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Donnerstag, 11. Oktober 2012, 20:04

Unbekannter Grenadier- oder Infanteriesäbel

Hallo Zusammen,

Ich bräuchte Hilfe bei diesem Säbel. Es sind leider keinerlei Marken oder Gravuren zu erkennen. Eine Zuordnung dürfte damit wohl leider fast unmöglich bleiben. Aber vielleicht könnt Ihr mir trotzdem weiterhelfen, auch was das Alter und Verwendungszweck (Grenadier? oder einfache Infanterie oder was anderes?) angeht. Auf der einen Seite erkennt man noch, das ein Daumenring entfernt wurde.

Die Maße sind: GL: 79cm;KL: 63,5;KB: 3,4cm.

Besten Dank im Voraus und viele Grüße,
Andi

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Samstag, 13. Oktober 2012, 15:20

Bei dem Säbel sieht es mir so aus, als wäre die Messingdrahtwickelung nachträglich angebracht worden, vielleicht vom Gefäß ein besseres Bild einstellen.
Im Ganzen sieht der Säbel nach einem klassischen Infanteriesäbel des 18. Jahrhunderts aus, allerdings sind die o.a. Details zu klären.

Zur Truppenfrage, da ich "Grenadiere oder einfache Infanterie" gelesen habe. Eine nach heutigen Gesichtspunkten moderne Unterscheidung trifft auf die damalige Zeit eher weniger zu, denn der Grenadier beispielsweise in der Armee Friedrichs des Großen unterschied sich vom Infanteristen nur duch die Beigabe einiger Granaten in den Munitionsbeutel. Grenadiere hatten ihre große Zeit in der Ära des 17. Jahrhunderts und konnten gegen Pikeniere und in den zu dieser Zeit üblichen Gefechtsaufstellungen wirken. Mit Aufkommen der Lineartaktik wurde der Nutzen der geworfenen Granaten immer geringer. So eröffneten die Preußen bei Hohenfriedberg auf eine Entfernung von 150 Schritt das Feuer, diese Distanz entsprach etwa 100 Meter (diese 100 Meter waren im Vergleich zu anderen Gefechten überaus kurz und wurden vom Großen König expl. befohlen). Es ist klar, dass kein Grenadier auf diese Entfernung mit seinen Granaten etwas anfangen konnte, weshalb sie so fochten wie die Infanterie.

Der Schwerpunkt lag damals eindeutig auf dem Massenfeuer des geschlossenen Truppenkörpers, unterstützt durch Füsiliere (als Plänker eingesetzt), welche vor der Front den Gegner zum Verschießen bringen sollten (zu diesem Zweck führten sie i.d.R. Schützengewehre mit gezogenen Läufen, welche auch mit normalen Patronen geladen, präziser Schossen als die glatten Infanterieflinten).

Sammlergruß
Sebastian Th.

3

Samstag, 13. Oktober 2012, 17:26

Hallo,

Danke für die ausführliche Erläuterung. Was Die Wicklung betrifft, so denke ich, das der untere Teil zeitgenößisch ist. Am unteren Ring kann man noch die Stelle erkennen, an der der Daumenring saß, auch ist dieser Teil der Wicklung deutlich mehr verdreckt in den Zwischenräumen. Der Obere Teil sowie der obere Ring wurden wohl später, aber auch in alter Zeit dran gelötet. Der Knauf ist im Übrigen zweiteilig und wohl ungeöffnet. Kann man Anhand der Bilder und Angaben eine Aussage über die Herkunft treffen? Bei Bedarf kann ich morgen bei Tageslicht auch noch genauere Bilder vom Gefäß machen.

Beste Grüße,
Andi

4

Samstag, 20. Oktober 2012, 14:50

Niemand eine Idee?

Viele Grüße,
Andi