Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Blankwaffenforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Montag, 19. Juli 2010, 13:08

Kavalleriesäbel Modell 1854

Schwekapi hat diesen Säbel schon einmal vorgestellt, aber ich denke, es lohnt sich, ein weiteres Exemplar noch einmal zu zeigen.

1853 fürchtete Schweden als Nachbar Russlands in den Krimkrieg verwickelt zu werden und aus diesem Grund musste man die Kavalleriebewaffnung aufstocken. Vorbild war der dänische Kavalleriesäbel von 1844, die Schweden haben aber das die eisernen Griff- und Kobteile durch Messing ersetzt, vielleicht wegen der regnerischen schwedischen Witterung?

Der Säbel wurde in einer Auflage von nur 2.000 Stück gefertigt und zm Teil bei der Artillerie bis ins 20. Jahrhundert hinein getragen. So auch dieses Exemplar, das eine typische geschwärzte Scheide von 1912 aufweist.

Gesamtlänge (ohne Scheide): 105,5 cm
Klingenlänge: 91 cm
Klingenbreite: 3,2 cm
Das sind mächtige Dimensionen und der Säbel ist auch recht schwer (leider habe ich keine Waage...). Die Breite von 3,2 cm wird auch bis ca 30 cm vorm Ort aufrecht erhalten, ca. 5cm vorm Ort ist die Klinge immer noch 3 cm breit - was zum massiven Eindruck stark beiträgt.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »monsterpeter« (19. Juli 2010, 13:11)


2

Montag, 19. Juli 2010, 13:12

RE: Kavalleriesäbel Modell 1854

Der Griff wirkt elegant und schwungvoll. Anders als z.B. beim englischen Modell 1853 legt man Wert auf Ästhetik.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »monsterpeter« (19. Juli 2010, 13:13)


3

Montag, 19. Juli 2010, 13:14

RE: Kavalleriesäbel Modell 1854

Die Hand wird durch den ausladenden Korb gut geschützt.

4

Montag, 19. Juli 2010, 13:18

RE: Kavalleriesäbel Modell 1854

Hier die Stempel. Der Säbel diente zunächst beim 5. Kavallerieregiment (Skane-Husaren), 4. Schwadron, Mann-Nr. 158 - danach bei der Artillerie (die Artillerie-Stempel kann ich nicht deuten). Auf Korb und Fehlschärfe die Abnahmestempel.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »monsterpeter« (19. Juli 2010, 13:19)


5

Montag, 19. Juli 2010, 13:20

RE: Kavalleriesäbel Modell 1854

Kann mir eigentlich mal jemand erklären, wieso meine Bilder in der verkleinerten Version so unscharf sind?

6

Montag, 19. Juli 2010, 22:02

RE: Kavalleriesäbel Modell 1854

Hallo Monsterpeter,

sehr gut beschrieben. Hier noch ein paar Anmerkungen.

Erstmal - ich glaube mit den Bildern ist das normal. Habe ich schon öfter gesehen. Wichtig ist ja, dass sie gut zu sehen sind wenn sie groß sind.

Gewicht des Säbel:

mit Scheide: 2,4 kg

ohne Scheide: 1,8 kg

Ich glaube am Mundblech fehlen die Shrauben?

Berkenswert ist, dass er noch zu Kavalleriezeiten - undzwar 1893 - die neue Scheide m/1893 erhalten hat. Da war die Scheide allerdings noch blank. Daher die nummerngleiche Stempelung der Scheide. Das habe ich noch nicht gesehen. Meistens ist der Kavalleriestempel nur auf dem Säbel zu finden.

Der Artilleriestempel ist so aufgelöst:

10 Batterie, Artillerieregiment 9, Nummer 2 (Die Artillerie war immer ein geworbener Verband - daher nicht Mannnummer.)

9. Artillerieregiment = 1901 - 1927 Positionsartillerieregiment
1928 - 1937 Karlsborgs Artillerieregiment

Irgendwann in der Zeit war der Säbel wohl da im Dienst.

Der Anker ist das Zeichen der Eisenmanufaktur in Eskilstuna.

W.S kann ich leider nicht auflösen.

TLN = Norlander, Theodor Ludvig (Besichtigungsinspektor)

Mit der regnerischen Witterung tue ich mich etwas schwer. Dänemark ist auch nicht weit weg - von wegen Witterung. Ich denke das mit dem Messing liegt eher daran, dass es besser sauber zu halten ist. Natürlich wurden die Waffen dadurch teurer.

Da Dänemark aber noch immer in einigen kriegerischen Auseinandersetzungen war, musste die Herstellung billiger sein. Schweden war hingegen schon seit 1814 neutral. So dass man etwas mehr Geld in die Waffen stecken konnte.

Übrigens war der dänische Säbel in den Kriegen 1848 - 50 und 1864 voll im Einsatz - was viele originale Fotos belegen.
Gruß vom alten Schweden

Thomas

7

Dienstag, 20. Juli 2010, 13:09

RE: Kavalleriesäbel Modell 1854

Vielen, vielen Dank für die gewohnt ausführliche Antwort! Du hast übrigens Recht: die Mundblechschrauben fehlen - aber man kann ja nicht alles haben...

8

Dienstag, 20. Juli 2010, 20:57

Hello,

May be this will be interesting. Here is a small picture which shows development of this type of hilt. Swedish p/1854 was copied from the Danish p/1843 cavalry sword.
And the Danish sword itself was made after the Italian p/1834 light cavalry sword, the first from left on my photo.

9

Dienstag, 20. Juli 2010, 21:09

Thank you very much, that's a fine picture. The italian sword seems to be real heavy, is this true?

10

Dienstag, 20. Juli 2010, 21:34

Actually, it is not that heavy, Danish and Swedish swords are more heavy due to the thick guards.

11

Donnerstag, 7. Oktober 2010, 11:08

Ich besitze mittlerweile ebenfalls einen italienischen Säbel Modell 1860. Ich war doch zuuuuu neugierig. Allerdings ein späteres Modell mit halber Griffkappe. Interessanterweise hat man wohl den Griff des vorigen Modells als unzureichend empfunden und den dänischen Griffkorb mit dem Griff des französischen Kavalleriesäbels Modell 1822 kombiniert. Das Ergebnis sieht nicht besonders schön aus, allerdings ist der Griff überraschend - ja, wie soll ich es ausdrücken? - griffig! Ich hatte bislang kaum einen Säbel in der Hand, dessen Griff so anschmiegsam und führig war. Übrigens ist der Italiener auch recht schwer und steht im Gewicht dem Schweden kaum nach. Hersteller ist die Solinger Firma Hartkopf. Der Griffkorb ist gegenüber dem schwedischen Modell etwas schmaler, besonders an der Quartseite, so dass der Korb weniger an der Uniform scheuert (hier ist die Kante auch zusätzlich abgerundet, siehe Bild 4), aber auch an der Terzseite schweift er weniger aus. Das dürfte beim Tragen doch angenehmer gewesen sein.