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Montag, 5. Juli 2021, 20:44

Lefaucheux Revolver 1866, Schweiz

Hallo zusammen. Hier möchte ich euch einmal etwas "Moderneres" zeigen, wenn auch nicht minder interessant.
Besagtes Stück ist ein Lefaucheux Revolver nach dem französischen Modell 1858. Hier die Geschichte dahinter:
Seit den 1850erJahren wurden in der Schweiz Versuche mit diversen Revolvermodellenunternommen, welche die Perkussionspistole als Offiziers- und Spezialisten-Waffe ablösen sollte.
Erst im Jahr1872 wurde dann das Modell Chamelot-Delvigne als Ordonnanz angenommen. Insbesondere viele Offiziere schafften sich privat alle möglichen Typen von Revolvern an,welche sie dann in den Dienst mitnahmen. Darunter viele Stiftfeuerrevolver vom Typ Lefaucheux.
1866 schaffte das Militärdepartement einen grösseren Posten solcher Revolver (ein paar Hundert) an, welche aus Belgien bezogen wurden und dem französischen Modell 1858 entsprachen. Diese Waffen wurden kontrolliert und mit Prüfstempel versehen. Sie wurden dann zum Selbstkostenpreis an Offiziere weiterverkauft. Viele dieser Waffen wurden während der Grenzbesetzung 1870/71 eingesetzt.
Das hier ist eben einer der genannten "Bundesrevolver". Obwohl relativ viele ausgegeben wurden, wurde er nie als Ordonnanz betitelt und ist daher eigentlich eher eine Versuchswaffe. Der eidgenössische Stempel weist die Waffe klar als Militärwaffe aus, ist aber irgendwie weder Fisch noch Vogel. Der Stempel selbst ist auf dem rechten Laufrahmen sehr undeutlich, aber doch erkennbar eingeschlagen. Laut meiner Literatur waren solche Stempel ab ca. 1860 dem Kontrolleur Müller zuzuordnen. Beim Zerlegen fiel mir innen unter dem Lauf der Stempel VD auf, welcher vermutlich für Waadt (Vaud) steht. Ich habe leider kein schönes Foto machen können, werde es aber nochmals versuchen. Diese Revolver sind sehr selten zu finden, daher musste ich einfach zugreifen, da der Preis ebenfalls ein Schnäppchen war. Der Mechanismus funktioniert leider nicht einwandfrei, der Double Action Abzug greift manchmal nicht und wenn dann rutscht der Hahn gefühlt von der Raste. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Raste etwas ausschleifen sollte, oder es zwecks Originalität einfach so lassen sollte. Immerhin hat das Putzen schon sehr viel geholfen.

Für mich jedenfalls trotzdem eine tolle Waffe, da ich die Lefaucheux Waffen von der technischen wie auch der optischen Seite "cool" finde.
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corrado26

Experte für Feuerwaffen

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Dienstag, 6. Juli 2021, 14:44

Wenn bei uns diese Revolver frei erwerbbar wären, was sie leider nicht sind, dann hätte ich von diesem System mit absoluter Sicherheit schon sehr lange eine eindrucksvolle Sammlung. Diese Revolver haben mir schon immer gefallen und ein solcher stand am Beginn meiner Sammelleidenschaft. Leider musste ich ihn 1973 nach der Verschärfung des Waffengesetzes bei uns abgeben, weil ich mit der Behördendummheit nichts zu tun haben wollte.

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Dienstag, 6. Juli 2021, 18:46

Hier der VD Stempel. Eventuell auch ein Herstellerstempel. Ja, da ist das Gesetz in der Schweiz sehr viel einfacher. Da macht man nicht so ein "Wäse" darum. Liegt aber auch wieder in der Geschichte, in der Schweiz war Waffenbesitz seit jeher erlaubt, ja gar gewünscht. Mir geht es ähnlich, eigentlich bin ich an Revolvern oder generell modernen Faustfeuerwaffen nicht interessiert, bis auf ein paar Ausnahmen. Dieser ist eben genau so eine Ausnahme, ich finde ihn optisch einfach sehr schön. Dazu passt er gut in meine Sammlung. Mittlerweile habe ich neben dem Offizierssäbel 1842/52 mit Koppel auch einen Offizierstschako Ord. 1861. Das gibt also ein schönes Konvolut. Anbei ein Bild des Käppis.
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