder ein sehr befähigter Mann oder war das bei der Kavallerie üblich - im Gegensatz zur Infanterie bei der dieses Kommando ja eigentlich von Generalmajoren ausgeübt wurde?

Jedenfalls ist der 69er wirklich ein ordentlich Pracker.
Auch wenn man mit den anderen Mannschaftssäbeln vergleich, die auch durchaus schwer sind, muß man schon sagen, der 69er ist schon eine brutale Waffe!

Würde mich stolz machen zu wissen, daß ich einen Säbel hätte, der bei der letzten Reiterschlacht der Geschichte Anteil genommen hat - eine Ära die für immer vorbei ist (ist auch gut so - aber verbessert hat sich`s leider nicht, eher im Gegenteil)!

Servus

Alex

14

Montag, 2. Februar 2015, 16:40

Hab übrigens gesehen, daß der Brigadekommandant ein Oberst war. Entweder ein sehr befähigter Mann oder war das bei der Kavallerie üblich - im Gegensatz zur Infanterie bei der dieses Kommando ja eigentlich von Generalmajoren ausgeübt wurde?

Ist nicht so aussergewöhnlich--siehe den Kommodore bei der Marine--meistens zu mehr befähigte Obristen bzw auf dieser Stufe stehende adäquate Dienstgrade, die in Anwartschaft auf den GM standen und sich nochmalig zuvor noch zu beweisen hatte. Ähnliches findest du auch eine Stufe höher-- also GM als Divisionäre usw. Schuff Druck von unten, brachte Ersatz bzw zwang pensionsreife nicht mehr auf der Höhe befindliche Altgeneräle -so im WK1-in den Ruhestand oder nach hinten.
Hübsch finde ich jedenfalls den noch sehr jugendlichen gründerzeitlich romantisch aussehenden HUYN noch als DR1 Leutnant mit seinem Hündchen im anderen Beitrag über den PFL...
P.S:Ja der M69 ist wirklich ein feister Pracker, da stimme ich absolut zu.... :D
A.E.I.O.U.