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Samstag, 5. Dezember 2015, 16:14

Meine kleine Sammlung Schweizer Bajonette

Hallo Sammlerkollegen,

ich möchte Euch meine kleine Sammlung von diversen Schweizer Bajonetten vorstellen. Es sind zwar keine seltenen Stücke dabei, aber diese Bajonette aus der Schweiz gehören zu meinen absoluten Lieblingsstücken. Meine Sammelschwerpunkte liegen zwar woanders, aber ich kann einfach nicht widerstehen wenn ich ein Bajonett aus der Schweiz auf einem Flohmarkt entdecke und der Preis dann auch noch stimmt. Ich habe alle abgebildeten Bajonette auf Flohmärkten in der Schweiz erworben. Von meinem Wohnort in Deutschland habe ich es nicht weit bis nach Neuhausen/CH, dort wo drei der abgebildeten Bajonette hergestellt wurden. Das macht das Sammeln dieser Bajonette noch reizvoller für mich.

Auf Bild Nr. 1 sind folgende Modelle abgebildet von links nach rechts:

Nr. 1: Modell 1889/1918 mit Niete in der Hohlkehle, welche das unbeabsichtigte herausrutschen des Bajonetts verhindern sollte, Hersteller Waffenfabrik Neuhausen, Nr. 255366
Nr. 2: Modell 1918 mit Dolchklinge, Hersteller Elsener Schwyz, Nr. 578291
Nr. 3: Modell 1918, Hersteller ebenfalls Elsesner, Schwyz, Nr. 640158
Nr. 4: Modell 1818, Hersteller Waffenfabrik Neuhausen, Nr. 146953
Nr. 5: Modell 1914 mit Sägerücken und Stahlscheide, es gibt auch eine Variante mit Lederscheide, Hersteller Waffenfabrik Neuhausen, Nr. 842398

Zur Geschichte der Bajonette brauche ich wohl nichts zu schreiben, da diese Themen schon im Forum behandelt wurden.

Viele Grüße, Michael
»Fagan« hat folgende Bilder angehängt:
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Dragoner

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2

Sonntag, 6. Dezember 2015, 16:24

Hallo Fagan

Danke fürs zeigen Deiner Stücke! Die gezeigte Nummer 1 ist eigentlich ein Modell 1889/99. Wie du bereits erwähnst, verhindert der Knopf das herausrutschen des Bajonettes. Das Model 1899 hatte einen Grat an dieser Stelle in der Hohlkehle mit dem selben Effekt. Einige 1889er wurden nach 1899 mit diesem Arretierknopf nachgerüstet.

Diesen Knopf kann man auch bei Vetterli-Säbelbajonetten finden. Wann aber bei diesen Modellen der Knopf eingeführt/nachgerüstet wurde kann ich leider nicht sagen.


Dragoner

Dragoner

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3

Sonntag, 6. Dezember 2015, 17:16

Ein paar Hintergrund Infos noch:

Im Unterschied zu dem Karabinern Ord 1911 und Ord 1931 waren die Läufe von den Gewehren 1889, 1889/96, 1900, 1889/96/11, 1911 dicker. Es ist also nicht möglich ein Bajonett, welches für einen Karabiner bestimmt ist, auf eine Gewehr aufzupflanzen. Umgekehrt geht das aber schon. Weiter haben die 1918er Bajonette eine länger Nut am Knauf als die 1889er und folgende Modelle. Ach der Adlerkopf unterscheidet sich minim zwischen den 1889 und 1889/99 zu den 1899 Modellen. Die 1918er haben zudem einen merklich breiteren Adlerkopf. Es existieren zudem noch Bajonette mit einer Einpressbuchse im Loch der Parierstange. Mutmasslich sind diese abgeänderte Modelle von Gewehren, die nun auf Karabinern Verwendung fanden. Die Ringe sind wohl für einen besseren Sitz gedacht.

Bei Bedarf stelle ich gerne ein paar Fotos ein.

Dragoner

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dragoner« (7. Dezember 2015, 13:01)


4

Sonntag, 6. Dezember 2015, 17:56

Hallo Dragoner,

vielen Dank für deine Korrektur und die Anmerkungen. Es wäre sicher interessant wenn Du ein paar Bilder des von Dir beschriebenen abgeänderten Bajonetts einstellst.

Viele Grüße, Michael

Dragoner

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5

Montag, 7. Dezember 2015, 13:01

Also denn hier noch ein paar Fotos

Von links nach rechts habe ich hier drei 1899er Bajonette.
Links ein unausgegebenes Bajonett für einen Karabiner. Der Laufring ist merklich dicker als beim Bajonett in der Mitte. Die Laufringe meiner prä 1918 Bajonette für Karabiner weisen eine Bohrung von 14,2 mm bis 14.5 mm auf (habe mein Schiebelehre ausgeliehen. Daher Handmessung).
Mittig ein Modell für ein Gewehr. Der Ringe haben einen Durchmesser von 15.2 mm bis 15.5 mm. Der Ring ist im Unterschied zum Karabinerbajonett sichtbar feiner.
Rechts noch ein spezielles Modell. Man erkennt deutlich die eingesetzte Buchse im Laufring (14.5mm Durchmesser). Dieses Bajonett kann ich aber nicht definitiv einer bestimmten Waffe zuordnen. Ursprünglich wohl einem Gewehr zugehörig. Die vierstellige Nummer passt aber nicht ganz zu einem Karabiner. Diese hatten grundsätzlich höhere Nummern. Es kann sich eigentlich nur um ein Bajonett handeln, welches einem Karabiner 1900/11 oder 1905/11 zugeteilt wurde. Bei diesen Karabinern handelt es sich um Waffen älterer Ordonnanzen. Das sind im einzeln das kurze Gewehr 1900 und der Kavalleriekarabiner 1905. Diese wurden eben zu Karabinern der Ord 1911 umgeändert. Deshalb die spezielle Bezeichnung. Die kurzen Gewehre hatten Stichbajonette und der Kavalleriekarabiner keines, respektive keine Aufpflanzvorrichtung. Bei diesem Bajonett erkennt man auch deutlich, dass die Parierstange beschliffen wurde und eine neue Nummer eingeschlagen wurde. Die vierstellige würde somit zu den erwähnten Karabinermodellen passen. Das würde auch die eingesetzte Buchse erklären. Das Bajonett passt besser auf den Lauf und hat weniger Spiel. Eine weitere Abnorm sind die Griffschalen aus Ulmenholz. Ordonnanzmässig wurden Griffschalen aus Baumnuss verwendet. Aber abschliessend kann ich keine Antwort zu diesem Bajonett geben. Meine beiden abgeänderten Karabiner, 1900/11 und 1905/11 haben aber jeweils ein 1918er Bajonett (nummerngleich).

Dann noch ein Vergleich der Aufplanznut von den 1899ern im Vergleich zu einem 1918er. Der Griff des 1918er ist länger und auch die Nut. Überdies weisen alle meine 1918er eine Laufbohrung von rund 14.2 mm bis 14.5 mm auf. 1918er und deren Modifaikation 1918/55 lassen sich auf alle Karabiner der Ord 1911 und 1931, die Scharfschützenkarbiner und die Maschinenpistolen mit Bajonetthaft (1941/44 und 1943/44) aufpflanzen. Jedoch nicht auf Gewehre. Bajonette von GEWEHREN OHNE EINPRESSBUCHSE der Ordonnanz VOR 1918 lassen sich auf alle Waffen aufpflanzen. Dies gilt überdies auch für die Stichbajonette der Ord 1892 und 1892/11.

Zum Schluss noch ein Vergleich von zwei Griffen. Links Ord 1918/55 und rechts 1918. Auch beide unausgegeben. Man erkennt beim 1918/55er einen leicht vereiterten Griff. Dieses Modell war das letzte Bajonett zur Schmidt-Rubin Serie. Es wurde dann abgelöst vom Einheitsbajonett Ord 1957 welches zum Sturmgewehr 1957 ausgegeben wurde.
So, ich hoffe etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben und nicht zu sehr verwirrt zu haben. Bin auf Meinungen und/oder Anregungen gespannt.

Peter
»Dragoner« hat folgende Bilder angehängt:
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Wer früher stirbt, ist länger tot.

6

Montag, 7. Dezember 2015, 15:05

Hallo Peter,

sehr interessanter Beitrag, zu einem für mich mittlerweile doch recht spannenden Thema. Ich werde mich in Zukunft wohl stärker auf Schweizer Bajonette konzentrieren. In meiner Sammlung ist ja noch etwas Platz. :)


Viele Grüße, Michael

Dragoner

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7

Montag, 7. Dezember 2015, 18:37

Bitte! Gerne!

Falls du mal Hilfe oder einen Tip brauchst. Du findest mich hier im Forum!

Peter
Wer früher stirbt, ist länger tot.

8

Montag, 7. Dezember 2015, 18:42

Danke Dir! Werde bestimmt auf Dein Angebot zurückkommen.

Michael

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Mittwoch, 9. Dezember 2015, 15:23

Zum Thema Schweiz kann ich auch noch etwas beitragen:












Bitte nicht auf die Spinnenweben achten!!!! Habe Turbospinnen und die sind ganz neu, ehrlich :whistling: .
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Dragoner

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Montag, 14. Dezember 2015, 14:17

Auch ganz nett. Ich mag auch aufgepflanzte Bajos. Peppen die Langwaffen irgendwie auf. Sind die Bajos nummerngleich zu den Waffen? Und auf welchem Gewehr ist das Stichbajonett aufgepflanzt?

Peter
Wer früher stirbt, ist länger tot.

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Donnerstag, 17. Dezember 2015, 14:20

Nein, nicht Nummerngleich. Das Stich ist auf einem G11.