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Sonntag, 4. April 2010, 12:15

Bayerisches Infanteriegewehr M/1804 Muster 1809-18/42U-M

Hallo Sammlerfreunde,

da hier bisher noch nichts zu sehen ist stell ich mal ein Stück meiner Sammlung vor. Als reiner Seitengewehrsammler fällt die Thematik eigentlich aus dem Sammelgebiet raus, nur beschäftigt man sich ja als Seitengewehrsammler zwangsläufig auch mit den zugehörigen Schusswaffen.

Das vorgestellte Gewehr ist ein bayerisches Gewehr Modell 1804 nach Muster 1809-18. Dabei unterscheidet sich das Muster 1809 vom Muster 1809-18 dadurch das die spätere Version das eiserne Korn auf dem Lauf bekommen hat die Vorderschaftunterseite abgeflacht wurde sowie eine Kimme auf das Schweifteil gesetzt wurde.

Das Gewehr war ursprünglich ein Steinschloßgewehr welches dann auf Perkussionszündung aptiert wurde.

Ab 1842 erfolgte dann die Perkussionierung der Waffenbestände, deshalb /42 U-M.

Das Kaliber ist 17,84mm, der Lauf ist glatt. Ein vergleichbares Stück findet sich im bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt (Archiv-Tafel-Nr: 630 a, b, c, d)

herzlichen Sammlergruß
S.Thiem

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bayo9805« (4. April 2010, 12:18)


2

Sonntag, 4. April 2010, 13:46

RE: Bayerisches Infanteriegewehr M/1809-18/42U-M

Eine kleine Korrektur sei mir erlaubt. Ein bayerisches Gewehr M 1809/42UM hat es nicht gegeben. Die Normierung als Steinschlosswaffe geschah am 09. Juli 1804, die Fertigung der als "Manson-Gewehr" bekannt gewordene Waffe in Amberg setzte 1819 ein und der Umbau auf das Perkussionssystem erfolgte ab 1842. Daher die richtige Modellbezeichnung: Infanteriegewehr M 1804/42UM.
Das Foto eines der 10 gefertigten Mustergewehre in der originalen Steinschlossversion ist nachfolgend zu sehen.
Gruß
corrado26

3

Sonntag, 4. April 2010, 14:48

Hallo corrado,

als M1804-26 wurde das Gewehr schon mal (vom Vorbesitzer) identifiziert.

Ist aber def. ein M/1809er Modell. Vergleich dazu ein originales M/1809 mit einem M/1804.

Habe einige Zeit auf die genaue Typenbestimmung verwendet und ettliche Realstücke verglichen sowie hist. Unterlagen studiert.

Kann nur ein M/1809-18 (42UM) sein. Gegeben hat es dieses Modell schon, denn originale Fertigungsunterlagen aus Amberg benennen explizit dieses Modell (Unterlagen zur Perkussionierung ab 1842), auch findet man da genaue Stückzahlen der perkussionierten M/1809-18.

Das Gewehr ist 1822 hergestellt (A 1822 auf Schloßplatte), und da bleibt eigentlich nur noch 1809-18. Denn das Nachfolgemodell (M/1826) wurde zu dem Zeitpunkt noch nicht gebaut, und das Manson Gewehr wurde 1822 auch nicht mehr gefertigt.

Die Typisierung der bayerischen Waffen (vor 1826) ist eine schwierige Sache. Gerade Stücke die in die Jahre 1813-15 fallen, lassen sich oft nur sehr schwer zuordnen weil in dieser Zeit kreuz und quer gebaut, aptiert, repariert und ergänzt wurde.

Gruß
S.Thiem

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »bayo9805« (4. April 2010, 14:50)


4

Montag, 5. April 2010, 14:07

Weder in den einschlägigen Archivakten des Bayerischen Hauptstaatsarchivs, noch in der einschlägigen Lzteratur ist ein Hinweis auf eine Normierung im Jahr 1809 zu finden. Es gibt lediglich einen Kontrakt mit Suhler Firmen vom 03.03.1809, in dem das Kriegsministerium im Punkt 2 festschrieb, dass " die bestellten Gewehre nach dem gesiegelten Muster..... gefertigt werden müssen". Da bis dato keine weitere Normierung stattgefunden hatte, kann es sich hierbei nur um eine Gewehr M1804 handeln.

Unbestritten bleibt, dass es bei den Suhler Fertigungen im Vergleich zu den bayerischen Fertigungen durchaus unterschiedliche Ausführungen gegeben hat, dennoch ist die Modellbezeichnung entsprechend der vorausgegangenen Normierung gleichbleibend M 1804. Ein Modell M 1809 ist aktenmäßig NICHT belegbar!
Gruß
corrado26

5

Dienstag, 6. April 2010, 18:54

Nun ja ich glaub wir drehen uns hier im Kreis.

Nochmal was ich meine: Ein Manson Gewehr Modell 1804 hat gravierende Unterschiede zu besagten Modell bzw Muster nach 1809. Waffen nach 1809 haben z.b eine eiserne Garnitur.

Dieser Musterwechesel findet sich in einer Vielzahl von Literatur (z.b Müller Braun oder Vollmer) beschrieben.
Und da mein Gewehr 1822 gefertigt und nach dem Muster nach 1809 (Eiserne Garnitur und weitere Änderungen gewisser Details gegenüber dem Muster 1804) gefertigt wurde ist die Muster oder Modell 1809 stimmig.

Eine Bezeichnung in´s Blaue hinein ist nicht meine Art, ausgedacht hab ich mir den Typ auch nicht. Letztlich bleibe ich bei der Bezeichnung weil es in Amberger Unterlagen eine Tabelle der zur perkussionierenden Gewehre gibt und da findet sich folgende Beschreibung:

Inf. -Gewehr M/1809-18/42U-M (ältere Amberger Gewehre mit flachen Ringen)....

Konkret könnte man vorliegendes Gewehr auch Manson Gewehr Modell nach 1809 nennen, diese Beschreibung dürfte einleuchtender sein. Aber ein Gewehr nach Modell 1804 ists nun mal leider nicht.

Die Suhler lieferungen sind wieder differenziert zu sehen. Suhl fertigte für Bayern von etwa 1806 bis etwa 1813 (entspr. Realstücke liegen in Ingolstadt und in der WTS Koblenz)
Desweiteren erhiet Anschütz ab 1813 Fertigungsaufträge aus Bayern, eine vielzahl an Realstücken liegen auch in Ingolstadt.

Gruß
Sebastian T.

6

Freitag, 2. Juli 2010, 10:04

RE: Bayerisches Infanteriegewehr M/1804 Muster 1809-18/42U-M

Hallo, habe genau das gleiche Gewehr! Sind die Laufringe unten flach oder eher rund? Bei meinem Gewehr sind diese unten flach und es hat eine Kimme auf der Schwanzschraube.

Bin natürlich kein Profi auf dem Gebiet, aber ich habe bis jetzt mein Gewehr lt. Götz für ein 1826/42 gehalten...

7

Freitag, 2. Juli 2010, 18:20

RE: Bayerisches Infanteriegewehr M/1804 Muster 1809-18/42U-M

Hallo STS

Ringe sind Flach.

Wann wurde dein Gewehr denn gefertigt?

Sammlergruß
Sebastian TH.

8

Sonntag, 4. Juli 2010, 22:07

RE: Bayerisches Infanteriegewehr M/1804 Muster 1809-18/42U-M

Baujahr ist leider nicht mehr erkennbar da rostnarbig.

9

Montag, 5. Juli 2010, 18:21

RE: Bayerisches Infanteriegewehr M/1804 Muster 1809-18/42U-M

Hallo STS,

hast du vl. Bilder?

Sammlergruß
Sebastian Th.

10

Sonntag, 12. September 2010, 15:20

RE: Bayerisches Infanteriegewehr M/1804 Muster 1809-18/42U-M

Habe das gute Stück jetzt zur Auktion bei einem bekannten Auktionshaus. Bilder siehe Anhang.

11

Donnerstag, 10. Februar 2011, 16:31

RE: Bayerisches Infanteriegewehr M/1804 Muster 1809-18/42U-M

Hallo Sammlerfreunde,

der Komplettheit halber der Link zum hier im Forum vorgestellten bayerischen Dillenbajonett M/1804.

Gut erhaltene Dillenbajonette M/1804 sind bei weitem schwerer zu finden als die zugeh. Langwaffen.

Sammlergruß
Sebastian Th.