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joehau

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1

Dienstag, 1. Mai 2018, 03:30

Ordonnanz 1804 - Säbel für unberittene Mannschaften

Gesamtlänge: 768 mm
Klingenlänge: 634 mm
Klingenbreite: 33 - 27 mm sich verjüngend
Klingenstärke max.: 6 mm
Länge der Scheide: 655 mm

Hersteller: unbekannt

Stempel: keine


Beschreibung:

Messinggefäß aus 2 Hälften gegossen, 19 Griffrippen
Winkelbügel, Parierstange und halbes Mitteleisen aus einem Stück Messing
gerade Parierstange in eckigem Endknopf auslaufend
einschneidige, blanke, leicht gebogene Keilklinge mit beidseitiger Hohlkehle
Angel auf dem Griffkopf vernietet
schwarze Lederscheide, verdrahtete Messingmontur, Trageknopf
Mundblech ohne Deckplatte, Ortblech mit sehr kleinem Ortknopf


Säbel für unberittene Mannschaften nach französischem Muster Mle.1767
Sabre d'Infanterie 'Briquet'. Da im Gegensatz zu den französischen Briquet
keinerlei Hersteller- oder andere Markierungen ( z.B. GRENADIER ) auf
der Klinge vorhanden sind, handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen in
der Schweiz zusammengebauten Säbel der unter Ordonnanz 1804
zusammengefassten Modelle.
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  • M1804 Inf.Saebel Briquet a.jpg
  • M1804 Inf.Saebel Briquet b.jpg
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2

Sonntag, 27. Oktober 2019, 14:28

Ordonnanz 1804. Säbel für unberittene Mannschaft Kanton Fribourg

Neben zahlreichen Säbeln mit remontierten Klingen gibt es auch Briquets mit eckigen Bügeln nach französischem Modell 1767, die von den Kantonen nach 1803 neu angeschafft wurden. Selbstverständlich laufen auch diese unter der Sammelbegriff Ordonnanz 1804. Im Gegensatz zu den Modellen mit remontierten Griffen haben die neu angeschafften Säbel meist eine Keilklinge ohne Rückenrinne oder Hohlbahnen. Gut erkennbar ist die Kennzeichnung mit dem Arsenalstempel des Kantons Fribourg.
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joehau

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3

Donnerstag, 24. September 2020, 19:42

Ordonnanz 1804, Säbel für unberittene Mannschaften, Kanton Bern

Gesamtlänge: 776 mm
Klingenlänge: 646 mm
Klingenbreite: 32 - 27 mm sich verjüngend
Klingenstärke max.: 6 mm
Länge der Scheide: 652 mm

Hersteller: unbekannt

Stempel: AA unter Krone ( Auszüger Armatur ) und 'B' in Schreibschrift


Beschreibung:

Hilze mit verdrilltem Messingdraht umwickelt
Winkelbügel, Parierstange und ganze Griffkappe aus Messing
gerade Parierstange mit rund auslaufendem Endknopf
einschneidige, blanke, leicht gebogene Keilklinge mit beidseitiger Hohlkehle
Angel auf dem Griffkopf mit Vernietknauf vernietet
schwarze Lederscheide, verdrahtete Messingmontur, Trageknopf
Mundblech mit kleinem Bördelrand ohne Deckplatte
Ortblech mit sehr kleinem Ortknopf


Die Drahtwicklung der Hilze erinnert an die berner Infanteriesäbel Ord.1760.
Insofern fällt dieser Säbel etwas aus dem Rahmen der sonst bei der Ord.1804
üblichen Messinggefäße, aber ich denke, er passt am ehesten unter diesen
Sammelbegriff.
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  • Kant.Ord.1804 Inf.Saebel Bern a.jpg
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4

Freitag, 25. September 2020, 19:20

Hallo joehau
Erstmal schöner Säbel. So einer fehlt mir auch noch.

Hinter dem Armaturstempel ist kein B sondern ein L, steht für Landwehr. Die Waffe wurde irgendwann zwischen 1800 und 1810 hergestellt und vom Zeughaus ausgegeben. Später wurde entweder der Träger in die Landwehr berufen, oder die Waffe ging zurück ins Zeughaus und wurde dann an einen Landwehrmann verkauft.

Da das Zeughaus sparen musste, wurden vermutlich nebst Klingen auch die Griffe wiederverwendet. Jedenfalls ist die Griffkappe und die Drahtwicklung mit dem 1760er Unteroffizierssäbel identisch. Klinge und Mundstück sind ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert.

Die Landwehr existierte als seperate Truppe in Bern zwischen 1803 bis 1874. Alle wehrpflichtigen Männer, die nicht dem Auszug angehörten, wurden der Landwehr zugeteilt. Im Unterschied zum Auszüger, der seine Ausrüstung im Zeughaus fasste, musste sich der Landwehrler auf eigene Kosten ausstafieren und bewaffnen. Das führte natürlicherweise zu einer verschiedenen Aufmachung und eine Landwehrmusterung musste wohl aussehen wie ein Fasnachtszug, wie zahlreiche Karikaturen bezeugen. Das Ziel der Regierung war mit der Landwehr eine Truppe und vor allem einen grossen Gewehrhaushalt möglichst günstig zu unterhalten. Dazu wurde unter anderem ein Heiratsgesetz erlassen, in welchem der Bräutigam verpflichtet wurde, vor der Hochzeit Waffen und Ausrüstung zu kaufen. Anbei eine Karikatur aus dieser Zeit. Nachteilig an diesem System war natürlich die enorme Vielfalt an Waffen bezüglich Art und Qualität.

Danke fürs Zeigen, falls jemand einen solchen Säbel übrig hat, wäre ich dankbarer Abnehmer.

Gruss Microraptor
»Microraptor92« hat folgende Datei angehängt:
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joehau

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5

Samstag, 26. September 2020, 01:46

Danke Microraptor,

sehr gute Ergänzung mit allen Informationen, auf die ich gehofft hatte.

Gruß Jörg