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Montag, 3. August 2009, 17:44

Degen M1849/90 für k.u.k. Militärbeamte

Liebe Sammlerfreunde!
Hier ein kuk Militärbeamtendegen mit langer Tragedauer, der zwar der Form nach als M1890 bekannt ist, dessen Entstehungszeit aber um 1875/80 liegen dürfte, also deutlich vor 1890. Die Scheide entspricht aber dem Muster M1890.

Degen für k.u.k. Militärbeamte M1849/90
mit Militärbeamtenportepee
GL: 103,5 cm
LoS: 100,5 cm
KL: 86,5 cm
KB: 2,4 cm
SL: 89,0 cm
Die Maße des Degens sprechen für eine Körpergrösse um 180/190 cm, der ehemalige Träger muss um 1900 eine auffallende Erscheinung gewesen sein.
Marken:
TILLER&Co STIFTSKASERNE;WEYERSBERG&STAMM SOLINGEN
Moritz Tiller u.Co. FirmeninhaberM.Tiller-J.Toffler Wien;VII/2. Mariahilferstr.22 Stiftskaserne "Zur Kriegsmedaille" Wien
kuk Uniform-Hof-Lieferanten und Kammerlieferanten Telephon 1636 Lieferant Obersthofmeisteramt, kuk Trabantenleibgarde usw usw;Filialen in Graz, Lemberg, Belgrad, Linz, Olmütz, Przemysl, Czernowitz.
WEYERSBERG u. STAMM: Herstellernummer 178 Solingen;1817 gegründet, 1861-1876 Hauptproduktionszeit, Produktion um 1880 eingestellt.
M.Tiller verwendete für seine von ihm vertriebenen Blankwaffen ab 1889 eher Hugo Weyersberg und Zimbler-Klingen.

Griff aus Messing (vmtl. "Goldin- Metall"), ganzer Griff mit Messingdrahtwickelung (im Unterschied zum M1911);vernickelte Klinge, roter Stossfilz: bessere Ausführung mit einklappbaren Doppelscharnieren (Normausstattung hatte ein starres Stichblatt, manche hatten auch nur ein Scharnier) zwecks Schonung der Uniform und besserem Transport;
Der Degen ist im unveränderten guten Originalzustand, die Klinge ist in sehr gutem Zustand;der Degen hat eine schöne Alterspatina, die mir recht gefällt.

1897 hat auch Eduard Jung in Wien VII Lerchenfelderstrasse 25 diesen Blankwaffentypus als "Österreichischen Intendanten-Degen" in 3 Versionen angeboten:
vergoldet für 8 Gulden (nach 1900 16 Kronen), mit damascierter Klinge um 9 Gulden und aus Goldinmetall ebenfalls um 8 Gulden, für umklappbare Scharniere wurden pro Stk 0,50 Gulden verrechnet (zum Vergleich: ein kuk InfOffS in Normausstattung kostete da nur 6 Gulden)

Über Goldinmetall wird da berichtet: "Goldinmetall hat die Eigenschaft, dass selbes nie oxydiert..... da das Vergolden erspart wird, es genügt ein Überwischen mit einem Tuchlappen und selbe glänzen wie neu ( aus Sichtweise 2009--Aussage stimmt nur fast!!!)" usw usw.

Die kuk Militärbeamtendegen wurden um 1905 scherzhaft auch als "Blechdegen" gegenüber den Offizierssäbeln bezeichnet.


Allgemeines:
Es gab kuk Militärbeamte der Kategorie A und B. Angehörige von A hatten Offizierscharakter, Sterne als Rangabzeichen und das Portepee, die von B hatten nur Offiziersrangeinteilung, Rosetten und bis 1908 kein Portepee, ab 1908 dann das MilBea-Portepee in silber/gold.
Intendanten aus der Gruppe A, die zuvor den Degen M1890 bzw 1849/90 mit Lederscheide trugen, erhielten 1911 das Muster1911. Dieses sieht weitgehend gleich aus, hat aber einen Fischhautgriff mit Messingdrahtwickelung und eine vernickelte Metallscheide (im WK1 brüniert). MilBea aus A trugen seit 1849 immer die besprochene Degengrundform, zuvor ab dem Mil-Beamtendegen M1802 eine dem gängigen Offiziersmodell adäquate Form, aber in Eisen montiert .
Der alte Offiziersdegen M1837/38 für die kuk deutsche Infanterie mutierte 1849 zum Militärbeamtendegen M1849, der nicht mit dem M1849 für Staatsbeamte zu verwechseln ist (der wurde dann ja für die zivilen Beamten durch den Staatsbeamtensäbel M1889 abgelöst.)
1869 wurden beim Militärbeamtendegen M1849 die beweglichen Trageringe durch starre ersetzt und die Scheide erhielt Schleifeisen, zumindest um 1883/87 waren diese bereits vorhanden. Die Scheide hatte einen lederüberzogenen Holzkern. Ab 1890 bekam die Scheide einen lederüberzogenen Eisenkern.
Viele spezifizierte (nicht alle, die hatten ja den M1849/90) Militärbeamte der Gruppe B trugen zwischen 1878-1890 den Degen für Militärbeamte M1878 (zB die MilitärRechnungs-Controllbeamten ua.), der sich vom zivilen Staatsbeamtendegen M1849 nur durch seine Trageart mittels Säbelkuppel unterschied, danach bekamen aber auch diese den M1890.
Es gäbe da noch einiges anderes, auf das hier verzichtet werden muss, ansonsten es zu unübersichtlich werden würde. ich hoffe, es ist trotzdem einigermassen verständlich.
Hoffe, es war wieder interessant!
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

2

Montag, 3. August 2009, 17:50

Ich hoffe, jetzt klappts mit den Bildern!
Bilder 1:
A.E.I.O.U.

3

Montag, 3. August 2009, 17:52

Bilder 2 vom kuk MilBea S M1849/90:
A.E.I.O.U.

4

Montag, 3. August 2009, 17:54

Bilder 3 kuk MilBeaS M 1849/90---viel Freude damit--wünscht Gerhard
A.E.I.O.U.

5

Montag, 3. August 2009, 19:13

RE: Degen M1849/90 für k.u.k. Militärbeamte

Mein lieber alter Freund!!!

Das ist wirklich wunderbar. Jetzt sehe ich in einem neuen Licht beide meine Variante M.1890 . Danke Dir für das. ( Sehen bitte meine alte Thema - Militärbeamtendegen M.1890) .
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

6

Montag, 3. August 2009, 20:10

Lieber Zlatko!
Danke für dein Lob, das freut mich sehr!
Verzeihe, dass ich deinen Artikel über den Militärbeamtendegen M1890 mit deinen beiden exzellenten Degen nicht sofort erwähnt habe, deshalb mache ich das jetzt sofort:

Weiterer Beitrag über den Militärbeamtendegen M 1890 von unserem chombe:
http://www.blankwaffenforum.de/thread.php?threadid=3238
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

7

Montag, 3. August 2009, 20:28

Alles OK mein lieber Freund !!!

Ich versuche deiner schönen Beitrag mit noch zwei Degen unterstützen.
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

8

Mittwoch, 5. August 2009, 17:25

hallo.
Ich kenne einen solchen Degen, mit einer Klinge von Peterlonger
Innsbruck, leider ohne Scheide.
Mfg Josef

9

Mittwoch, 5. August 2009, 20:25

Hallo Josef!
Interessanter Hinweis, herzlichen Dank dafür! Ich nehme an, dass du Johann Peterlongo/Innsbruck bzw. die Tiroler Waffenfabrik Peterlongo meinst. Ich glaube nicht, dass es da allzu viele M1890 u.a mit dieser renommierten Marke gibt-zumindest sind wenigstens mir
generell bis dato kaum bis wenige entsprechende Klingen untergekommen.
Vielleicht gelingt es dir ja, den von dir zitierten Degen hier im Forum vorzustellen?
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

10

Donnerstag, 6. August 2009, 10:14

" Tiroler Waffenfabrik Johann Peterlongo Insbruck "

Mein lieber Gerhard!!!
Das ist etwas für dich.

Noch eine interessante Information aus dem Jahr 1865. Bekannte " Tiroler Waffenfabrik Johann Peterlongo Insbruck " hat seine Expositur in Beograd ( Serbien ). Es handelt sich über den Laden von bekannten serbischen Händler " Eugen P. Popovits, Agentur & Comissions Geschäft " ( an neuen Treppen ). Das gleiches Händler seit 1876. vertritt Leopold Gasser auch.
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

11

Donnerstag, 6. August 2009, 14:59

Mein alter Freund!
Du schaffst es immer wieder, mich mit deinem Detailwissen, das sonst niemand kennt, ausgiebig zu überraschen!!! Danke dir!!
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

12

Freitag, 7. August 2009, 21:04

Hallo Gerhard.

Ein schönes Stück, auch wenn die Beamten Blankwaffen nicht unbedingt mein Sammelgebiet sind.
Denke schon länger darüber nach einen Degen meiner Sammlung zuzufügen, wäre aber eher an Infanterie womöglich 18Jahrhundert fixiert.

Dennoch ein wirklich schöner Degen in gutem Erhaltungszustand.
Danke, wie immer für deinen ausführlichen Bericht.

Gruß Rainer
REGNUM NORICUM

13

Samstag, 8. August 2009, 15:47

Lieber Rainer!
Danke dir für deine nette Würdigung!!!
Darf ergänzen, dass zB kuk Intendanten (und nicht nur diese), die bis 1911 ebenfalls diese Variante trugen, dem
kuk Offiziersstand entstammen und zum M1890/49 das goldene Offiziersportepee und Offiziersdistinktionen (Sterne) trugen, diese waren also keine "reinen" Militärbeamten im eigentlichen Sinne; somit ist der M1890/49 zwar auch eine, aber nicht nur ausschliesslich eine kuk Militärbeamtenseitenwaffe.
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

14

Freitag, 14. Mai 2010, 18:44

kuk Militärbeamtendegen im WK1

Hier ein eher selteneres Bild der Verwendung des Militärbeamtendegens im WK1 an der Italienfront durch eine Gruppe von kuk Militärbeamten um 1916-man beachte va. auch die silbernen bzw weissen Militärbeamtenportepees....
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

15

Freitag, 14. Mai 2010, 19:15

Mein lieber alter Freund !!!

Magnificent Gemisch !!!
Da sind etwas für jeden Geschmack !!! Militärbeamtendegen, Militärbeamtensäbel, Degen für Beamte der k.k. Staatseisenbahnen ( ganz links )... und noch etwas besonder interessant ( wenn ich gut gesehen haben ) : ein Pionier-Faschienenmesser ( in Mitte ganz oben ).
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

16

Freitag, 14. Mai 2010, 19:49

Mein lieber Zlatko!
Gelobt sei dein scharfes Adlerauge--ein selteneres und kurioses Bild der kuk Militärbeamtenschaft--bei uns individualistischen "K.u.K`s" war eben immer einiges an Unmöglichem gut fürs Mögliche....:tongue:;)
mlG Gerhard
A.E.I.O.U.

17

Dienstag, 10. Januar 2012, 16:40

"Intendantendegen" M 1911

Da ich noch so einige -fallweise auch weniger schöne Blankwaffen habe, die ich allesamt weiss Gott warum noch nicht gezeigt habe--und weil das da gut als Ergänzung paßt, hier zuerst ein "gedienter" s.g. Intendantendegen M1911-Information s.o.
Die typ. vernickelte od. brünierte Metallscheide fehlt hier. Einseitiges Klappscharnier.
kein Hersteller erkennbar, Griffwickelung aus Messing fehlt hier
GL: 91 cm
KB: 2,2 cm
KL: 76 cm
Jedenfalls für einen Intendanten eine ganz schön spitze Sache....:D
LG G.
A.E.I.O.U.

18

Dienstag, 10. Januar 2012, 19:50

Mein lieber Gerhard !!!

Deiner Intendant war ein " bad boy ". Mit solche Spitze - Wurst war sicher :] :D :].
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

19

Mittwoch, 11. Januar 2012, 12:27

Alles klar!!:D :D :D
LG G.
A.E.I.O.U.

20

Dienstag, 24. Januar 2012, 10:49

Hallo Gerhard

Interessant, wie sich die Fischhaut durchs Abgreifen verändert hat.

Immer Schade, wenns an der Scheide mangelt - da hab ich leider auch ein paar Stückln, bei denen ich eine brauchen würde - aber die sind halt rar und sehr begehrt.

Servus

Alex