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Sonntag, 4. August 2013, 15:36

Grenadiersäbel M1765, Österreich?

Hallo zusammen,

ich möchte Euch diesen österreichischen Grenadiersäbel zeigen, wahrscheinlich ein M1765? Kann man ihn zeitlich genauer datieren und was könnte auf der Klinge stehen (Herstellername)? Sind am Griff Reste von Verzierungen zu sehen oder sind dies eher Spuren von Oxidation?

Viele Grüße
alter musketier

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Sonntag, 4. August 2013, 20:57

Auf der Klinge steht "Manufacture nationale de Klingenthal", das ist die Markierung der Keilklinge eines französischen Grenadiersäbels Modell 1767 aus der Konsulatszeit (1801 - 1802).

3

Montag, 5. August 2013, 21:08

Hallo schmiede39,

vielen Dank für Deine Antwort - jezt bin ich auf jeden Fall schlauer, hätte nicht vermutet, dass es sich um eine französische Klinge handelt. Kann dies bedeuten, dass die Österreicher ihre Gefäße an französische Beuteklingen montierten, oder umgekehrt, was mir aber weniger plausibel erscheint, die Franzosen Beutegefäße an ihre Klingen? (Einen Waffenhandel vermute ich nicht ;) ). Oder liege ich ganz falsch, und es handelt sich um gar kein österreichisches Gefäß?

Viele Grüße
alter musketier

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »alter musketier« (5. August 2013, 21:20)


4

Dienstag, 6. August 2013, 07:59

Man sollte vielleicht ins Kalkül ziehen, dass die Franzosen nach der Schklacht von Wagram 1809 in Wien einmarschierten und die Zeughäuser KOMPLETT ausgeräumt haben. Dass ihnen dabei nicht nur komplette Waffen, sondern auch deremn Einzelteile in die Hände fielen, liegt auf der Hand. Warum sollten also französische Regimentsbüchsenmacher, wenn erforderlich, nicht französische Klingen in österreichische Prima Plana Gefäße einziehen?

corrado26

5

Dienstag, 6. August 2013, 18:34

Da hat Corrado Recht!
In diesen Jahren wurde viel gemacht, man denke hier auch an die "Erzeugnisse" der preußischen Reparaturanstalten. Habe ein franz. Bajonett des Typs 1777 in der Sammlung, welches dort zu einem altpreußischen Gewehr aptiert wurde. Hier sieht man wie weittragend die Verwendung von Beutewaffen in dieser Zeit war.

6

Mittwoch, 16. Oktober 2013, 12:08

Corrado hat da ganz ganz recht....--wenn auch jetzt aspektmässig im umgekehrten Sinne....
Bis Mitte des 19 Jhd (und auch danach) tauchen immer wieder vereinzelt österr. Blankwaffen (österr.Griff) mit französischen Klingen auf (auch fallweise auf österr. Offz Waffen--möglicherweise als Erinnerung an die kurze Besetzung von Teilen Frankreichs durch österr. Truppen nach 1815. Dabei wurden nachgewiesenermaßen durch diese die franz. Klingenmanufakturen "ausgeräumt". Eine andere Sache sind dann franz. Beutewaffen in österr. Diensten nach 1815 (Gendarmeriesäbel oder Marinesäbel, Entersäbel a.A), die bei Reparaturen mit österr. Klingen versehen wurden (franz. Griff, österr. Klinge).
A.E.I.O.U.