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Donnerstag, 30. September 2010, 22:54

Fragen zu Seitengewehren in der Feldartillerie

Hallo, ich habe gleich mehrere Frage zu dem eingestellten Bild (Feldartillerie-Regiment-44). Die Mannschaftsdienstgrade tragen ersichtlich einen Revolver 83 und ein Artillerie SG M1871 an ihrem Koppel.
Der Unteroffizier müsste ein Artilleriesäbel für Mannschaften und Unteroffiziere ohne Portepee tragen. Trug er darauf eine Troddel oder einen Faustriemen?
Meine Fragen zielen auf die allg. Regelungen,
1. Wann trugen Mannschaften in der Feldari einen Säbel, wann ein Bajonett?
2. Trugen Unteroffiziere ohne Portepee an ihrem Säbel Troddel oder Faustriemen?
3. Trugen Unteroffiziere ohne Portepee auch das SG 71 (diese Frage gilt auch für Unteroffiziere mit Portepee), Anlaß?
4. Trugen Unteroffiziere mit Portepee den gleichen Säbel wie die Offiziere oder nur den hier im Forum vorgestellten Artileriesäbel für Wachtmeister?
5. Ab wann wurde in der Feldartillerie der Revolver 83 durch die DWM P08 ersetzt?

Ich hoffe das Ihr meine Fragen beantworten könnt.
Ciao
MrFrozen

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »MrFrozen« (30. September 2010, 22:57)


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Freitag, 1. Oktober 2010, 09:06

RE: Fragen zu Seitengewehren in der Feldartillerie

Hallo,

na dann schauen wir mal nach den Lösungen.
Am Säbel wird immer ein Faustriemen getragen, die Troddel gehört zum Bajonett.

Zu:
1) I.d.R waren Mannschaften der Feld-Art. nicht mit einem Säbel bewaffnet sondern führten entweder ein Faschinenmesser (in früherer Zeit) bzw. später ein Bajonett, nämlich das Artillerie-Seitengewehr M/1871 (diese Stücke dürfte man auch auf dem Bild erkennen) . Denn Säbel hätte den einzelnen Kannonier doch sehr bei seiner Arbeit behindert. Vor dem Weltkrieg wurden bisweilen noch Säbel geführt. Im Weltkrieg (erster) erfolgte dann aber die Umbewaffnung mit Bajonetten zu den häufig geführten Kar. 98.

2) Natürlich. Die Troddel/Faustriemen wie bei der Infanterie auch bei der Artillerie ein Erkennungzeichen für die Truppenzugehörigkeit.

3) Kommt auf die Zeit an die man betrachtet.

4) Frage für die Säbelspezialisten

5) mit der Einführung der "Langen Pistole 08". Also laut Einführungsorder 1913. Die größere Serienfertigung dieser Waffe wurde aber erst im Weltkrieg begonnen. Im Weltkieg wurden dann neben der langen P.08 (mit Anschlagschaft und Trommelmagazin ab 1916) auch Kar. 98A (Z) ausgegeben.

Sammlergruß
Sebastian Th.

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Sonntag, 3. Oktober 2010, 04:01

@bayo9805: Danke für die ausführlichen Antworten.
Eine Frage habe ich aber noch: Welche Waffen trugen eigentlich die Sanitätsunteroffiziere mit und ohne Portepee bei der Artillerie, die Waffen des Truppenteils oder im gesamten Heer gleich (also die Waffen der Infanterie)? Die Frage gilt auch für einen Sanitätsoffizier in der Artillerie: IOD oer Löwenkopfsäbel?
Ciao
MrFrozen

P.S. Trugen die Sani's eigentlich auch Kartuschkästen in der Feldartillerie?

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »MrFrozen« (3. Oktober 2010, 04:04)


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Sonntag, 3. Oktober 2010, 08:37

Hallo,

keine Ursache!

Zu deiner Frage: Laut den Waffen- Etats der Behörden und Trupppen in der Kriegsformation (Berlin 1881) führte der Unteroffizier eines Lazaretts einen apt. Chassepotkarabiner M/71 ohne Seitenwaffe. Das Lazarettpersonal war natürlich nicht mit Arbeiten der Truppe (Kartuschenkästen tragen) betraut.

Dies gilt aber nur für den angespr. Zeitraum. Im ersten Weltkrieg waren Sanitäter meist mit Seitengewehren älterer Garnitur bewaffnet welche sie als reine Seitenwaffen, ohne zugeh. Gewehr fürhten. Zur Selbstverteidigung führten sie im Krieg meist Pistolen (P.08 oder C.96).

Zu deiner Frage 4:
Unteroffiziere mit Portepee führten bei einer "Feld Batterie" den Artillerie Offiziers Säbel sowie einen Revolver M/1879 (Vieze- Feldwebel und Feldwebel) der Portepee Fähnrich führte nur den Revolver M/1879.

Sammlergruß
Sebastian Th.