Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Blankwaffenforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Mittwoch, 23. Januar 2013, 10:33

wie wurde die Angel vernietet?

Hallo
Sammelfreunde,

sei Längerem beschäftigt mich folgende Frage:

Mit welcher Methode schafften es die Blankwaffen-Schmiede, die Angel so präzise
am Gefäß zu vernieten ohne "Schaden anzurichten"?
Stahl und Messing mit ihren unterschiedlichen Schmelztemperaturen müssten in
Konflikt kommen. Vor Allem die Hilze, meist aus Holz und Leder, müßte in Gefahr
geraten.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, die glühende Angelspitze so schnell zu
montieren und zu vernieten.
Ich hoffe ein, mit den Technologien vertrautes Mitglied unseres Forums kann
mir( und Anderen ) dies erklären, oder den Verweis nennen -sollte es schon
einmal besprochen worden sein.

Mit dankbarem Gruß

Jürgen

2

Donnerstag, 31. Januar 2013, 11:10

Hallo Jürgen

Da die Angeln nie gehärtet waren, ist es eigentlich kein Problem. Die Angel steht nur soweit heraus, dass sie sich beim Vernieten nicht verbiegen kann. zuerst wird mit dem Hammer die
überstehnde Angel gestaucht. danach gibt man einen dünnen Ledrfleck, der in der Mitte gelocht ist über die Angel und mit einem Kupferohr, dass im Durchmesser etwas grösser als die Angel ist,
wird danach das Griffstück fest auf das Gefäß geschlagen. Der Lederfleck wird dann entfernt. Danach venietet man mit einem leichteren Hammer die Angel. Am Schluss wird mit einem Nietstöckel
der Nietkopf geformt. Wichtig beim Vernieten ist, dass man für die ungefähre Form des Nietkopfes mit dem Hammer nur leicht und mit einer ziehenden Bewegung zuschlägt.
Wenn der Knauf aus Eisen ist wie bei den Degen oder Säbeln des 17. Jahrhunderts braucht nicht einmal ein Nietstöckel, sondern nur Gefühl um den Nietkopf zu formen.

Grüsse Willi
Willibald Meischl

3

Donnerstag, 31. Januar 2013, 21:27

Hallo Willi,
vielen Dank für Deine aussagekräftige Erklärung. -Für mich ist wieder ein Rätsel gelöst.
Nicht, daß ich es nachmachen möchte, -es hat mich nur interessiert!
dankbaren Gruß
Jürgen

4

Freitag, 1. Februar 2013, 16:05

War auch für mich sehr interessant, zu erfahren wie so ein Vernietkopf entsteht.

Gruss
blankhans

5

Samstag, 2. Februar 2013, 18:12

Hallo Jürgen und Blanlhans

Wenn es euch interssiert werft einen Blick auf den Erzherzoglicher Prunkdegen unter Hieb und Stichwaffen 15.-17. Jahrhundert.
Für diesen Degen aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien musste ich ein neues Griffstück mit Messingdrahtwicklung und Türkenbünden anfertigen.
Danach beim Zusammenbau des Degens (eigentliich ein Rapier) musste ich natürlich die Angel Vernieten. Die Bilder zeigen die Waffe Vor und Nach meiner
Restaurierung.

Grüsse Willi
Willibald Meischl

6

Sonntag, 3. Februar 2013, 00:15

Hallo Willi,
danke für Deinen Hinweis. Nach dem Betrachten Deiner Artikel bleibt viel Staunen und Hochachtung. - nochmals danke !
Gruß Jürgen

7

Donnerstag, 14. Februar 2013, 18:02

Am Sonntag, 3. März 2013, zwischen 12.00 und 17.00 h, findet im Deutschen Klingenmuseum, Solingen, das diesjährige Museumsfest statt. Themenschwerpunkt Preußisches Rokoko, u.a. wird ein heute noch tätiger Schwertfeger seine Arbeit vorstellen;es werden auch preußische Waffen gezeigt.

Bestimmt ist es möglich, hier zu dieser Frage mehr zu erfahren, bzw. das selbst einmal zu sehen.

Das Museum ist auch sonst eine Reise wert - der Eintritt ist an diesem Tag frei!

Näheres zu Programm, Anfahrt und Adresse: am besten googlen.