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1

Sonntag, 1. Mai 2005, 12:34

Artillerie-Offizier-Säbel "Löwenkopfsäbel"

Artillerie-Löwenkopfsäbel

ähnlich einem Wachtmeistermodell, aber mit runden Parierlappen.

Er hat als Griffknauf einen halben, und als Parierstangenende einen ganzen Löwenkopf. Die Klinge ist verziert.

Die Scheide ist vernickelt und hat zwei messingene Trageringe.

Auf dem Griffbügel befinden sich Fahnen, Lanzen und ein EK.

Auf einem Parierlappen sind 2 Kanonen und 3 Kanonenkugeln abgebildet.

Der Griff ist mit Leder bezogen, das über eine Schnur gelegt wurde.

Das Portepee ist mir unbekannt. Es besteht aus goldenen Fäden mit roten Streifen und roter Füllung. Über Angaben zur Herkunft wäre ich sehr dankbar.

Anhand der Poretepeefarbe ist die Herkunft des Säbels eigendlich unklar. Ich stufe ihn erstmal trotzdem als Preuße ein.

Die Maße
Gesamtlänge: 984 mm
Säbellänge: 965 mm
Klingenlänge: 840 mm
Klingenbreite: 22 mm
Klingenstärke: 6 mm
»Thomas« hat folgende Bilder angehängt:
  • alk2.jpg
  • alk10.jpg

2

Sonntag, 8. Mai 2005, 20:10

Löwenkopf der Kavallerie

Kavallerie-Löwenkopfsäbel Der Löwenkopf ist sehr schön ausgebildet, keine Glasaugen.
Der Griffbügel ist in der Ecke kunstvoll verstärkt, auf den Bügel selbst ein kleines EK und ein Wappenschild.
Die Parierstange endet in einen kleinen Löwenkopf. Der terzseitige Parierlappen zeigt zwei Säbel , deswegen halte ich ihn für einen Husarensäbel ( kann mich auch irren ;-) ).

Der quartseitige Parierlappen ist glatt.
Die Klinge ist beidseitig mit den bekannten Trophäen verziert.
Die Scheide ist nachlackiert und hat einen losen Tragering, keine Trageöse.
Der Griff ist mit 3 verdrilllten Drähten(dünn/dick/dünn) über Fischhaut umwunden.

Gesamtlänge: 972 mm
Säbellänge: 946 mm
Klingenlänge: 815 mm
Klingenbreite: 22,5 mm
Klingenstärke: 6 mm
»traunixmehr« hat folgende Bilder angehängt:
  • Löko gesamt.jpg
  • Löko Griff.jpg
_______________________________________________________________

Mit schlechten Gesetzen und guten Beamten läßt sich immer noch regieren -
bei schlechten Beamten aber helfen uns die besten Gesetze nichts.
Otto v. Bismarck

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »traunixmehr« (8. Mai 2005, 20:18)


gardehusar

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3

Montag, 9. Mai 2005, 08:42

Husaren ??

hmhmh auf jeden Fall Kavallerie und möglich da keine "Augen" Eigentumsstück eines Gefreiten oder Uffz. ob nun Husaren Ulanen oder Kürassiere ist sehr schwer zu sagen. Stempel ??

Aber ein schönes guterhaltenes Stück !!!
SUUM CUIQUE das Motto der Leib Garde Husaren (jedem das Seine)

Rasch mit dem Pferde, hart mit dem Schwerte,
im Sattel feste, beim Becher der Beste, den Frauen hold, treu wie Gold, Mut in Gefahr, das ist ein Husar

Für Fragen über mein Spezialgebiet stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!

4

Montag, 9. Mai 2005, 09:24

Anmerkung zu dem
"Kavallerie-Offizier-Interimssäbel",
so die offizielle Bezeichnung in Preußen.

Dieses Modell wurde von Offizieren und Wachtmeistern der Dragonern, Husaren und Ulanen sowie einigen weiteren Personengruppen geführt.
Nicht geführt wurde es von den Kürassieren oder gar Unteroffizieren ohne Portepee und Mannschaften. Letztere hatten ja "ihren" Kavalleriedegen 89.

Wegen der "geschwärzten" Scheide mit nur einem Ringband ist die Waffe auf die Zeit nach 1910 zu datieren.
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Schwertfeger« (9. Mai 2005, 09:27)


5

Montag, 9. Mai 2005, 16:49

Hersteller?

Hallo !

Erst einmal gebe ich schwertfeger recht, ich ordne den Säbel auch nach 1910 ein.

Warum es ein Husar sein soll? Ganz einfach:" Gekreuzte Säbel sind Husaren!" ( Aussage des Verkäufers und später die Bestätigung eines Händlers auf der WBK) .
Ich lasse mich gern eines Besseren belehren. ;-)

Zum Hersteller: Da leider kein Stempel zu finden ist, wage ich eine Einordnung nach Maier.
Auf Seite 336 als No. 56a ist ein Säbelgefäß abgebildet, das bis in die kleinste Einzelheit des Griffes übereinstimmt. Leider fehlt die Darstellung der Scheide. Die Abbildungen stammen aus dem Kaiser-Katalog von 1902.
Meine Scheide wurde offensichtlich in jüngerer Zeit vom Vorbesitzer nachlackiert.
Bis bald Roland
_______________________________________________________________

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bei schlechten Beamten aber helfen uns die besten Gesetze nichts.
Otto v. Bismarck

6

Montag, 9. Mai 2005, 17:04

@ taunixmehr

Zwei Fragen:
- Was hatten denn die Dragoner auf dem Parierstangenlappen?
- Wer war denn der Händler? (Damit ich die Kompetenz einschätzen kann.)

Grüße
"Schwertfeger"
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gardehusar

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7

Montag, 9. Mai 2005, 18:57

Verwirrt

Es ist nicht mein spezial Gebiet aber laut Kube führten Unteroffiziere einen Löwenkopf Säbel teiweise als Eigentumsstück...und ich habe 2 Bilder wo einfache Gefreite diesen Degen führen. es sind Einjährige.....der Leib Garde Husaren
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Für Fragen über mein Spezialgebiet stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!

8

Montag, 9. Mai 2005, 19:42

RE: Verwirrt

Zitat

Original von gardehusar...und ich habe 2 Bilder wo einfache Gefreite diesen Degen führen. es sind Einjährige.....der Leib Garde Husaren


Ich versuche bei der "Entwirrung" zu helfen. Wäre es möglich, eines oder beide Fotos von den "einfachen Gefreiten" mal hier zu zeigen? Das würde die Diskussion sicher vereinfachen.

Natürlich konnten Unteroffiziere einen Löwenkopfsäbel führen, aber nur dann, wenn sie den Dienstgrad eines Vizewachtmeister oder Wachtmeister (entspricht dem Feldwebel bei der Infanterie) hatten, also Unteroffiziere mit Portepee waren. Unteroffiziere ohne Portepee (Sergeanten und Unteroffiziere) durften nur die Seitenwaffe wie die Mannschaften führen.
"Suum cuique" (Cicero: Jedem das Seine; Devise des Schwarzen Adler Ordens)

9

Mittwoch, 15. März 2006, 18:35

RE: Löwenkopf der Kavallerie

Zitat

Original von traunixmehr
Kavallerie-Löwenkopfsäbel Der Löwenkopf ist sehr schön ausgebildet, keine Glasaugen.
Der Griffbügel ist in der Ecke kunstvoll verstärkt, auf den Bügel selbst ein kleines EK und ein Wappenschild.
Die Parierstange endet in einen kleinen Löwenkopf. Der terzseitige Parierlappen zeigt zwei Säbel , ...


Hallo Roland,

könntest Du bitte mal unter die Parierlappen nachschauen, ob sich ein Hersteller auf der Klinge verewigt hat?
Ich stöber gerade in Gerd Maier 's "Preußische Blankwaffen" rum und fand eine Seite (Tafel 18 ) vom Hersteller "Carl Kaiser", in dem ein völlig identisches Säbelgefäß dargestellt wird, unter der Katalognummer 56a und der Bezeichnung "Offizier-Löwenkopfsäbel".

Es ist wahrscheinlich, daß Kaiser das Gefäß von einem externen Hersteller geliefert bekam, mehr dazu später. Jetzt würde mich einzig ein Hersteller der Klinge interessieren.

Gruß,
Thomas

10

Mittwoch, 15. März 2006, 19:29

Hallo Thomas!

Wie ich weiter oben schon sagte, nahm ich den Maier (Seite 336) zur Hand, der wiederum den Kaiser-Katalog abbildete.
Der Vergleich des Gefäßes ist die einzige Möglichkeit, den Säbel einem Hersteller zu zuordnen. Es ist weder ein Hersteller unter den Parrierlappen noch auf den Klingenrücken gestempelt bzw. geätzt.
Um ganz sicher zu sein, habe ich nochmals mit Aceton, Bindfaden ,Wattestäbchen und NEVR.DULL das bischen Schmand unter den Lappen entfernt, ein Stempel fehlt einfach.

Da um 1890 herum (das genaue Datum kenne ich leider nicht) das Erbrecht (Stempelpflicht) der Hersteller entfiel, gibt es nun mal "No Name"- Klingen. Das stand jedenfalls im Maier- Preussen (meine 8 Bibeln :D).

Bis bald Roland
_______________________________________________________________

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Otto v. Bismarck

11

Mittwoch, 15. März 2006, 19:39

Zitat

Original von traunixmehr
Wie ich weiter oben schon sagte, nahm ich den Maier (Seite 336) zur Hand, der wiederum den Kaiser-Katalog abbildete.


Hallo Roland,

das habe ich doch tatsächlich, wahrscheinlich wegen der anderen Diskussion, übersehen. Aber egal, ich will auch auf etwas Anderes hinaus...

Zitat

Original von traunixmehr
Der Vergleich des Gefäßes ist die einzige Möglichkeit, den Säbel einem Hersteller zu zuordnen.


Genau hier will ich anknüpfen und einen graphischen Einwand leisten, siehe Bild. Der andere Säbel (in diesem Fall Artillerie-Offizierssäbel) hat eine Klinge von "Weyersberg & Kirschbaum".
Unterschiede in den Gefäßen sehe ich nur an der Mähne des Löwen und an der auf den Parierlappen abgebildeten Waffengattungen (Kanonen/Säbel).
Eigentlich sollte man annehmen, daß die Hersteller eigene Gefäßkreationen hatten. Anscheinend sind sie aber auch "nur" beliefert worden. Oder haben die Firmen Formen übernommen?

Gruß,
Thomas

12

Mittwoch, 29. März 2006, 15:55

Ein weiteres Beispiel eines Artillerie-Offizier-Säbel.

Das Gefäß ist relativ groß. Manko des Stückes sind die fehlenden roten Einsätze in den Augen. Mein Part als Besitzer ist es, dort wieder welche einzusetzen, bzw. einsetzen zu lassen. Auch ist die Klinge leider geschärft worden, siehe dazu auch das Thema "Schleifen und Wiederabstumpfen d. Blankwaffen"

Hersteller: Weyersberg, Kirschbaum und Cie.