Sie sind nicht angemeldet.

Lieber Besucher, herzlich willkommen bei: Blankwaffenforum. Falls dies Ihr erster Besuch auf dieser Seite ist, lesen Sie sich bitte die Hilfe durch. Dort wird Ihnen die Bedienung dieser Seite näher erläutert. Darüber hinaus sollten Sie sich registrieren, um alle Funktionen dieser Seite nutzen zu können. Benutzen Sie das Registrierungsformular, um sich zu registrieren oder informieren Sie sich ausführlich über den Registrierungsvorgang. Falls Sie sich bereits zu einem früheren Zeitpunkt registriert haben, können Sie sich hier anmelden.

1

Mittwoch, 16. Oktober 2013, 16:45

Unbekannter Marinesäbel - von Coulaux Klingenthal

Hallo liebe Foristen!
Mir wird ein Marinesäbel angeboten, angeblich österreichisch.
Dem misstraue ich aus folgenden Gründen:
In meinen Büchern über österreichische Blankwaffen und die Bewaffnung der Marine seit ca. 1800 finde ich sowas nicht.
Hergestellt von Coulaux, Klingenthal im Elsass. Die haben mindestens bis 1836 die fr. Armee beliefert, ab 1870 war Elsass ja bei D. Ob Coulaux je Österreich beliefert haben bezweifle ich....
die unverzierte Klinge ist ca. 625mm lang, der Griff aus gerilltem Horn, da fehlt wohl der Zierdraht, am Ricasso steht handseitig "Coulaux A&C", daumenseitig "Klingenthal".
Korb und Scheidenbeschläge waren vergoldet. Am Korb Anker mit Tau und Schilfkolben.
Die beiden Ringe an der Scheide scheinen beweglich....
Ich hoffe es gelingt mir die zugegebenermaßen schlechten Bilder hochzuladen. Für jede Hilfe zur Einordnung bin ich dankbar!

2

Donnerstag, 17. Oktober 2013, 07:49

Hallo commodore!
Der Säbel erinnert zwar entfernt an den österreichischen Marine-Offizierssäbel M 1846, ist aber meiner Meinung nach definitiv nicht österreichisch.
A.E.I.O.U.

3

Donnerstag, 17. Oktober 2013, 08:23

Ich wurde in der Büchern über die französische Blankwaffen suchen
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

4

Donnerstag, 17. Oktober 2013, 09:05

Hallo commodore!

Für österreichischen Marine-Offizierssäbel M 1846 sehen bitte das ;) :

2 Marinesäbeln aus meine Sammlung
Entschuldigen Sie bitte für schlechtes Deutsch.


Grüße aus Kroatien

Chombe

5

Donnerstag, 17. Oktober 2013, 11:47

danke für die ersten Meldungen. Ichhabe nur Bücher über österr. Blankwaffen. Ich bin eher an der Marinegeschichte interessiert, als an den Waffen als solchen. Vielleicht hat hier jemand Zugang zu Büchern über franz. und ggf. NL Waffen. Niederlande wurde mir als Möglichkeit in einem ähnlichen Forum genannt. Auf dem Scheidenmundstück sind hinter dem unklaren Anker wohl zwei gekreuzte Flaggen. Das habe ich bei österr. noch nicht gesehen.
Bin jetzt wirklich neugierig geworden. Das Einzige was nach Österreich deutet, sind die Beteuerungen des Anbieters! Wenn es noch erschwinglich ist, werde ich ggf. versuchen das gute Stück zu kaufen, und das Rätsel nachher klären...

6

Donnerstag, 17. Oktober 2013, 14:02

wenn man vom Hersteller ausgeht, kann Österreich kaum sein. Oder kennt jemand, dass Coulaux nach Österreich geliefert hat?
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

7

Donnerstag, 17. Oktober 2013, 17:19

Es gibt nicht sehr oft, aber fallweise österr. Blankwaffen mit Couleaux-Klingen, so auch im Katalog des HGM von 1903 ersichtlich: ein M1837 InfOffzS oder ein Ehrensäbel in der Form des InfOffzS M1850 für FZM von Hartung um 1860. Das sind aber lediglich Ausnahmen und diese Klingen sind als erkennbar in normierten österr. Gefässen befindlich. Diese sind meist selbst beschaffte Offizierswaffen. Auch ich habe einen KavOffzS M1845 mit einer französischen Klinge:
k.k. Kavallerieoffizierssäbel M 1845 mit älterer französischer Klinge

Daneben gab es zahlreiche (Mannschafts-)Beutewaffen aus den Franzosenkriegen und aus der Besetzung kurz nach 1815. Dabei wurden die franz. Werke "ausgeräumt". Bekannt als dann durch Österreich offiziell eingeführte Blankwaffe aus Franzosenbeständen ist der Matrosensäbel, weiters der nahezu idente Gendarmeriesäbel M50, als auch der Entersäbel alter Art deren Basis französische Muster waren und deren Einzelteile dann bei Reparaturen auch in Österreich nachgefertigt wurden-- alle diese sind in der Rubrik Österreich zu finden. Klingenlieferungen von Couleaux in grösserem Stile nach 1815 sind mir unbekannt, auch sollten ja in der 1.H.19Jhd. heimische Fabrikanten zum Zug kommen. Dies änderte sich nur kurzwährend der 1850/frühe 60iger Jahre, wo in zumeist Mannschaftskavalleriesäbeln auch deutsche Klingen auftauchen--die damals wahrscheinlich gerade billiger waren und eine Reorganisation der Armee nicht vorhandeneGeldmittel verschlang. Ab den späten 60igern waren es wieder österr. Fabrikanten.
Dieser Säbel hier ist aber allen Anschein und seiner Form nach KEIN österreichischer bzw kein österr. Marinesäbel! ;)
A.E.I.O.U.

8

Freitag, 18. Oktober 2013, 00:45

Danke, Doppeladler! Das bestätigt meine Zweifel. Auf der Coulaux Seite gibt es einen Hinweis, das die Schreibweise Coulaux A&C sehr knapp um 1845 stammt, und da ist mir ein franz. "Import" nach Deinen Ausführungen eben auch recht unwahrscheinlich. Vielleicht klärt sich das Rätsel ja noch. Habe auch an das HGM geschrieben, aber noch keine Antwort bekommen. Im Marineverband kenne ich niemanden, de3r sich intensiv mit den Blankwaffen der Marine befasst, aber die Bücher sind ja von Herren im Dunstkreis des HGM verfasst worden....

Übrigens suche ich noch richtige Marinesäbel und -dolche aus Österreich - ab 1846, (ggf, auch ab 1800) bis 1900, wer also einen zuviel hat, oder eine Quelle kennt --> pm! Danke!

9

Freitag, 18. Oktober 2013, 19:23

Aus meine Sicht ist das eine Variante der franz. Marine-Säbel M1837 (habe endlich die Fotos vom Säbel mit den Fotos im Buch verglichen)
Tu ne cede malis, sed contra audentior ito!

10

Sonntag, 20. Oktober 2013, 12:45

Sollte ich noch mehr erfahren melde ich mich wieder! Danke le Hussard, mit einem Bild zum Vergleich kannst Du wohl jetzt ziemlich sicher sein?

11

Sonntag, 20. Oktober 2013, 13:03

Die Ähnlichkeit ist überzeugend. Danke, werde das Stück nicht kaufen....es gibt ja wirklich nicht den geringsten Hinweis das es eine Österreichische Waffe ist!
Danke Euch allen
http://users.skynet.be/euro-swords/naval1837.htm