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Freitag, 25. April 2014, 21:02

Schweizer Dolch M 43

Hallo .

Habe einen M 43 erstanden. Hersteller Neuhausen- Nr. 969 . Auffällig hierbei ist allerdings das Portepee. Der rote Stoff ist mit goldfarbenem, metallischem Material durchwebt, die Troddel besteht auch aus "Brokat", wie ich es mal laienhaft bezeichnen würde . Also eine wirklich hochwertige Ausführung. Alles sehr detailliert und hochwertig ausgeführt. Die Klinge, ist im Gegenteil zu den Elsener, ausgeschliffen (fast scharf) und spitz. Top-Qualität. Scheide brüniert ,mit Schweizer-Kreuz.
Von wann stammt der Dolch ? Gabs diese Portepees oft ?

Hab noch einen Elsener mit 177-tausender -Nummer. Hier ist das Portepee standardmäßig;-weiß-rot .Von wann kann dieser Dolch stammen?

Danke - highpower625
Highpower625

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Sonntag, 11. Mai 2014, 22:24

Gratuliere zur dreistelligen Nummer. Die SIG (am Dolch ist das Firmenzeichen, ein Gewehr mit Bajonett, darüber eine N erkennbar) hat in den Jahren 1941 - 1944 ca. 14 verschiedene Dolchmuster im Auftrage des Büros des Generals hergestellt. Beim abgebildeten Objekt handelt es sich um eine erste Serie aus dem Jahr 1944. Das Schlagband der ersten Serie aus Neuhausen wurde in der abgebildeten aufwändigeren und teureren Qualität abgegeben.
Im Juni 1944 beginnt die Serie mit 10101 und endet imAaugust 1946 mit 40815. 1946 und 1947 wurden weitere 7535 Of Dolche mit den Nummern 40'816 - 48'350 geliefert. Nach diesem Auftrag wurde die Produktion dieser Dolche der Firma Elsener übergeben. Die Fabrikation von Dolchen bei der SIG wurde danach eingestellt.
Elsener hat 1960 die Serie 173001 - 177500 hergestellt. 1962 folgten dann die Serie177501 - 182699. Die Scheide sollte mit S gekennzeichnet sein, wa Sissach bedeutet, den Standort der Produktionsfirma Balser Eisenmöbelfabrik AG

3

Sonntag, 11. Mai 2014, 22:26

Gratuliere zur dreistelligen Nummer. Die SIG (am Dolch ist das Firmenzeichen, ein Gewehr mit Bajonett, darüber eine N erkennbar) hat in den Jahren 1941 - 1944 ca. 14 verschiedene Dolchmuster im Auftrage des Büros des Generals hergestellt. Beim abgebildeten Objekt handelt es sich um eine erste Serie aus dem Jahr 1944. Das Schlagband der ersten Serie aus Neuhausen wurde in der abgebildeten aufwändigeren und teureren Qualität abgegeben.
Im Juni 1944 beginnt die Serie mit 10101 und endet im August 1946 mit 40815. 1946 und 1947 wurden weitere 7535 Of Dolche mit den Nummern 40'816 - 48'350 geliefert. Nach diesem Auftrag wurde die Produktion dieser Dolche der Firma Elsener übergeben. Die Fabrikation von Dolchen bei der SIG wurde danach eingestellt.
Elsener hat 1960 die Serie 173001 - 177500 hergestellt. 1962 folgten dann die Serie177501 - 182699. Die Scheide sollte mit S gekennzeichnet sein, wa Sissach bedeutet, den Standort der Produktionsfirma Balser Eisenmöbelfabrik AG

4

Montag, 12. Mai 2014, 10:07

Präzisierung zur Produktion von Dolch 43
Wie oben erwähnt, fehlen Unterlagen über die frühen Serien der SIG Neuhausen. Aufgrund von Realstücken haben diese drei- und vierstellige Nummern. Ob es auch zweistellige Nummern gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Das aufwändigere frühe Schlagband, das sich an das Schlagband zum "Säbel mit gerader Klinge Eidg. Ord. 1899" anlehnt, findet sich an drei- und vierstelligen Nummern. Es ist nicht auszuschliessen, dass die ersten Serien von Neuhausen bereits Anfang 1944 ausgeliefert wurden.
Victorinox ist der Firmename des Betriebs Carl Elsener in Schwyz, der auch Dolch- und Sägebajonette produziert hat. Aktenkundig (Schweizerisches Bundesarchiv) ist, dass die Aufnahme der Produktion bei Victorinox sich verspätet hat. Die erste Serie wird laut Firmenarchiv Victorinox erst im Juni 1944 nummeriert.
28.06.1944 Victorinox nummeriert 10101 - 16046
vom 28.02.1945 - 05.07.1945 nummeriert Victorinox 16047 - 20100
N° 20101 - 30350 produziert von SIG Neuhausen
vom 05.07.1945 - 19.081946 nummeriert Victorinox 30351 - 40815
N° 40816 - 48350 produziert von SIG Neuhausen
vom 08.05.1948 - 17.08 1953 nummeriert Victorinox 48351 - 55414
N° 55415 - 152500 aus dem Jahre 1953 ist die letzte Serie der SIG Neuhausen

Dragoner

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5

Montag, 12. Mai 2014, 19:06

Den Ausführungen von Schmied ist nicht mehr zuzufügen!

Du erwähnst in deinem Beitrag, dass sich auf der Scheide ein Schweizerkreuz befindet. Ist es ein grosses Kreuz im oberen teil der Scheide und dort mittig platziert?

Hast du ggf. ein Bild?

Dragoner
Wer früher stirbt, ist länger tot.

6

Montag, 19. Mai 2014, 19:00

Hallo -

Danke, für die ausführlichen Antworten.

Die Scheide ist nicht mit "S" markiert, sondern hat als einzige Markierung am Ortknopf das kleine "Schweizer Kreuz ", wie es sich an Bajonetten findet. Ebenfalls ist sie brüniert. Aufgrund der Reibspuren des Portepees gehe ich davon aus, das es original ist. Alles im sehr gutem Erhaltungszustand.

Grüße

highpower625
Highpower625

Dragoner

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7

Mittwoch, 11. Juni 2014, 20:55

Danke für die Bilder. Wirklich ein schöner Dolch.

Zum Schlagband: ich gehe zu 100% davon aus, dass es original ist. Ein schönes frühes Stück. Gottlob wird Militaria unserer Föderation noch nicht, respektive sehr unbeholfen gefälscht.

Eine unbestätigte Ergänzung zum Band noch. Die Schlagbänder dürften ab 1949 mit Einführung der neuen Ordonannzen aus Wolle gefertigt ausgegeben worden sein. Leider habe ich keinen Bundesratsbeschluss vorliegen. Fotografien aus der Zeit stützen jedoch diese Annahme.
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