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1

Samstag, 30. März 2013, 07:56

altes Tüllen.Bajonett

Hallo,kann mir einer etwas zu diesen Tüllen-Bayonett sagen(welches Land,wie alt,Schmiedemarke? )Gesamtlänge:42,5cm,Lochdurchmesser 2,2cm Gruß Josef

2

Samstag, 30. März 2013, 16:39

Altes Tüllenbajonett

Hallo Josef,

ich tippe bei Deinem Bajonett auf Frankreich M 1777.
Ich habe in meiner Sammlung ein solches Bajonett (mit passendem Gewehr).
Allerdings hat meines eine Gesamtlänge von 48 cm und ist mit 1817 datiert. Vielleicht gab es ja unterschiedliche Längen für die verschiedenen Waffengattungen?
Eine Schmiedemarke habe ich an derselben Stelle, nur ist sie nicht mehr lesbar. Wenn jemand zu diesen Stücken mehr sagen kann wäre ich auch sehr daran interessiert.
Anbei noch Bilder von meinem Stück zum Vergleich.

Viele Grüße vom Jagdsammler Ebbe

3

Samstag, 30. März 2013, 17:04

Hallo Ebbe,

dein Stück ist kein Modell 1777, dafür ist es eindeutig zu lang. Ist ein Modell 1822 (dürfte in der Schweiz geführt worden sein, die Stücknummer auf der Dillenoberseite ist dafür typisch) Ob nur original Französisch oder anderer Provenienz kann ich anhand der nicht zu erkennenden Marken nicht sagen. Bajonette nach franz. Typ wurden in Belgien, den Niederlangen, durch die Rheinbundstaaten, Russland und auch in Irland gefertigt (das sind nur die Staaten die mir jetzt spontan in das Gedächtnis gekommen sind). Somit lässt sich nicht jedes Bajonett nach franz. Form auch sofort dorthin stecken.

Ein originales 1777 siehe hier:
Französisches Dillenbajonett 1777

Sammlergruß
Sebastian

4

Samstag, 30. März 2013, 17:08

Hallo Ebbe,danke für deinen Beitrag,ja jetzt wo ich deines sehe,denke ich auch das es Frankreich ist,mit den unterschiedliche Längen für die verschiedenen Waffengattungen das könnte hinkommen. Danke nochmal und Frohe Ostern.Gruß Josef

5

Samstag, 30. März 2013, 23:09

Hallo Sebastian,

vielen Dank für die Info!
Ich war immer davon ausgegangen, dass es sich um Frankreich handelt weil es auch so prima auf das Gewehr passt welches ich mit dem Bajonett zusammen gekauft habe. Ich werde wohl bald mal das Gewehr einstellen um vielleicht darüber auch noch überraschende Neuigkeiten zu erfahren.

Viele Grüße und frohe Ostern

Ebbe

6

Sonntag, 31. März 2013, 06:34

Guten Morgen Ebbe,

bei diesen doch späten Bajonetten war die Fertigung bereits so gut, dass die Passung auf ein Gewehr allein, kein sicheres Indiz für die Zusammengehörigkeit mehr ist. Dies könnte man bei Bajonetten bis 1750 noch als Gesichtspunkt ansetzen, allerdings nicht mehr um 1800.

Wie gesagt, diese Stücke wurden von etlichen Ländern gefertigt und verwendet, sodass es für die exakte Zuordnung neben genauer Maße auch Abbildungen aller Stempel benötigt die auf dem Stück vorhanden sind. Auch die Form den Übergangs von Hohlschliff in Fehlschärfe an der Klingeninnenseite ist ein wichtiger Baustein.

Auf angehängten Bildern wird die Situation verdeutlicht, habe einmal eine Anzahl der Stücke aus meiner Sammlung zusammengelegt. Auf Bild 1 augenscheinlich alles Stücke nach franz. Typ (Dillenform und Konstruktion). Bild 2 offenbart die tats. Situation, keines der Stücke gleicht dem anderen. Und alle sind tatsächlich von verschiedenen Modellen und stammen aus Frankreich, Belgien, Bayern, Russland, der Schweiz und Dänemark.

Sammlergruß
Sebastian

7

Montag, 1. April 2013, 16:51

Dillenbajonett

Hallo Sebastian,

danke Dir für Deine ausführliche Antwort!
Der Vollständigkeit halber reiche ich noch ein Bild der Marke zwischen Hohlkehle und Bajonettarm nach. So richtig viel erkennen kann ich da allerdings nicht. Vielleicht fällt ja Dir dazu noch was ein.

Um aber unseren Schanzer über der Diskussion um mein Bajonett nicht zu vergessen: Wie ist sein Bajonett einzuordnen? Es ist ja einiges kürzer und hat eine besser erkennbare Marke zu bieten.

Ich bin gespannt denn jetzt hast Du mich schon neugierig gemacht! :P

Viele Grüße von Ebbe

8

Montag, 1. April 2013, 20:53

Hallo Ebbe,

dieses Bild reicht. Bei dem Stück handelt es sich um eine belgische (Fertigung mit großer Wahrscheinlichkeit in Liege) Kopie des französischen Mle. 1822. Das Ende der Hohlkehle sowie die Nummer sind für diese Stücke typisch. Solche Bajonette (zusammen mit Gewehren aus belgischer Fertigung) wurden dann u.a. auch in die Schweiz verkauft.

Zu Schanzers Bajonett würde ich noch die Klingenlänge benötigten.

Sammlergruß
Sebastian

9

Montag, 1. April 2013, 21:09

Anbei weitere Bilder einiger meiner Stücke aus belg. Fertigung (sind nicht auf obigen Gruppenbild abgelichtet). Beides bis auf die genannten Unterschiede (inkl. der Stempelung) fast identisch mit dem franz. Vorbild.

10

Dienstag, 2. April 2013, 21:16

Hallo Sebastian,

herzlichen Dank für diese erschöpfenden Informationen!
Durch das zweite Bild aufmerksam gemacht habe ich nun den kleinen Stempel auf dem Klingenarm bei mir doch auch noch gefunden.
Prima, zu wissen was man hat!

Gruß von Ebbe

11

Mittwoch, 3. April 2013, 03:21

Hallo Ebbe,

dieses Bild reicht. Bei dem Stück handelt es sich um eine belgische (Fertigung mit großer Wahrscheinlichkeit in Liege) Kopie des französischen Mle. 1822. Das Ende der Hohlkehle sowie die Nummer sind für diese Stücke typisch. Solche Bajonette (zusammen mit Gewehren aus belgischer Fertigung) wurden dann u.a. auch in die Schweiz verkauft.

Zu Schanzers Bajonett würde ich noch die Klingenlänge benötigten.

Sammlergruß
Sebastian

Klingenlänge 34,5 cm Gruß schanzer

12

Mittwoch, 3. April 2013, 16:08

@ Ebbe,

die Marke bezeichnet den doch bekannten Waffenfabrikanten Beuret Freres ansässig in Liége und in der Zeit von 1836 bis 1879 tätig.

@Schanzer,

das Maß ist mir etwas kurz. Ich vergaß, für diese Bajonette wäre das Maß von Klingenspitze bis zum Rand der Dille (Mündungsseite) maßgebend. Einfach das Bajonett mit der Spitze aufstellen und dann bis zur besagten Dillenkante messen.

Sammlergruß
Sebastian

13

Mittwoch, 3. April 2013, 19:57

so jetzt haben wir 35,5cm. Gruß schanzer

14

Donnerstag, 4. April 2013, 18:38

Hallo,

für ein franz. Bajonett Mle. 1777 ist diese Länge def. zu kurz. Auch für die damalige Zeit würde diese Abweichung nicht durch eine fertigungsbedingte Differenz zu erklären sein. Einzig Bajonette nach Muster 1777 aus ausländischer Produktion (beispielsweise Kontrakte in Liége) kommen mit unter mit etwas größeren Maßabweichungen zum französischen Vorbild vor. Habe selber einige dieser Stücke die doch in einigen Maßen deutlich vom Vorbild abweichen.

Sammlergruß
Sebastian Thiem